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Dienstag, 11. Oktober 2011

Süd-Sudan: Ausverkauf der Zukunft?

Landwirtschaft Südsudan (Bild: Gurtong.net)
Alle sprechen vom Öl im Süd-Sudan. Kein Wunder: Rund dreiviertel der bekannten Ölvorkommen des Sudan liegen im Boden der neuen Republik Süd-Sudan. Doch der junge Staat am Weissen Nil verfügt über ein anderes Gut, das bald viel wichtiger sein wird als Öl: fruchtbares Land – oder noch präziser: Wasser.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Sudan: "Der Krieg muss nicht unbedingt kommen."

Omar al-Bashir, Präsident des Sudan
"Entgegen den Erwartungen vieler Aussenstehender muss der Krieg nicht unbedingt kommen".  ("Despite many outsiders’ expectations, war is not necessarily likely").
Noch so gerne multipliziert Contextlink diese optimistische Einschätzung, des dem US-Geheimdienst nahestehende Thinktanks "Stratfor".
Startfor ist überzeugt, Krieg sei nicht die einzige - oder gar erste - Option der Zentralregierung um Präsident Omar al-Bashir in Khartum. Vielmehr habe sie sehr wohl auch ein friedliches Szenario für den Fall des sehr wahrscheinlichen Entscheids der Bevölkerung des Südsudans für die Unabhängigkeit im Referendum vom kommenden 9. Januar.
Stratfor erachtet offenbar die Aussagen eines sudanesischen Regierungssprechers gegenüber UN-Diplomaten in Khartoum diese Woche für glaubwürdig, die Regierung würde auch einen Entscheid der Bevölkerung des Südsudans gegen einen Verbleib im Sudan akzeptieren. Botschafter Rahamtallah Mohamed Osman, Unterstaatssekretär im sudanesischen Aussenministerium, widersprach diese Woche gegenüber den Botschaftern der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates dem Gerücht, Karthum plane - aus Angst vor der Niederlage - eine Verschiebung des Referendums. Die Volksbefragung im Südsudan finde am 9. Januar statt und man werde das Resultat akzeptieren, wenn das Referdendum "unter freien und fairen Verhältnissen" durchgeführt werde.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Sudan: Vor dem 38. Bürgerkrieg?


Am 9. Januar stimmt der Südsudan über seine Unabhängigkeit ab. Alles andere als der Beginn eines neuen Bürgerkriegs - es wäre der 38. Bürgerkrieg zwischen dem Nord- und Südsudan - wäre eine sehr positive Überraschung. Internationale Komplikationen sind unvermeidbar. Und dabei geht es nicht um die von den Medien forcierte Frage der Religion Muslim vs. Christentum. Es geht, wie meist, um die Macht zwischen Stämmen, respektive um die Machtinteressen ihrer Chefs und ... um Öl. Al-Jazeera hat diesen leisen Report gesendet:

Montag, 16. März 2009

Venezuelas Oel Soap Opera

Ein DOK - natürlich von Al-Jazeera - als Hintergrund zu einem der in den westlichen Medien meistgescholtenen Stars der 3. Welt: Hugo Chavez.

Chavez Erfolg heisst Oel, mit den Einnahmen des staatlichen Oelmultis PDVSA finanziert "Onkel Hugo" seine sozialistische Revolution.

Bei allem Zynismus und der Kritik dieses Al-Jazeera-Films von Lucinda Broadbent und Aimara Reques an Chavez: Er zeigt auch, warum Chavez in Venezuela Erfolg hat und warum er für viele Arme dieser Welt ein Idol ist.

Ein Satz aus dem Film klingt bei mir besonders nach: "Die USA finanzieren Venezuelas Revolution".

Teil 1:




Teil 2:




Teil 3:




Teil 4:

Dienstag, 28. Oktober 2008

Liste bedrohter Staaten

Dies ist meine Uebersetzung eines Teils der Wochenanalyse des privaten US-amerikanischen Nachrichtendienstes Stratfor (genannt "Schatten-CIA") von 26.10.08.

1. Die nächsten Entwicklungen in Europa:

"Europäische Banken sind viel weniger gesund als die amerikanischen, und die Banken Schwedens, Ungarns, Oesterreichs, Griechenlands und Italiens stehen am Rande einer Katastrophe.

Europa scheint nahe an einem Bankenkollaps mit Schneeballeffekt und anders als die USA verfügt Europa nicht über ein Rechtssystem, um den Bankensektor zu regulieren und noch weniger über eine Möglichkeit, das ganze System bei einem Scheitern von den Auswirkungen eines Zusammenbruchs grosser Unternehmen abzuschotten. Dies ist mit Sicherheit das nächste grosse Ding, um das wir uns kümmern müssen, während die Krise sich weiterentwickelt."

2. Gefährdete Staaten:

"Dies ist eine Auswahl von Ländern, die, angesicht der veränderten Rohstoffeinahmen, Liquditätsproblemen oder Zusammenbrüche von Kreditmärkten, besondere akute Probleme habe werden: Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Island, Bulgarien, Schweden, Griechenland, Italien, Russland, Ukraine, Mexiko, Brasilien, Argentinien, Venezuela, Pakistan, Vietnam und Südkorea."

Eine spezielle Analyse von Stratfor beschäftigt sich mit Italien:

"Italy: Preparing for the Financial Storm" titelt Stratfor.

"Italien wird die Auswirkungen der Finanzkrise besonders stark spüren, weil das Land sehr stark dem Banken-Markt in Zentral (Ost-) Europa und im Balkanausgesetzt ist welche sich auf dei schmerzhaftesten Folge der Finanz- und Kredit-Krise gefasst machen muss. Eine (daraus folgende) Krise i Italien könnte sich auf ganz Europa ausbreiten.

Heute ist offenbar der Verwaltungsrat der grössten italienische Bank, Intesa Sanpaolo, zusammengekommen, um seine Businesspläne neu zu beurteilen.

Weiter mit dem Stratfor-Wochenanalyse:

3. Die Bedeutung des billigere Oels:

"Der Oelpreis ist um 55% zurückgegangen, er hat über 40 Dollar verloren im letzten Monat. Genauso wie die hohen Oelpreise diesen Sommer das globale Kräfteverhältnis beeinflusst hat, tut das jetzt auch der tiefe Oelpreis.

Wir können davon ausgehen, dass der Börsensturz zu Ende geht, aber es scheint unausweichlich, dass die Weltwirtschaft in eine weitreichende Rezession fällt, welche zum Beispiel in Europa auch sehr stark ("deep") sein könnte. Dies wird die Oelpreise mittelfristig noch weiter drücken. Wir müssen versuchen abzuschätzen, wie Staaten, die stark von den Oeleinnahmen abhängig sind - wie Venezuela oder Iran zum Beispiel - damit umgehen."


4. Wie weit wird die USA absinken?

"Die Good News sind, dass sich die Kapitalkrise weiter entspannt. .... Das Geld der Welt fliesst in de USA und deshalb kann sich die Welt nur erholen, wenn sich die USA erholen. Und so warten und schauen wir."

Samstag, 11. Oktober 2008

Verantwortungslose Panikmache der Medien? – Nein: Hysterie in der Finanzwelt.

Seit Tagen berichten wir in den Medien über die Finanzkrise. Es gibt zur Zeit nichts wichtigeres. Täglich stehen wir in persönlichem Kontakt nicht nur zu den Kommunikationsverantwortlichen der Banken und der Finanzpolitik. Dank persönlichen Beziehungen – oder vielleicht auch nur, weil sie es angesichts der Lage für nützlich halten - reden wir immer mal wieder auch mit den Mächtigen persönlich.

Angst vor der Panik
Hinter vorgehaltener Hand raunen sie uns vertraulich zu: „Wenn nur nicht die Sparer morgen vor den Schaltern der Banken Schlange stehen. Dann bricht alles zusammen.“ Um uns gleich in die Verantwortung zu nehmen: Es wäre verantwortungslos, jetzt in den Medien darüber zu reden. Wir Medienschaffenden sind eben verantwortungsvoll  - oder sind wir nur stolz, von den Mächtigen ins Vertrauen gezogen zu werden und wollen einfach nur auch künftig auf ihre Nähe zählen dürfen? – darum berichten wir nur ansatzweise über das, was man uns vertraulich wissen lässt.

Folgsame Medien
Wir diskutieren in der Redaktion, ob wir es verantworten können, einen Artikel zu schreiben, dass die Aussagen unserer Wirtschaftsministerin, man werde eine Grossbank wie die UBS nicht Bankrott gehen lassen, schlicht Mumpitz ist, weil die Schweiz gar nicht die Mittel dazu hätte. Wir berichten nicht darüber, dass in Bankenkreisen darüber diskutiert wird, ob die Europäische Zentralbank, auf deren Hilfe die Schweiz zur Rettung der UBS angewiesen wäre, uns wirklich helfen würde. Dass man munkelt Frau Merkel, die mit ihrer Ankündigung der Einlagensicherung sicher nicht zur Beruhigung der Gemüter beigetragen hat, sondern eine eigentliche Welle von Staatsinterventionen losgetreten hat, hätte wohl eher die Rettung einer deutschen Bank im Sinn als die Sicherung eines Konkurrenten und dass als Gegenleistung einer europäische Rettung der UBS wohl zumindest das Bankgeheimnis geopfert werden müsste.

Hilflose Politik
Die Zurückhaltung der Schweizer Politik ist mitnichten Besonnenheit oder staatsfräuische Gelassenheit, sondern schlicht Macht- und Hilflosigkeit. Die PolitikerInnen haben genauso wenig eine Lösung für die aktuellen Probleme, wie ihre Berater aus der Finanzwelt.

Beschuldigungen/Unterstellungen
Trotzdem müssen wir uns gefallen lassen, wir würden „verantwortungslos Panik säen“, zum Beispiel wenn wir über den Fakt berichten, dass nicht nur die Sparer, sondern auch Unternehmen und Pensionskassen ihre Gelder zu den Kantonalbanken umlagern. Schlimmer noch, wir werden beschuldigt, „Positivmeldungen zu unterschlagen“, zum Beispiel der sinkende Benzinpreis.

Positiv-Signal Benzinpreis?
Dabei kommt mir gerade bei dem Thema ziemlich die Wut hoch. Gerne würde ich endlich wissen, wer da mit einer wirklich verantwortungslosen Spekulation den Oelpreis in den vergangenen Monaten hochgetrieben hat und Milliarden verdient auf Kosten nicht nur der Milliarden von Autofahren, sonder ganzer Branchen, welche die erhöhten Oelkosten wiederum auf die gewöhnlichen Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben haben. Via höherer Preise bei Nahrungsmitteln, Mieten, etc..

Schuld ist der Ueberbringer der Botschaft
Wir Medien – „Du persönlich,“ sagt man mir wirkungsheischend vertraulich - sollen unsere Verantwortung wahrnehmen und „nicht auf Panik machen“.
Das macht mich wirklich wütend: Erstens sind es definitiv nicht wir, die Medien, sondern genau die Kreise, die jetzt unsere Verantwortung anmahnen, die in den letzten Wochen und Monaten Milliarden von Vermögen vernichtet haben. Nicht nur Firmen, Vermögen und zahlreiche persönliche Träume haben sie zerstört, sondern auch unser Vertrauen in das Funktionieren dieses Systems, das uns - wenn nicht als heilig, so zumindest - als natürlich, verkauft wurde. Dieses System der freien Marktwirtschaft verbunden mit der Heilsversprechung, wir würden ja alle davon profitieren. Was ja zumindest für uns Mitteleuropäer grossmehrheitlich ja auch stimmt. Nur haben andere, nämlich diejenigen, die uns das Heil versprochen haben, noch mehr davon profitiert.

Hysterie in der Finanzwelt
Und wo ist sie denn die Panik, die wir angeblich geschürt haben? Sie ist da, aber nicht bei den gewöhnlichen Leuten, die wir aufgehetzt haben sollen. Nirgends die befürchteten langen Schlange vor den Bankschaltern. Die gewöhnlichen Leute bleiben ruhig – vielleicht nur resigniert. Die Panik ist INNERHALB des Systems längst ausgebrochen – mehr noch, es herrscht eine eigentliche Hysterie bei den Tätern in der Finanzwelt.
Das grosse praktische Problem der Finanzwelt ist aktuell der Zusammenbruch des Interbankengeschäfts. Die Banken trauen sich gegenseitig nicht mehr über den Weg und geben sich die nötige, für das System überlebenswichtige Kredite. Die Politik pumpt Hunderte Milliarden an Steuergeldern in die Finanzwelt im Bemühung, das System zu stützen, aber die Anleger, die Spekulanten und Börsenhändler, welche zuvor unanständig abgesahnt hatten, glauben nicht mehr an das System – vielleicht weil sie es durchschauen. Sie verkaufen inzwischen panikartig und zu Schleuderpreisen auch Aktien von Firmen, die bis vor Kurzem als absolut sichere Werte gegolten haben. Die Börsen brechen Negativrekorde. Dies ist längst keine Panik mehr, sondern eine eigentliche Hysterie.

Und diese Hysterie zerstört das ganze Wirtschaftssystem, von dem wir alle abhängig sind, ob wir wollen oder nicht. Es zerstört Jobs/Arbeitsplätze, unsern Wohlstand, und vielleicht unsere Zukunft.

Die Steuerzahler bezahlen doppelt
Eine Lektion haben wir mit dieser Finanzkrise definitiv gelernt – nein, eigentlich wussten wir das ja schon zuvor: Die Zeche bezahlen immer wir, die ganz normalen Einwohnerinnen und Einwohner dieses Landes, die Steuerzahler. Und zwar nicht nur über die Steuern, mit denen die Rettungspakete finanziert werden, sondern auch mit einem Wohlstandsverlust. Die Finanzkrise verursacht eine Rezession und wohl auch eine Inflation. Geduldig haben  die Arbeitnehmer in den letzten Jahren darauf verzichtet, ihren Anteil an den exorbitanten Gewinnen der Wirtschaft einzustreichen. Während die Wirtschaftsbosse und die Finanzwelt fette Gewinne machten, mussten viele Arbeitnehmer gar Kaufkraftverluste und Kauf nehmen, zum Beispiel wegen skrupellosen Spekulationsgewinnern im Energiebereich.
Und mit der Finanzkrise und der angekündigten Rezession, sind auch die Hoffnungen der Arbeitnehmer geschwunden, bei der anstehenden Lohnrunde diesen Herbst endlich auch ein paar Krümel mehr abzubekommen.

Die Arbeitgeber pochen unter Hinweis auf die dunklen Wirtschaftswolken „auf das Verständnis“ der Arbeitnehmer, und diese werden wohl ihren Frust ein weiteres Mal runterschlucken.

Keine Alternative
Niemand wird auf die Strasse gehen oder den aktuellen Politikern die Gefolgschaft verwehren. Denn es gibt keine wirkliche Alternative, weder zu unserer hilflosen Demokratie noch zum System der Marktwirtschaft. Und trotz zunehmender Unsicherheit machen die Meisten eine nüchterne Bilanz: Uns geht es objektiv noch immer gut. Und zumindest in meinem persönlichen Umfeld kenne ich bisher niemanden, der z.B. seine Ferien in Aegypten oder in der Karibik abgesagt hätte.

Dienstag, 17. Juni 2008

Spekulation Oelpreis II

Kaum habe ich den untenstehenden Post zur Spekulation um den Oelpreis ins Netz gestellt, finde ich in der BaZ-Online, wie als offizielle Bestätigung, diese Meldung:


Börse geht mit Handelslimits

gegen Manipulation bei Öl vor

Washington. sda/reuters/baz. Im Kampf gegen eine Manipulation des Ölpreises wird die Londoner Future-Börse ICE erstmals den Handel mit Terminkontrakten regulieren.

Die zuständigen Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien bewegten nach eigenen Angaben vom Dienstag die Börse dazu, Limits auf den lebhaften Handel mit West Texas Intermediate (WTI) einzuführen.

Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen CFTC werde auch andere Handelsplätze ausserhalb der USA dazu auffordern, ähnliche Begrenzungen einzuführen. Der Markt für Rohöl könne bislang leicht manipuliert werden, erklärte die CFTC.

US-Politiker drängen die CFTC seit Monaten dazu, mit einer schärferen Aufsicht gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Ölpreis-Anstieg mitverantwortlich gemacht werden.

Oelpreis und Spekulation


Brav drucken die Medien seit Tagen die Erklärungen der Oelindustrie zum hohen Oelpreis und speziell zum Dieselpreis ab. Hauptargument ist selbstverständlich wie immer das heilige Gesetz des Marktes: Nachfrage bestimmt Preis. Die Nachfrage nach Oel (und speziell nach Diesel) ist enorm gestiegen in den letzten Monaten und Wochen. Schuld sind neben dem gestiegenen lokalen Bedarf (Diesel Schweiz 2007 plus 7,3%) einmal mehr natürlich die grossen Konkurrenten des Westens China und Indien.
Die speziellen Preissteigerung beim Diesel von mehr als 50 Rappen innerhalb eines Jahres wird weiter mit der speziellen Knappheit des Gutes erklärt, weil bei der Raffinierung eines Fasses Rohöl (159 Liter) nur rund 40% Diesel produziert wird. Warum dann aber der Preis für das "normale Benzin", von welchem bei der Raffinierung nur 20 bis 40% abfallen, weniger stark gestiegen ist als beim Diesel, wird nicht erklärt.

Der Oelpreis wird an der Börse gemacht. Dass der Preis an der Börse von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ist bekannt. Wenn die Opec die Förderhahnen etwas aufdreht, sollte der Preis sinken und umgekehrt. Nur: Es wird noch an einer ganz anderen Schraube gedreht: an der Spekulationsschraube.
Mit Markt hat das wenig zu tun oder höchsten mit der Manipulation des Oelmarktes. Auch beim Oel bereichern sich Einige schamlos auf Kosten der Allgemeinheit, indem sie den Oelpreis künstlich in die Höhe treiben. Besonders stossend daran ist, dass es gerade die auf Oel spezialisierten Finanzmärkte selbst sind, die den Preis zu ihren Gunsten manipulieren, in direkter Absprache mit den wichtigsten Oel-Multis.

Die kanadische "Center of Research on Globailsation" (CRG) hat am 2. Mai 2008 einen Artikel mit dem Titel "60% des Oelpreises ist pure Spekulation".

Der ganzen Artikel ist hier zu finden: http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=8878

Der Artikel basiert auf den Resultaten eines Reports des US Senats vom Juni 2006, der aufgrund der aktuelen Entwicklung nur noch aktueller geworden ist: The US Senat's Permanent Subcommittee on Investigations report on “The Role of Market Speculation in rising oil and gas prices,”. Dieser Report kommt zum Schluss: “…there is substantial evidence supporting the conclusion that the large amount of speculation in the current market has significantly increased prices.”

Der Lead des CRG-Artikels:
The price of crude oil today is not made according to any traditional relation of supply to demand. It’s controlled by an elaborate financial market system as well as by the four major Anglo-American oil companies. As much as 60% of today’s crude oil price is pure speculation driven by large trader banks and hedge funds. It has nothing to do with the convenient myths of Peak Oil.

Freitag, 13. Juni 2008

Feindbild China

China mutiert zusehends zum Feindbild des Westens.
Bei aller berechtigten Kritik: Das ständige mediale "mit-dem-Finger-Zeigen" weist immer auch auf den Absender zurück. Die Beschwörung der "gelben Gefahr" hat einen handfesten, wohl allen bekannten Hintergrund: Konkurrenz. Die Verteufelung eines Konkurrenten als "Bedrohung" hat Tradition, nicht nur in der globalen Politik und Wirtschaft. Chinas wird bei allen "grossen", globalen Fragen der zukunft eine zentrale Rolle spielen, sei es Wasser, Oel oder andere Ressourcen, sei es Klima und Umwelt oder Sicherheit. China ist daran, diese Zukunft als globaler Player wahrzunehmen.

Die renommierte Organisation International Crisis Group mit exellenten internationalen Kontakten hat eben einen Bericht zur Rolle Chinas in der Oelfrage veröffentlicht, der doch Einiges zurechtrückt. Nachzulesen unter http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=5478&l=1.

Die Botschaft des Berichts: Statt Verteufelung, Koperation, gemeinsames Vorgehen, wirklich globale und nicht kurzsichtige, regionale Interessenpolitik:
"China’s energy needs have led it to play a more prominent role in international markets in recent years. This has generated concerns about the potential impact on other countries’ energy security, and global and regional security generally. These are largely overstated, but China could take a number of steps, as its policymaking and implementation evolves, which would help create a more cooperative international environment on both energy and wider security issues."

Inhaltlich sehr ähnlich, aber in der Tonalität viel deutlicher ist eine sehr spannende Sammlung von Beiträgen zur Thematik: "China erobert Afrika" aus asiatischer Sicht in "Chinas New Role in the South" der asiatischen Polit-NGO "Focus on the Global South":
"What I find a bit reprehensible is the tendency of certain Western
voices to ... rais[e] concerns about China’s attempt to get into the
African market because it is a bit hypocritical for Western states to be
concerned about how China is approaching Africa when they have had
centuries of relations with Africa, starting with slavery and continuing
to the present day with exploitation and cheating."

Die Studie ist downloadbar unter:
http://www.focusweb.org/china-s-new-role-in-africa-and-the-south-a-search-for-a-new-
perspective-2.html?Itemid=111