Foto: Autor unbekannt, dem Long War Journal zugespieltDie Krieger auf dem Foto sind der Hauptfeind in der neuen Af-Pak-Strategie der USA, der Afghanistan-Pakistan-Strategie: Die al-Qaida.
Die Zerschlagung der al-Qaida hat Präsident Obama bei der Verkündigung der neuen Strategie am vergangenen Freitag als oberstes Ziel genannt. (siehe
Contextlink hier).
Dabei versuchen die USA eine Unterscheidung zwischen der al-Qaida und den Taliban zu machen. Die amerikanische Armeeführung um General Petraeus weiss, dass sie mit den "gemässigten Taliban" ins Geschäft kommen muss, wenn sie überhaupt je eine Chance auf eine Befriedung Afghanistans haben will.
Doch diese Unterscheidung ist sehr schwierig, weil es sie in der Praxis nicht wirklich gibt, wie das "Long War Journal" (LWJ) in einem erschreckenden Artikel über die
"Schattenarmee" berichtet.

Ich habe im Contextlinkbeitrag
"Die Schweiz Pakistans: Sharia und Krieg" versucht, einige Informationen über die verschiedenen extremistischen Organisationen im Af-Pak-Grenzgebiet und ihre führenden Köpfe zusammen zu tragen. Dazu gehört auch Baitullah Mehsud (Bild links), der Führer der Tehrik-e-Taliban, welchen die Informanten des LWJs auch als einen der führenden Köpfe der Lashkar al Zil", der "Schattenarmee", bezeichnen. Die Taliban sind fast alle Paschtunen (siehe auch
Contextlink "Obama's Krieg"), sprechen eine
persische Sprache, sind aber nicht Shiiten wie die Iraner, sondern fundamentalistische Sunniten, Wahhabiten. Der
Wahhabismus ist in Saudi-Arabien Staatsdoktrin und die Saudis werden denn auch immer wieder als die wichtigsten
Sponsoren der Taliban bezeichnet; zumindest finanzieren die Saudis in den Talibangebieten grosszügig Moscheen, Hilfsprojekte und Flüchtlingslager.
Diese "Lashkar al Zil", die Schattenarmee der al-Qaida/Taliban, ist eine paramilitärische Spezialtruppe der vereinigten al-Qaida/Taliban, welche in der Region diesseits und jenseits der Grenze von Pakistan und Afghanistan für das Grobe zuständig ist. Es ist eine internationale Truppe. Aufgrund der Kleidung gehen die Informanten des LWJ davon aus, dass es sich bei den Kämpfern auf dem Bild zum Beispiel nicht um Afghanen handelt, sondern um Pakistaner oder Zentralasiaten (Tatschiken, Usbeken, Tschetschenen, etc.). Traditionell gehen in diesen Spezialeinheiten nicht nur Männer mit Erfahrungen aus anderen Kriegen wie Tschetschenien, Palästina oder Somalia ihrem blutigen Beruf nach, sondern immer wieder auch Abenteurer oder Fanatiker aus Europa. Ein speziell wichtiger Rekrutierungsort scheint Bosnien zu sein.
Dort machen Internet-Portale der ehemaligen el-Mudjahid-Einheit der bosnischen Armee
offen Werbung für al-Qaida. Offenbar kehren Mitglieder der Talibankräfte in Af-Pak mit dem Auftrag nach Europa zurück , neue Kämpfer für den Krieg gegen den Erzfeind Amerika zu rekrutieren. Die Internetseite
Put Vjernika (Pilgerreise) zum Beispiel publiziert massenweise Propaganda-Material der Dschihadisten inkl. üble Videos aus dem Irak und Afghanistan.
Das International Security Network der ETH Zürich hat eben einen doch etwas beunruhigenden
Hintergrund zur sehr aktiven, fundamentalistsichen Wahhabiten-Szene in Bosnien, mitten in Europa, veröffentlich.
Es ist wohl besser, all die jungen Amerikaner (und ihre Mütter), die in den nächsten Jahren nach Af-Pak geschickt werden, sind nicht allzu gut informiert, über das, was sie dort erwartet.