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Sonntag, 14. April 2013
Die (grossen) Wirtschaftsunternehmen am Pranger
"Das Business", der Kapitalismus, die neoliberale Marktwirtschaft und ihre Exponenten stehen am Pranger. Nicht nur in der Schweiz. Abstimmungsresultate wie die 67,9% Zustimmung zur Abzocker-Initiative am vergangenen 3. März sind Ausdruck einer tiefgreifenden Verunsicherung, eines immer weiter wachsenden Misstrauens breiter Teile der Schweizer Bevölkerung gegenüber dem Big Business und dem Wirtschaftsestablishment.
Schuld daran sind "zu einem guten Teil die Wirtschaftsunternehmen". Das sagt nicht etwa ein neidischer linker Populist, sondern der "Doyen der lebenden Management Gurus", Harvard Professor Michael Porter:
Freitag, 23. Dezember 2011
Leuchtturm 11: Krisen des demokratischen Kapitalismus (Lettre)
"Lettre International. Europas Kultur Zeitung" ist in sich ein heraussragender Leuchtturm im "Meer der Belanglosigkeit" der aktuellen Medienlandschaft. Jede Nummer. Das Highlight der aktuellen Ausgabe ist der Leitartikel "Die Krisen des demokratischen Kapitalsmus" von Prof. Wolfang Streek, Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln. Er ordnet die aktuelle Krise historisch ein: Der andauernde, eigentlich in seiner Grundkostellation zum Scheitern verurteilte Versuch, die Forderung nach sozialen Rechten mit dem Wirken freier Märkte in Einklang zu bringen. Kapitalismus und Demokratie als im Grunde unvereinbare Gegensätze.
Erstmals veröffentlich wurde das anspruchsvolle, aber gut lesbare Stück im Rahmen der "Max Weber Lectures Series" auf englisch.
Weiter unten ein ausführlicher Ausschnitt.
Lettre ergänzt den Beitrag gleich mit einem zweiten Artikel von Prof. Streek: "Völker und Märkte. Demokratischer Kapitalismus und europäische Integration. Ein Epilog". Genauso hervorragend.
Erstmals veröffentlich wurde das anspruchsvolle, aber gut lesbare Stück im Rahmen der "Max Weber Lectures Series" auf englisch.
Weiter unten ein ausführlicher Ausschnitt.
Lettre ergänzt den Beitrag gleich mit einem zweiten Artikel von Prof. Streek: "Völker und Märkte. Demokratischer Kapitalismus und europäische Integration. Ein Epilog". Genauso hervorragend.
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Samstag, 12. November 2011
"Die Welt erwartet eine wirkliche Alternative."
Immer wieder Slavoj Zizek. Immer wieder auf Al-Jazeera. Immer noch nervig. Man muss seine Macken wegfiltern. Man muss seine clownesken Provokationen aushalten. Aber wenn man zur Essenz seiner Aussagen durchdringt ....
"I think today the world is asking for a real alternative. Would you like to live in a world where the only alternative is either anglo-saxon neoliberalism or Chinese-Singaporean capitalism with Asian values? I claim if we do nothing we will gradually approach a kind of a new type of authoritarian society. Here I see the world historical importance of what is happening today in China. Until now there was one good argument for capitalism: sooner or later it brought a demand for democracy... What I'm afraid of is with this capitalism with Asian values, we get a capitalism much more efficient and dynamic than our western capitalism. But I don't share the hope of my liberal friends - give them ten years, [and there will be] another Tiananmen Square demonstration - no, the marriage between capitalism and democracy is over." (Slavoj Zizek)
"I think today the world is asking for a real alternative. Would you like to live in a world where the only alternative is either anglo-saxon neoliberalism or Chinese-Singaporean capitalism with Asian values? I claim if we do nothing we will gradually approach a kind of a new type of authoritarian society. Here I see the world historical importance of what is happening today in China. Until now there was one good argument for capitalism: sooner or later it brought a demand for democracy... What I'm afraid of is with this capitalism with Asian values, we get a capitalism much more efficient and dynamic than our western capitalism. But I don't share the hope of my liberal friends - give them ten years, [and there will be] another Tiananmen Square demonstration - no, the marriage between capitalism and democracy is over." (Slavoj Zizek)
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Donnerstag, 24. Dezember 2009
Eine Wirtschaft zum Wohle der Gesamtgesellschaft
Klaus Schwab, Gründer und Executive Chairman des World Economic Forum Davos, ist nicht grad ein Gegner des Wirtschaftsliberalismus. Was er heute in der Printausgabe des Tagesanzeigers auf S. 9 schreibt (leider noch nicht online), ist um so bemerkenswerter. Wenn schon die eigenen Prediger in der Kirche mahnen, dann müsste doch Hoffnung auf Veränderung bestehen.Zitate aus dem Schwab-Text:
"Man fragt sich (aufgrund der neuen Boni-Debatte; AM), ob die Manager nichts gelernt haben."
"Die gesellschaftliche Erosion, die wir in den letzten Jahren nich nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik .... beobachten konnten, ist auf eine Aushöhlung des Gemeinschaftsgedankens zurückzuführen. Vor allem in der Wirtschaft ist diese Erosion gemeinschaftlicher Werte weit fortgeschritten."
"Wir erlebten in den letzten Jahren eine Transformation des Unternehmens von einer Sinn- zu einer Zweck-Einheit. Der Sinn gemeinsam Güter und Dienstleistungen zum Wohle der Gesellschaft zu erzeugen, wurde ersetzt durch den Zweck, kurzfristig möglichst hohe Gewinne zu erzielen."
"Gleichzeitig wurden die unternehmerischen Entscheidungsprozesse zunehmend von der Verantwortung abgekoppelt. Das führte zu einer Pervertierung des Systems."
"Anstelle eines gemeinsamen Pflichtbewusstseins gegenüber der Gesellschaft tritt ein Egoismus, bei dem das Gemeinwesen eine untergeordnete Rolle spielt."
"Um ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft zu verhindern, brauchen wir Gemeinschaftssinn."
Montag, 30. November 2009
Slavoj Zizek: Die Macht der Ideologie in der Krise

Er ist ein absoluter Querdenker: der slowenische Philosophe und Psychoanalytiker Slavoj Zizek. Man kann ihn leicht mit einer abschätzig-verächtlichen Bemerkung abtun: ein Spinner, ein Ewig-Linker. Ich ziehe es vor, ihm zuzuhören, ihn zu lesen (neu: "Auf verlorenem Posten". davor: "Die politische Suspension des Ethischen"). Auch wenn ich häufig nur den Kopf schütteln kann, er stellt Dinge in Frage, an die wir schon religiös glauben, nicht nur den Kasino-Kapitalismus.
Ein kleiner Einblick in sein radikales, für offene Geister höchst anregendes Denken, bietet der 3Sat-Beitrag: "Zlavoj Zizek über die Macht der Ideologie in der Krise". Und wem dabei die Minarettinitiative und das Gedöns um die "Demokratie" in den Sinn kommt: "Honni soit, qui mal y pense."
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