Für einen "aufgeklärten Westler" dürfte die neuste Statistik/Grafik des Pew Forums ein Beleg für die "Rückständigkeit" des "Südens" sein. Für die Menschen des Südens - und nicht nur für die Religiösen - ist sie ein Beleg für die perverse Verderbheit des "Nordens".
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Mittwoch, 5. Juni 2013
Akzeptanz Homosexualität: Ein Indikator für Entwicklung?
Für einen "aufgeklärten Westler" dürfte die neuste Statistik/Grafik des Pew Forums ein Beleg für die "Rückständigkeit" des "Südens" sein. Für die Menschen des Südens - und nicht nur für die Religiösen - ist sie ein Beleg für die perverse Verderbheit des "Nordens".
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Sonntag, 19. Februar 2012
Die unbeachtete Revolution: Das neue Christentum
| Ougadougou (Burkina Faso) Nov. 2011 (Bild: 3Afilm.ch) |
Die westliche Welt taumelt von Krise zu Krise. Zusehends zeichnen sich neben den wirtschaftlichen auch soziale Probleme ab. Die Schere zwischen unten und oben öffnet sich immer weiter. Inzwischen ruft sogar der Weltwirtschaftsgipfel von Davos zur Suche nach Lösungen, zum Umdenken auf. Weil man aber „ein Problem nicht mit der Denkweise löst, die es erschaffen hat“, wie schon Einstein wusste, scheint jeder neue Gipfel der Mächtigen die Krise eher zu verlängern als einer Lösung näher zu bringen. Während das herrschende Establishment weiterhin „rat- und orientierungslos“ ist, wie das „Handelsblatt“ schreibt, ist längst eine unbeachtete „Revolution von unten“ im Gang.
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Sonntag, 15. Januar 2012
Globalisierte Kultur – westlich. Zunehmend.
| Niger 11/2012 (Bild: Contextlink) |
Was aber ist mit der Kultur? Wird sie jetzt auch multipolar?
Der US-amerikanische Soziologe Peter L. Berger stellt in seinem Essay "The Cultural Dynamics of Globalization" zunächst fest, dass man bisher noch nicht von einer wirklich globalen Kultur sprechen konnte. Jetzt seien wir aber definitiv dahin unterwegs. (Der in Wien geboren Starsoziologe versteht Kultur – natürlich – im soziologischen Sinn: Glaube, Werte und Lebensstil (Lifestyle) im Alltag gewöhnlicher Leute.) Und diese "emerging globale culture" werde stark amerikanisch geprägt sein.
Die amerikanische (westliche) Kultur sei zwar "not the only game in town", aber "das grösste Spiel, das im Gange ist". Und das werde auch so bleiben, soweit man die Zukunft heute voraussehen könne.
Der US-amerikanische Soziologe Peter L. Berger stellt in seinem Essay "The Cultural Dynamics of Globalization" zunächst fest, dass man bisher noch nicht von einer wirklich globalen Kultur sprechen konnte. Jetzt seien wir aber definitiv dahin unterwegs. (Der in Wien geboren Starsoziologe versteht Kultur – natürlich – im soziologischen Sinn: Glaube, Werte und Lebensstil (Lifestyle) im Alltag gewöhnlicher Leute.) Und diese "emerging globale culture" werde stark amerikanisch geprägt sein.
Die amerikanische (westliche) Kultur sei zwar "not the only game in town", aber "das grösste Spiel, das im Gange ist". Und das werde auch so bleiben, soweit man die Zukunft heute voraussehen könne.
Montag, 28. November 2011
Religion: Der Elefant im Wohnzimmer
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| Burkina Faso 11/2011 (Bild: Contextlink) |
Bei der Recherche bin ich auf einen Artikel des österreichisch-amerikanischen Soziologieprofessors Peter L. Berger in der "Frankfurter Rundschau" gestossen. Besser kann ich es nicht formulieren, was ich denke und was ich hier in Afrika im Zusammenhang mit der Healing Jesus Crusade erlebe und studiere. Ich kopiere den Artikel ganz:
In der klassischen Periode der Soziologie hat man den Religionen keine übertriebene Aufmerksamkeit geschenkt. Dafür gibt es wahrscheinlich eine Reihe von Gründen. Einer dürfte sein, dass nur wenig Geld für entsprechende Forschung bereitgestellt wird, da sich öffentliche wie private Geldgeber scheuen, umstrittene Projekte zu unterstützen. Oder, was insbesondere auf öffentliche Einrichtungen zutreffen dürfte, den Eindruck zu erwecken, die Trennung von Staat und Kirche zu unterlaufen.
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Sonntag, 27. November 2011
Kommunikation Healing Jesus Crusade
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| Kameramann Michael von der Healing Jesus Crusade in Burkina Faso 11/2011 |
Was wir wahrnehmen, sind im wesentlichen sieben Elemente:
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Samstag, 26. November 2011
Afrikaner glauben an biblischen Fluch
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| Giovanni Bellini "Der betrunkene Noah" |
Im Rahmen unseres Drehs zum Dokfilm-Projekt "Kreuzzug" in Niger und Burkina Faso führen wir abseits der Kamera viele spannende, persönliche Gespräche mit den Leuten des Teams der Healing Jesus Crusade. Es sind häufig gut ausgebildete, aufgestellte junge Afrikaner (so um die 30/40), selbstverständlich alle streng religiös und Bibel-(Wort-)gläubig.
Dabei hören wir schier Unglaubliches:
Als Erklärung für die Unterentwicklung und das anhaltende Elend Afrikas verweisen sie auf die Geschichte Hams, des jünsten Sohnes von Noah: "Wir Afrikaner zahlen noch immer den Preis für die Sünde Hams." Afrika und seine Bevölkerung würden immer noch von Gott bestraft für die Sünde "ihres Urahnen" Ham, der den Pimmel seines Vaters gesehen hatte, als dieser stockbetrunken und „unverhüllt“ darniederlag.
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Freitag, 25. November 2011
Donnerstag, 24. November 2011
Gastbeitrag: Healing Jesus Crusade
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| Adrian Zschokke (r-film: Kameramann, Produzent) Projekt "Kreuzzug" |
Ist nicht die hehrste Aufgabe eines Dokumentaristen, sei es nun schreibend oder mit der Kamera, die Wahrheit zu suchen?
Eine präzise Aussage, die sich aber wie eine Infinitesimalrechnung jedem noch so engen Gitter entzieht. Und trotzdem nur mit dieser nachhakenden Methode anzunähern ist. Im dialektischen Dreisprung sozusagen.
Eine präzise Aussage, die sich aber wie eine Infinitesimalrechnung jedem noch so engen Gitter entzieht. Und trotzdem nur mit dieser nachhakenden Methode anzunähern ist. Im dialektischen Dreisprung sozusagen.
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Dienstag, 22. November 2011
Niamey - Ouagadougou: Von Gott im Stich gelassen?
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| Unfall Healing Jesus Crusade Burkina Faso 11/2011 |
Auf der Reise des 25 Fahrzeuge zählenden Konvois - von Sattelschleppern und Bussen inkl. Polizei-Eskorte von Niamey/Niger nach Ouagadougou/Burkina Faso - scheint Jesus nicht auf einem der Fahrzeuge gesessen zu haben. Wir kamen uns manchmal ziemlich verlassen vor. Wir würden sagen: "Vom Pech verfolgt". Aber wenn man den ganzen Tag hört, wie jede Handlung, jedes Ereignis auf Gott oder Jesus bezogen, respektive deren allgegenwärtigem Tun zugeschrieben wird, dann kann dieser Gedanke der göttlichen Abwesenheit nicht einfach als blasphemisch abgetan werden.
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Dienstag, 15. November 2011
Niamey 1: Warten auf den "Heiler" (Up-Date: Video)
Niamey, Montag, 14. 11. 2011:
Dass die Mission eines christlich-evangelikalen Predigers in einem zu 96% muslimischen Land nicht ganz unpolitisch - um nicht zu sagen unproblematisch - sein würde, haben wir geahnt. Immerhin ist der bitterarme Staat Niger am Rande der Wüste ein direkter Nachbar von Nigeria, wo es regelmässig zu blutigen Übergriffen zwischen islamistischen und christlich-fundamentalen Gruppierungen kommt. Es gibt viele verwandtschaftlich-kulturelle und sprachliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Dass uns diese Politik hier in der friedlichen Hauptstadt des Niger so schnell einholen würden, war dann aber doch etwas überraschend.
Dass die Mission eines christlich-evangelikalen Predigers in einem zu 96% muslimischen Land nicht ganz unpolitisch - um nicht zu sagen unproblematisch - sein würde, haben wir geahnt. Immerhin ist der bitterarme Staat Niger am Rande der Wüste ein direkter Nachbar von Nigeria, wo es regelmässig zu blutigen Übergriffen zwischen islamistischen und christlich-fundamentalen Gruppierungen kommt. Es gibt viele verwandtschaftlich-kulturelle und sprachliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Dass uns diese Politik hier in der friedlichen Hauptstadt des Niger so schnell einholen würden, war dann aber doch etwas überraschend.
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Donnerstag, 10. November 2011
Auf zum "Kreuzzug heilender Jesus"
Am Sonntag gehts los. Wir fliegen in die Hauptstadt des Niger, Niamey, zur "Healing Jesus Crusade" der Lighthouse Chapel International. Wir drehen Teil zwei unseres Dokfilmprojekts "Kreuzzug".
Auf der r-film-Homepage gibt's ein paar Impressionen von unserem ersten Dreh vor ziemlich genau einem Jahr im Slum "Sodom und Gomorrah" in Ghanas Haupstadt Accra und der Gegenwelt der 5-Stern Kirche Qodesh, dem Hauptquartier von Lighthouse Chapel International (LCI), welche inzwischen nach eigenen Angaben 1200 Gemeinden in 52 Ländern weltweit hat.
Auf der r-film-Homepage gibt's ein paar Impressionen von unserem ersten Dreh vor ziemlich genau einem Jahr im Slum "Sodom und Gomorrah" in Ghanas Haupstadt Accra und der Gegenwelt der 5-Stern Kirche Qodesh, dem Hauptquartier von Lighthouse Chapel International (LCI), welche inzwischen nach eigenen Angaben 1200 Gemeinden in 52 Ländern weltweit hat.
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Samstag, 18. Dezember 2010
Leuchtturm 1: Vor-Weihnachtsgeschichte
Vorrede:
Häufiger schon habe ich auch hier auf Contextlink über den "Bullshit" oder das "Meer der Belanglosigkeit" gelästert, das uns täglich medial entgegendröhnt. Tatsächlich finden sich in diesem fast erstickenden Gedöns auch immer wieder Leuchttürme: Herausragendes, Intelligentes, gar Originelles und Gutgeschriebenes. Mehrfach schon habe ich mir vorgenommen, solche Leuchttürme, die ich entdecke, anzuleuchten und zu multiplizieren. Dieser Post soll jetzt also ein Anfang ein. Mal sehen, ob ich die Energie habe, daraus eine Serie werden zu lassen.
Zu den regelmässigen Leuchtturm-Lieferanten gehört "Die Zeit". In ihrer aktuellen Print-Ausgabe gibt's einmal mehr gleich mehrere. Wirklich genossen habe ich den Artikel "Jesus und sein Bruder Christus", indem "Die Zeit" Auszüge aus dem im kommenden Februar beim Fischer Verlag erscheinenden Buch "Der Gute Herr Jesus und der Schurke Christus" des englischen Autors Philip Pullman veröffentlicht. Eine wunderbare Vor-Weihnachtsgeschichte, ein echter "Leuchtturm". Nicht nur originell, auch gut geschrieben und - hier speziell- wunderbar blasphemisch. Hier der erste Abschnitt (den ganzen Artikel gibt' leider - noch???- nicht online):
Dies ist die Geschichte von Jesus und seinem Bruder Christus: wie die beide geboren wurden, wie sie lebten und wie einer von ihnen starb. Der Tod des andern gehört nicht zur Geschichte.
Zu jener Zeit war Maria sechzehn Jahre alt, und Joseph hatte sie nie berührt. Eines Abends hörte sie ein Flüstern am Fenster. "Ich bin ein Engel. Lass mich zu dir, und ich verrate dir ein Geheimnis." Sie öffnete das Fenster und liess den Engel eintreten. Um sie nicht zu erschrecken, hatte er die Gestalt eines jungen Mannes angenommen. "Du wirst ein Kind empfangen", sagte der Engel. - "Aber mein Ehemann ist fort", sagte Maria. - "Ja, der Herr hat mich geschickt. Maria, du bist gebenedeit unter den Frauen, dass dir das widerfahren soll." Und in dieser Nacht wurde Maria schwanger.
Als Joseph von seiner Arbeitsreise nach Hause kam, war er über alle Massen empört, dass seine Frau ein Kind erwartete. Er warf sich zu Boden und weinte. "Herr!", klagte er. "Ich hätte besser auf sie aufpassen müssen." Auch Maria weinte. "Ich habe nichts getan. Zu mir ist ein Engel gekommen, weil Gott wollte, dass ich ein Kind empfange." Joseph war ratlos. Falls es wirklich Gottes Wille gewesen sein sollte, dann war es nun seine Pflicht, sich um Maria und das Kind zu kümmern. Einen schlechten Eindruck machte er trotzdem.
Und weil's mir so gut gefällt, gleich noch ein Ausschnitt: Pullmans Buch erzählt also auch die Geschichte von Jesus' Bruder, Christus. Eines Tages ging Christus mit einer Prostituierten ins Bett, "mit denen sich Jesus gern umgab":
Der geschäftliche Teil war schnell abgewickelt, aber danach fühlte sich Christus verpflichtet, ihr zu erklären, wieso er ihre Einladung angenommen hatte.
"Mein Bruder vertritt die These, dass den Sündern eher vergeben wird als den Gerechten", sagte er. "Vielleicht habe ich bisher nicht genug gesündigt."
Wunderbar. Und irgendwie afrikanisch.
Häufiger schon habe ich auch hier auf Contextlink über den "Bullshit" oder das "Meer der Belanglosigkeit" gelästert, das uns täglich medial entgegendröhnt. Tatsächlich finden sich in diesem fast erstickenden Gedöns auch immer wieder Leuchttürme: Herausragendes, Intelligentes, gar Originelles und Gutgeschriebenes. Mehrfach schon habe ich mir vorgenommen, solche Leuchttürme, die ich entdecke, anzuleuchten und zu multiplizieren. Dieser Post soll jetzt also ein Anfang ein. Mal sehen, ob ich die Energie habe, daraus eine Serie werden zu lassen.
Zu den regelmässigen Leuchtturm-Lieferanten gehört "Die Zeit". In ihrer aktuellen Print-Ausgabe gibt's einmal mehr gleich mehrere. Wirklich genossen habe ich den Artikel "Jesus und sein Bruder Christus", indem "Die Zeit" Auszüge aus dem im kommenden Februar beim Fischer Verlag erscheinenden Buch "Der Gute Herr Jesus und der Schurke Christus" des englischen Autors Philip Pullman veröffentlicht. Eine wunderbare Vor-Weihnachtsgeschichte, ein echter "Leuchtturm". Nicht nur originell, auch gut geschrieben und - hier speziell- wunderbar blasphemisch. Hier der erste Abschnitt (den ganzen Artikel gibt' leider - noch???- nicht online):
Dies ist die Geschichte von Jesus und seinem Bruder Christus: wie die beide geboren wurden, wie sie lebten und wie einer von ihnen starb. Der Tod des andern gehört nicht zur Geschichte.
Zu jener Zeit war Maria sechzehn Jahre alt, und Joseph hatte sie nie berührt. Eines Abends hörte sie ein Flüstern am Fenster. "Ich bin ein Engel. Lass mich zu dir, und ich verrate dir ein Geheimnis." Sie öffnete das Fenster und liess den Engel eintreten. Um sie nicht zu erschrecken, hatte er die Gestalt eines jungen Mannes angenommen. "Du wirst ein Kind empfangen", sagte der Engel. - "Aber mein Ehemann ist fort", sagte Maria. - "Ja, der Herr hat mich geschickt. Maria, du bist gebenedeit unter den Frauen, dass dir das widerfahren soll." Und in dieser Nacht wurde Maria schwanger.
Als Joseph von seiner Arbeitsreise nach Hause kam, war er über alle Massen empört, dass seine Frau ein Kind erwartete. Er warf sich zu Boden und weinte. "Herr!", klagte er. "Ich hätte besser auf sie aufpassen müssen." Auch Maria weinte. "Ich habe nichts getan. Zu mir ist ein Engel gekommen, weil Gott wollte, dass ich ein Kind empfange." Joseph war ratlos. Falls es wirklich Gottes Wille gewesen sein sollte, dann war es nun seine Pflicht, sich um Maria und das Kind zu kümmern. Einen schlechten Eindruck machte er trotzdem.
Und weil's mir so gut gefällt, gleich noch ein Ausschnitt: Pullmans Buch erzählt also auch die Geschichte von Jesus' Bruder, Christus. Eines Tages ging Christus mit einer Prostituierten ins Bett, "mit denen sich Jesus gern umgab":
Der geschäftliche Teil war schnell abgewickelt, aber danach fühlte sich Christus verpflichtet, ihr zu erklären, wieso er ihre Einladung angenommen hatte.
"Mein Bruder vertritt die These, dass den Sündern eher vergeben wird als den Gerechten", sagte er. "Vielleicht habe ich bisher nicht genug gesündigt."
Wunderbar. Und irgendwie afrikanisch.
Montag, 1. November 2010
Dilma Rousseff: Die (evangelikalen) Kirchen als Schiedsrichter
Jetzt hat sie es also doch noch geschafft. Dilma Rousseff ist die neue Präsidentin der Grossmacht Brasilien und damit eine der mächtigsten Frauen der Welt. Langfristig spielt es keine Rolle, dass sie überraschend in einen zweiten Wahlgang gezwungen wurde. Wegweisend ist aber, WARUM sie in den zweiten Wahlgang musste: Wegen den konservativen neuen Kirchen, den (protestantischen) Evangelikalen, die man bei uns als "fundamenatistisch-christlich" bezeichnen würde.
Kurz vor dem Ende des Wahlkampfes hatten christlich-konservative eine aggressive Kampagne gestartet: Dilma Rousseff sei nicht wählbar, weil sie vorhabe, den bis heute in Brasilien von Gesetzes wegen verbotenen Schwangeraschaftsabbruch zu legalisieren.
Die Kirchen finanzierten eine äusserst unappetitliche PR-Kampagne mit zerstückelten Babies, und die Pastoren riefen die Gläubigen in ihren Predigten und TV-Shows auf, nicht für die linke Kandiatin der Arbeiterpartei zu stimmen, sondern für den konservativen Kandidaten, José Serra.
Sogar der Papst, dem die Schäfchen zur Zeit auch in Brasilen in Massen zu den (protestantischen) Evangelikalen davonlaufen, hat noch versucht auf den PR-Zug der Fundamentalisten aufzuspringen: Der Schwangerschaftsabbruch sei "ein Verrat an der Demokratie".
Weil aber viele der Gläubigen ihre Stimme nicht einem rechten Kandidaten geben wollten, haben sie im ersten Wahlgang für Marina Silva gestimmt. Nicht wegen ihren grünen Positionen, sondern weil sie einer evangelikalen Kirche angehört.Weil Marina Silva in der Stichwahl nicht mehr antreten durfte und vor allem weil Dilma Rousseff öffentlich mehrfach feierlich erklärte, sie habe nicht vor, den Schwangerschaftsabbruch zu legalisieren, wurde die Kandidatin des scheidenden Über-Präsidenten Lula da Silva jetzt also doch gewählt.
Die evangelikalen Kirchen und ihre erzkonservativen Prediger müssen damit zu den grossen Siegern in Brasilien gezählt werden. Sie haben klar gemacht, dass man künftig ohne sie - oder gar gegen sie - in Brasilien keine Politik machen kann.
Für Dilma Rousseff, die Hoffnungsträgerin der Frauen und der Linken, eine bittere Pille: Ihr sind ausgerechnet in der für die soziale Entwicklung des Landes so wichtigen Frage der Abtreibung, die Hände gebunden.
Für die Welt ist es ein Schrecksignal. Brasilien ist nicht irgendwer, sondern vermutlich DIE Vorbildmacht im globalen Süden. Ohne die (religiös-) Konservativen geht nichts.
Ach ja. zu den evangelikalen Wahlsiegern gehört auch Fussballstar Kakà. Er ist einer der vielen reichen Geldgeber einer der grössten evangelikalen Kirchen, die Igreja Renascer.
Kurz vor dem Ende des Wahlkampfes hatten christlich-konservative eine aggressive Kampagne gestartet: Dilma Rousseff sei nicht wählbar, weil sie vorhabe, den bis heute in Brasilien von Gesetzes wegen verbotenen Schwangeraschaftsabbruch zu legalisieren.
Die Kirchen finanzierten eine äusserst unappetitliche PR-Kampagne mit zerstückelten Babies, und die Pastoren riefen die Gläubigen in ihren Predigten und TV-Shows auf, nicht für die linke Kandiatin der Arbeiterpartei zu stimmen, sondern für den konservativen Kandidaten, José Serra.
Sogar der Papst, dem die Schäfchen zur Zeit auch in Brasilen in Massen zu den (protestantischen) Evangelikalen davonlaufen, hat noch versucht auf den PR-Zug der Fundamentalisten aufzuspringen: Der Schwangerschaftsabbruch sei "ein Verrat an der Demokratie".
Weil aber viele der Gläubigen ihre Stimme nicht einem rechten Kandidaten geben wollten, haben sie im ersten Wahlgang für Marina Silva gestimmt. Nicht wegen ihren grünen Positionen, sondern weil sie einer evangelikalen Kirche angehört.Weil Marina Silva in der Stichwahl nicht mehr antreten durfte und vor allem weil Dilma Rousseff öffentlich mehrfach feierlich erklärte, sie habe nicht vor, den Schwangerschaftsabbruch zu legalisieren, wurde die Kandidatin des scheidenden Über-Präsidenten Lula da Silva jetzt also doch gewählt.
Die evangelikalen Kirchen und ihre erzkonservativen Prediger müssen damit zu den grossen Siegern in Brasilien gezählt werden. Sie haben klar gemacht, dass man künftig ohne sie - oder gar gegen sie - in Brasilien keine Politik machen kann.
Für Dilma Rousseff, die Hoffnungsträgerin der Frauen und der Linken, eine bittere Pille: Ihr sind ausgerechnet in der für die soziale Entwicklung des Landes so wichtigen Frage der Abtreibung, die Hände gebunden.
Für die Welt ist es ein Schrecksignal. Brasilien ist nicht irgendwer, sondern vermutlich DIE Vorbildmacht im globalen Süden. Ohne die (religiös-) Konservativen geht nichts.
Ach ja. zu den evangelikalen Wahlsiegern gehört auch Fussballstar Kakà. Er ist einer der vielen reichen Geldgeber einer der grössten evangelikalen Kirchen, die Igreja Renascer.
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