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Sonntag, 14. April 2013

Die (grossen) Wirtschaftsunternehmen am Pranger


"Das Business", der Kapitalismus, die neoliberale Marktwirtschaft und ihre Exponenten stehen am Pranger. Nicht nur in der Schweiz. Abstimmungsresultate wie die 67,9% Zustimmung zur Abzocker-Initiative am vergangenen 3. März sind Ausdruck einer tiefgreifenden Verunsicherung, eines immer weiter wachsenden Misstrauens breiter Teile der Schweizer Bevölkerung gegenüber dem Big Business und dem Wirtschaftsestablishment.

Schuld daran sind "zu einem guten Teil die Wirtschaftsunternehmen". Das sagt nicht etwa ein neidischer linker Populist, sondern der "Doyen der lebenden Management Gurus", Harvard Professor Michael Porter:

Montag, 14. Juli 2008

Sarkozy's Triumph


Noch ist es nur ein erster Schritt in die gute Richtung, aber der ist dem französichen Präsident gelungen:

Zitat FAZ-Online von heute 14. Juli

Sarkozys diplomatischer Coup

Das Repertoire des Friedenstifters

Der französische Präsident feiert in Paris einen diplomatischen Triumph. Bei der Gründung der Mittelmeerunion gelingen ihm Durchbrüche in entscheidenden Konflikten im Nahen Osten. Schon beginnt Sarkozy wie sein Vorgänger Chirac vom Friedensnobelpreis zu träumen.

Das Video der FaZ hier.

Dienstag, 17. Juni 2008

Spekulation Oelpreis II

Kaum habe ich den untenstehenden Post zur Spekulation um den Oelpreis ins Netz gestellt, finde ich in der BaZ-Online, wie als offizielle Bestätigung, diese Meldung:


Börse geht mit Handelslimits

gegen Manipulation bei Öl vor

Washington. sda/reuters/baz. Im Kampf gegen eine Manipulation des Ölpreises wird die Londoner Future-Börse ICE erstmals den Handel mit Terminkontrakten regulieren.

Die zuständigen Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien bewegten nach eigenen Angaben vom Dienstag die Börse dazu, Limits auf den lebhaften Handel mit West Texas Intermediate (WTI) einzuführen.

Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen CFTC werde auch andere Handelsplätze ausserhalb der USA dazu auffordern, ähnliche Begrenzungen einzuführen. Der Markt für Rohöl könne bislang leicht manipuliert werden, erklärte die CFTC.

US-Politiker drängen die CFTC seit Monaten dazu, mit einer schärferen Aufsicht gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Ölpreis-Anstieg mitverantwortlich gemacht werden.

Oelpreis und Spekulation


Brav drucken die Medien seit Tagen die Erklärungen der Oelindustrie zum hohen Oelpreis und speziell zum Dieselpreis ab. Hauptargument ist selbstverständlich wie immer das heilige Gesetz des Marktes: Nachfrage bestimmt Preis. Die Nachfrage nach Oel (und speziell nach Diesel) ist enorm gestiegen in den letzten Monaten und Wochen. Schuld sind neben dem gestiegenen lokalen Bedarf (Diesel Schweiz 2007 plus 7,3%) einmal mehr natürlich die grossen Konkurrenten des Westens China und Indien.
Die speziellen Preissteigerung beim Diesel von mehr als 50 Rappen innerhalb eines Jahres wird weiter mit der speziellen Knappheit des Gutes erklärt, weil bei der Raffinierung eines Fasses Rohöl (159 Liter) nur rund 40% Diesel produziert wird. Warum dann aber der Preis für das "normale Benzin", von welchem bei der Raffinierung nur 20 bis 40% abfallen, weniger stark gestiegen ist als beim Diesel, wird nicht erklärt.

Der Oelpreis wird an der Börse gemacht. Dass der Preis an der Börse von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ist bekannt. Wenn die Opec die Förderhahnen etwas aufdreht, sollte der Preis sinken und umgekehrt. Nur: Es wird noch an einer ganz anderen Schraube gedreht: an der Spekulationsschraube.
Mit Markt hat das wenig zu tun oder höchsten mit der Manipulation des Oelmarktes. Auch beim Oel bereichern sich Einige schamlos auf Kosten der Allgemeinheit, indem sie den Oelpreis künstlich in die Höhe treiben. Besonders stossend daran ist, dass es gerade die auf Oel spezialisierten Finanzmärkte selbst sind, die den Preis zu ihren Gunsten manipulieren, in direkter Absprache mit den wichtigsten Oel-Multis.

Die kanadische "Center of Research on Globailsation" (CRG) hat am 2. Mai 2008 einen Artikel mit dem Titel "60% des Oelpreises ist pure Spekulation".

Der ganzen Artikel ist hier zu finden: http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=8878

Der Artikel basiert auf den Resultaten eines Reports des US Senats vom Juni 2006, der aufgrund der aktuelen Entwicklung nur noch aktueller geworden ist: The US Senat's Permanent Subcommittee on Investigations report on “The Role of Market Speculation in rising oil and gas prices,”. Dieser Report kommt zum Schluss: “…there is substantial evidence supporting the conclusion that the large amount of speculation in the current market has significantly increased prices.”

Der Lead des CRG-Artikels:
The price of crude oil today is not made according to any traditional relation of supply to demand. It’s controlled by an elaborate financial market system as well as by the four major Anglo-American oil companies. As much as 60% of today’s crude oil price is pure speculation driven by large trader banks and hedge funds. It has nothing to do with the convenient myths of Peak Oil.

Freitag, 13. Juni 2008

Feindbild China

China mutiert zusehends zum Feindbild des Westens.
Bei aller berechtigten Kritik: Das ständige mediale "mit-dem-Finger-Zeigen" weist immer auch auf den Absender zurück. Die Beschwörung der "gelben Gefahr" hat einen handfesten, wohl allen bekannten Hintergrund: Konkurrenz. Die Verteufelung eines Konkurrenten als "Bedrohung" hat Tradition, nicht nur in der globalen Politik und Wirtschaft. Chinas wird bei allen "grossen", globalen Fragen der zukunft eine zentrale Rolle spielen, sei es Wasser, Oel oder andere Ressourcen, sei es Klima und Umwelt oder Sicherheit. China ist daran, diese Zukunft als globaler Player wahrzunehmen.

Die renommierte Organisation International Crisis Group mit exellenten internationalen Kontakten hat eben einen Bericht zur Rolle Chinas in der Oelfrage veröffentlicht, der doch Einiges zurechtrückt. Nachzulesen unter http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=5478&l=1.

Die Botschaft des Berichts: Statt Verteufelung, Koperation, gemeinsames Vorgehen, wirklich globale und nicht kurzsichtige, regionale Interessenpolitik:
"China’s energy needs have led it to play a more prominent role in international markets in recent years. This has generated concerns about the potential impact on other countries’ energy security, and global and regional security generally. These are largely overstated, but China could take a number of steps, as its policymaking and implementation evolves, which would help create a more cooperative international environment on both energy and wider security issues."

Inhaltlich sehr ähnlich, aber in der Tonalität viel deutlicher ist eine sehr spannende Sammlung von Beiträgen zur Thematik: "China erobert Afrika" aus asiatischer Sicht in "Chinas New Role in the South" der asiatischen Polit-NGO "Focus on the Global South":
"What I find a bit reprehensible is the tendency of certain Western
voices to ... rais[e] concerns about China’s attempt to get into the
African market because it is a bit hypocritical for Western states to be
concerned about how China is approaching Africa when they have had
centuries of relations with Africa, starting with slavery and continuing
to the present day with exploitation and cheating."

Die Studie ist downloadbar unter:
http://www.focusweb.org/china-s-new-role-in-africa-and-the-south-a-search-for-a-new-
perspective-2.html?Itemid=111