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Freitag, 17. September 2010

Ghana erreicht Millennium-Ziele. Armut und Hunger bis 2015 halbiert.

Es gibt sie doch, die Erfolgsstories aus Afrika:
Ghana ist auf dem besten Weg, das Millenium Goals im Bereich "Armut und Hungers" zu erreichen. Die ehemalige "Goldküste ist damit das erste Land Afrikas, das dieses Ziel erreicht.

Das Millenium-Ziel 1 lautet:
Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  • Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die weniger als den Gegenwert eines US-Dollars pro Tag zum Leben haben.
  • Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden.

Den Erfolg Ghanas nachgewiesen hat das britische Overseas Development Institute (ODI) in einer heute veröffentlichten Studie (Download der Studie hier):
Ghanas nachhaltiges Wachstum der Landwirtschaft. ("Ghana’s sustained agricultural growth: Putting underused resources to work")

Das sind die "Schlüsselbotschaften" der Studie:
1. Mit einem jährlichen Wachstum der landwirtschaftlichen Produktion um mehr als 5 % gehört Ghana zu den Top5 der Welt. Dies hat zur massiven Verringerung der Armut und Unterernährung beigetragen, und Ghana wird das Millennium-Ziel 1 noch vor 2015 erreichen.
2. Seit 1983 wurden mit Wirtschaftsreformen wichtig Bedingungen für private Investitionen geschaffen, welche speziell die Kakao-Produktion gefördert haben. Der Schlüssel dazu war die politische Führung,  unterstützt durch eine funktionierende Partnerschaft zwischen Regierung und Geldgebern.
3. Dank der Erhöhung der Nahrungsmittel-Produktion pro Kopf um mehr als 80% seit anfangs der 80er Jahre ist Ghana heute weitgehend Selbstversorger bei den Grundnahrungsmitteln(u.a. auch Maniok/Kassava und Yams).

Mittwoch, 8. September 2010

Weltwirtschaftskrise: Den höchsten Preis bezahlen - natürlich - die Entwicklungsländer

 Sie haben die Weltwirtschaftskrise (Finanzmarktkrise) nicht verursacht, aber sie bezahlen - natürlich, wiedereinmal - den höchsten Preis: Die ärmsten Länder dieser Welt. Eine Studie der grossen britischen NGO Oxfam zeigt, welch verheerenden Löcher die vom Westen verursachte Finanz- und Wirtschaftskrise in den Hauhsalten der 56 ärmsten Länder des Südens gerissen hat: 65 Milliarden USDollar Mindereinnahmen. Dies entspricht einem Rückgang der Staatseinnahmen dieser Läner um 60%. (siehe auch Artikel "Blog Steuergerechtigkeit").

Gemäss der Oxfam-Studie haben die betroffenen Länder 2009 zunächst versucht, mit antizyklischen Ausgabensteigerungen gegenzusteuern, insbesondere im Bereich der Armutsbekämpfung. Aber jetzt seien diese Staaten gezwungen, die Ausgaben für dieses Jahr drastisch zu verringern. Betroffen sind dabei insbesondere auch die für die ärmsten Bevölkerungsschichten sensibelsten Bereiche Gesundheit, Bildung und Grundnahrungsmittel.

Welche gravierenden, auch politischen Auswirkungen das haben kann, hat eben das Beispiel Mocambique gezeigt. Dort musste heute die Regierung die Mitte August beschlossenen Verteuerungen  für Energie, Wasser und vor allem für Brot zurücknehmen. Tausende von wütenden Menschen gingen in den Armenvierteln Maputos auf die Strasse ("Aufstand der Armen"), um sich gegen die Erhöhung der Preise auf Grundnahringsmittel zu wehren. Die Polizei liess scharf auf die Demonstarnten schiessen. Es gab 7 Tote.

Übrigens: Der grosse Erfolg der Mobilisierung der Menschen für die "Brotkrawalle" in Mosambik wird dem Einsatz von SMS zugeschrieben:
Das Mobiltelefon ist in den Entwicklungsländern inzwischen das mit Abstand wichtigste Kommunikationsmittel. Die Telefone sind sehr billig, und praktisch alle Menschen, auch die sehr armen, verfügen über ein Handy.
Im Vorfeld der Uuruhen haben praktisch alle Telefonbesitzer in Mapto/Mosambik  ein anonymes SMS erhalten:
"Mosambikaner, macht Euch bereit am grossen Streiktag teilzunehmen. Lasst uns gegn die Erhöhung der Preise auf Energie, Wasser, Minibusse und Brot potestieren. Sednet dieses SMS weiter an andere Mosambikaner."  

Mittwoch, 25. August 2010

Niger: Die stille Katastrophe

Bild: AFP
Alle reden von Pakistan. Viele spenden. Das ist gut so - und nötig. Doch wer spendet für Niger? Wer nimmt überhaupt wahr, dass im medialen Schatten von Pakistan auch die Menschen im Sahelstaat Niger dringend Hilfe brauchen?

Die Hungerkatastrophe im Niger war schon länger angekündigt (siehe auch Contextlink). Anfang Februar dieses Jahres hat die UNO einen dringenden Appell zur Bereitstellung von Hilfsgütern für den Niger an die Staaten der Welt gerichtet, um die sich abzeichnende Hungerkatastrophe in diesem Sommer zu verhindern oder zumindest zu mindern. Doch mitten im damaligen Hilfs-Hype um Haiti sind die Appelle verhallt. Es ist längst nicht genug Geld zusammengekommen.
Und so ist sie eingetroffen, die angekündigte Hungerkatastrope. 3 von 5 Menschen im Niger, rund 5 Millionen sind betroffen. Doch: "Ein Unglück kommt selten allein". Am 22. Juli trat der Fluss Niger nach heftigen Regenfällen über die Ufer und nach erneut ausgiebigen Niederschlägen Anfang August sind grosse Teile des Landes entlang des Flusses, wo 80 Prozent der Menschen leben, überflutet. Der Niger stand seit 80 Jahren nicht mehr so hoch.

Es gibt nur wenige Bilder aus dem Niger, weil die (West-)Medien kaum über die Katastrophe berichten. Ausnahme ist einmal mehr die BBC, sie hat gestern ein paar Bilder ins Netz gestellt.
Worldvision New Zealand hat Mitte August das folgende Video veröffentlicht (bisher 108 visits auf YouTube!!!)


Die UNO schätzt, dass bisher rund 110'000 Menschen vor den Wassermassen fliehen mussten. Die Zahl der Toten wird mit "mindestens 6" angegeben.
Diese Zahlen scheinen im Vergleich zu Pakistan unbedeutend, doch im Verhältnis zur Grösse, ist die Katastrophe vergleichbar. (Wobei ein solcher Vergleich an sich schon absurd ist.)
Die Flut verstärkt die bereits stattfindende Hungersnot und verursacht zusätzliche Probleme:  Krankheiten wie Malaria und Cholera nehmen zu, die Lebensmittelpreise schnellen in die Höhe, etc.. Die UNO hat inzwischen einen Not-Fonds von 15 Millionen USDollar eingerichtet. Sie erreicht aber bisher nur etwa 40% der Bedürftigen. Nötig wären kurzfristig rund 100 Millionen Dollar Hilfsgelder. Ein Klacks verglichen mit dem, was die Welt zur Zeit nach Pakistan schickt.

Die aktuelle Flut im Niger hat nicht nur unmittelbar verheernde Auswirkungen. Sie sorgt auch dafür, dass die Menschen in Niger wohl auch nächstes Jahr wieder hungern werden. Die UNO schätzt, dass etwa die Hälfte der unterernährten Kinder unter zwei Jahren nicht überleben werden. So willkommen Wasser in der verdorrenden Sahelzone ist, der Regen sollte mässiger, dafür regelmässiger fallen. Die aktuellen Ueberschwemmungen sorgen dafür, dass nicht nur wichtige Infrastruktur (Häuser, Strassen) zerstört wird, die Hochwasser haben auch zahlreiche Pflanzungen und Felder zerstört, so dass die Ernten im Herbst ausfallen werden. Und damit werden erneut zuwenig Nahrungsmittel für das nächste Jahr zur Verfügung stehen.

Eine endlose Story. Fortsetzung wohl im nächsten Februar, wenn der nächste Hilfsapell der UNO für den Niger verhallen wird.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Hunger-Alarm für Niger: Wen interessiert das schon?

Zum Bild: ja, dieses Bild habe ich schon einmal auf Contextlink verwendet. Ich bring's ganz bewusst nocheinmal. Das Kind (aus dem Kongo) ist mit Sicherheit schon längt verhungert, aber an der Situation hat sich nichts verändert.

Die Welt zelebriert zur Zeit die Hilfe für Haiti. Gut für die Haitianer.
Dabei gibt es zahlreiche Katastrophen auf dieser Welt, die von den Medien unbeachtet täglich geschehen, weniger spektakulär, wenn auch nicht minder dramatisch.
Es gibt auch Katastrophen, die sich ankündigen und die vermieden werden könnten, wenn rechtzeitig internationale Hilfe mobilisiert und organisiert würde. Für relativ wenig Geld.

Die UNO hat eben - einmal mehr - einen dringenden Hilfsappell für den Niger an alle "Partner" gerichtet. Doch die Medien berichten nicht darüber. Sogar in Google muss man lange suchen, um neben dem offiziellen UNO-Verlautbarung eine "Multiplikation" des Alarms zu finden. Schon gar nicht in einem Medium im reichen Westen, wo das Geld herkommen müsste.
Haiti ist viel sexier als Niger, und Haiti besetzt zur Zeit das Feld "Hilfe/Spenden" der Medien und damit ist der Wohltätigkeitsbedarf der reichen Menschen bis auf weiteres befriedigt.

Nach Schätzungen der UNO sind in den nächsten Monaten gut 5 Millionen Menschen, 3 von 5 der Bevölkerung des Nigers, vom Hunger bedroht. Es wird wohl im kommenden Sommer wieder die schrecklichen Bilder hungernder Kinder brauchen, den "CNN-Effekt" wie das der Spiegel bei der letzten Hungerkatastrophe im Niger 2005 nannte, dass dann wenigstens ein Alibi-Notprogramm zustande kommt. Es wird nicht nur zu spät kommen, sondern erst noch viel teurer sein, als wenn jetzt die Hilfe organisiert würde.

Dabei wissen alle, was "passieren" wird. Was 2005 galt, gilt auch 2010: "Die ignorierte Hungerkatastrophe", titelte der Stern 2005 auf dem Höhepunkt des Dramas in Niger , dem zweitärmsten Land der Welt. Und der Lead dazu: "Bereits seit Monaten warnen die Vereinten Nationen vor der Nahrungsmittelknappheit im Niger. Doch die internationale Gemeinschaft spendete nicht. Nun sind fast eine Million Kinder vom Hungertod bedroht."

Das können wir gleich copy-pasten im nächsten Sommer. Die Medien gefallen sich dann wieder in der Rolle der Ankläger. Man hätte "wieder einmal zu spät" reagiert (anderes Besipiel von 2005: CBS-News). Ich wette aber, kein einiges westliches Medium schickt jetzt rechtzeitig ein Reportage-Team nach Niamey, Maradi oder Zinder (das sind Städte im Niger; nie gehört oder?), um über die Situation zu berichten.

Herzergreifende, dramatisch inszenierbare Stories gäbe es genug: "Ein Großteil der Bevölkerung muss mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen, 63 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Kindersterblichkeit ist extrem hoch. 80 Prozent der Kleinkinder unter fünf Jahren sterben an Malaria und Durchfall." (Zitat aus einem Situationsbericht der Caritas vom Juli 2009). Oder: "Rund 80 Prozent der Jugendlichen in der Hauptstadt Niamey finden keine Erwerbsmöglichkeit. Ihr Traum von Freiheit und Unabhängigkeit endet häufig auf der Straße mit ausbeuterischen Arbeitsstrukturen oder in der Kleinkriminalität." (ebenda).

Doch ich sehe vor meinem geistigen Auge schon, wie der verantwortliche TV-Produzent leicht genervt gähnt als Reaktion auf den entsprechenden Niger-Vorschlag eines einsamen Reporters: "Hey, da geht niemand hin oder kannst Du mir EIN wichtiges Medium nennen, das darüber berichtet hat?" Recht hat er. Ein internationales Thema ist erst verkaufbar, wenn breit, also möglichst von allen Medien, darüber berichtet wird. Exklusivität ist nicht gefragt. Nur "more of the same" verkauft sich.

Und die Chancen sind gleich null, dass die internationale Medienkaravane, die zur Zeit Haiti verlässt, weil das Interesse ihrer Zuschauer inzwischen bis zum Letzten ausgewrungen ist, ihre Zelte als Nächstes im unwirtlichen Sahel aufschlägt. Mit dem Niger und einer sich erst ankündigenden Katastrophe macht man keine Quoten.
Niger ist geopolitisch absolut unwichtig. Vielleicht verirrt sich ein Hollywoodstar auf Abenteuerurlaub in die Sahara. Dann könnte man den vielleicht entführen. Oder vielleicht könnten Madonna oder Angelina mit einer Sekte von Gesundbetern ein paar herzige Neger-Kinderchen zur Adoption entführen. Doch die Medien-Massen würde auch dadurch wohl nicht angelockt.

Und so wird's halt wieder "passieren". Diesmal sind nicht wie 2005 die Heuschrecken Schuld an der Hungersnot. 2010 sind noch viel mehr Menschen gefährdet als damals. Der Niger ist so abgewirtschaftet, die Bevölkerung inzwischen so verarmt, dass die ungenügenden Regenfälle im Herbst 2009 ausreichen, um die Katastrophe im Sommer 2009 auszulösen. 2,7 Millionen sind akut bedroht. Weitere 5,1 Millionen könnten zusätzlich betroffen sein. Die Hälfte der Bevölkerung hat laut Angaben der UNO nur noch Nahrungsmittelreserven für 2 Monate. Die nächste Ernte wird aber erst im kommend Oktober möglich sein.

Und so werden wir wohl etwa im Juli/August wieder die Bilder trauriger Kinderaugen und ausgemergelter Körperchen zu sehen bekommen. Oder sind es Bilder aus Somalia oder aus Äthiopien? Wer kann das schon unterscheiden, wer kann die Bilder überhaupt noch sehen?

Dabei würde ein Bruchteil der Hilfe, die jetzt für Haiti bestimmt ist - und dort zur Zeit gar nicht unter die Leute gebracht werden kann - ausreichen, um nicht nur die Katastrophe im Niger abzuwenden.

Rund 1 Milliarde Menschen werden 2010 gemäss UNO Hunger leiden. NUR 25 bis 40 Milliarden wären nötig, um die Welthungerkrise zu überwinden. Die Schweiz allein hat letztes Jahr fast doppelt soviel Geld allein zur Rettung einer einzigen Bank ausgeben.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Landgrab: Die grosse Jagd nach Land

Bild und Grafik: Spiegel.

Jetzt gibt es endlich auch mal einen guten Artikel zum "Landgrab" in einem deutsch-sprachigen Medium. Im "Spiegel". "Die grosse Jagd nach Land". Interessanterweise im Netz nur als PDF hier. Auf Spiegel.de gibt's auch noch eine schöne Bildstrecke dazu. Siehe auch den Contextlink-Beitrag zum Thema: "Das neue Objekt der Begierde: Land."

Der Lead des Artikels von Horand Knaup und Juliane von Mittelstaedt:

Regierungen und Investmentfonds erwerben in Afrika und Asien Ackerland, um Nahrungsmittel anzubauen – ein lohnendes Geschäft, weil die Preise rasch steigen. Das Milliarden-Monopoly führt zu einem modernen Kolonialismus, dem sich viele arme Länder notgedrungen unterwerfen.

Samstag, 18. Juli 2009

Nestlé-Chef Brabeck: Wasser-Alarm

Bild: powerhousemuseum.com: Der Gelbe Fluss bei Shapotou in China

Land, Landwirtschaftsland ist "Das neue Objekt der Begierde" (Contextlink). Aber natürlich wissen alle, die Land kaufen und/oder mit Land spekulieren, dass mit dem Land vor allem das Gut, der Rohstoff der Zukunft einhergeht: Wasser.
Das US-Polit-Magazin "Foreign Policy" nennt es "The Next Big Thing". In der entsprechenden Ausgabe der Foreign Policy tritt auch Nestlé-Präsident Peter Brabeck (im Bild links) als Autor auf mit einem flammenden Artikel zur Welt-Wasserproblematik. Brabeck hat sich schon früher gescheit und pointiert zur Wasserproblemtik geäussert. Z.B. in diesem Interview mit dem Tagi-Magi: "Kein Menschenrecht auf einen Swimmingpool", aber der Artikel in Foreign Policy hat eine andere Qualität. Es ist ein eigentlicher Wasseralarm.
Auch wenn Nestlé als Nummer 1 im Handel mit Wasser in Flaschen selbst gute Geschäfte mit dem Wasser macht und damit Teil des Problems ist, scheint mir Brabecks-Artikel um so bemerkenswerter. Und ich möchte ihn deshalb hier (fast) integral wiedergeben (meine Uebersetzung):

Während die Preise für Nahrungsmittel in den letzten zwei Jahren in die Höhe schossen, haben Staaten und staatlich gesponsorte Unternehmen still und heimlich Land rund um die Welt aufgekauft. ... Dabei geht es nicht um den Erwerb von Land, sondern um Wasser. Mit dem Kauf des Bodens ist das Recht verbunden, das Wasser zu nutzen, welches darin eingebunden ist - in den meisten Ländern eine kostenlose Dreingabe, die bald der wertvollste Teil des Deals sein könnte. Geschätzt auf der Basis einer Ernte pro Jahr entspricht das erworbene Land 55 bis 65 Kubik-Kilometer Frischwasser, das in diesem Land gebunden ist. Eine Menge, die etwa eineinhalb mal dem Inhalt des Hoover Staudamms entspricht. Weil dieses Wasser aber keinen Preis hat, übernimmt es der Investor tatsächlich gratis. Es mag nicht gerade das Szenario eines James Bond Films sein, aber der Ansturm zur Sicherung der knappen Wasserreserven in Agrargebieten ist trotzdem beunruhigend. Es bedeutet, dass wir nicht allzuweit von der nächsten Nahrungsmittelkrise entfernt sind.
Eigentlich ist der grosse Zugriff auf das Wasser (das grosse Wasser"grabschen", engl. grab) nur schlau und weitsichtig: Rund 70 Prozent des Frischwassers, das für den Gebrauch der Menschen dem Boden entnommen wird, geht in die Landwirtschaft. Der Grundwasserspiegel sinkt - in bestimmten Regionen mehrere Meter pro Jahr - und Flüsse trocknen aus, weil sie übernutzt werden. Die grössten Probleme beobachten wir in den wichtigsten Landwirtschaftsregionen der Erde: Im Osten Spaniens, in den Great Plains der USA, in Mittelost und in Nordafrika, in Teilen Pakistans, in Nordwestindien und im Nordosten Chinas. Wie der ehemalige Chef des Internationalen Instituts für Wassermanagement gewarnt hat, "riskieren wir jährliche Wasserverluste in der Grössenordnung der gesamten Getreideernte Indiens und der USA zusammen," wenn der aktuelle Trend anhält.
Wir würden besser eine Wasserpolitik entwickeln, die funktioniert, und zwar schnell. Es gibt Regionen dieser Welt, in denen Wasser nicht gratis ist, zum Beispiel Oman. Bauern müssen für die Infrastruktur bezahlen oder gemeinnützige Arbeit leisten, und weil Wasserrechte gehandelt werden können, hat das Wasser einen Preis. Omans System war während 4500 Jahren nachhaltig. Natürlich haben Preise und Handelbarkeit des Wassers Grenzen: Wir müssen auch genug Wasser zum Trinken und für die Basishygiene der Menschen garantieren, die nicht dafür bezahlen können und nicht zusätzliche Quoten für die Natur zur Seite legen. Marktmechanismen sowohl auf der lokalen (Handel mit Wasserrechten) und internationalen Ebene (multilateraler Freihandel in der Landwirtschaft) müssen Teil der Lösung sein. Aber wir müssen handeln, bevor der ständige Tropf der Ereignisse zu einer Sturzflut wird.

Bild: altes Wasser-Reservoir IWB Basel

Freitag, 17. Juli 2009

Das neue Objekt der Begierde: Land.

,Bild: Künstliche Bewässerung in der Wüste Saudiarabiens

Shonda Warner ist ein Produkt der Wallstreet. Die 45-Jährige ist die Protagonistin eines hervorragenden Artikels des US-amerikanischen Wirtschaftsmagazins FORTUNE mit dem Titel "Betting the Farm".
Frau Warner (im Bild links; Fortune) machte früher gutes Geld im Finanzbusiness. Als Derivathändlerin und Führungskraft im Hedgefonds-Business. Jetzt geschäftet sie zu Hause im ländlichen Kansas. Sie tut zwar noch immer das, was sie am besten kann: Spekulieren. Ihr Spekulationsobjekt ist aber nicht mehr virtuelles Geld, sondern ein sehr konkretes Gut: Land. Landwirtschaftsland. Farmen.
Shonda Warner betreibt eine Investment-Firma. Das heisst, reiche Leute, Firmen, Pensionskassenfonds, etc. geben ihr viel Geld, mit welchem sie - eben - Land kauft. Genauer: Sie kauft relativ billiges Farmland und vermietet es am Bauern. Ihren Investoren bietet die Spekulantin eine jährliche Rendite von 13 – 16 %, etwa 4% davon kommen aus den Ernteeinnahmen, 8% aus dem gesteigerten Landwert und der Rest aus dem Spekulationsgeschäft mit dem Land, welches sie nach den „bewährten“ Methoden des Hedgefund-Businesses anlegt.
„Landwirtschaftsland“, sagt der amerikanische Rohstoffguru Jim Rogers in der Fortune-Geschichte, „wird eines der besten Investitionsgüter unserer Zeit sein.“
Die sehr freundliche und sehr smarte Frau Warner kann man auch in einem Fortune-Video kennenlernen:

Fortune porträtiert zwei weiter Finanzfachleute, die gross ins neue Land-Business eingestiegen sind. Sie vermarkten Landwirtschaftsflächen ausserhalb der USA, in der Dritten Welt: Der frühere Wallstreet-Banker und Rohstoffhändler Phil Heilberg (44) spekuliert mit Land im vom Bürgerkrieg zerrütteten Sudan, Lord Jacob Rothschild (73), Spross des alten, jüdisch-deutsch-britischen Bankhauses Rothschild, verkauft seinen Investoren die Hoffnung auf grosse Gewinne mit Landwirtschaftsland in Brasilien (Bild rechts: Soja in Brasilien. Foto: grain.org).

Land als reales Gut
Land ist das neue Objekt der Begierde. Immerhin erhalten Investoren damit einen realen Wert. Wenn er sehe, wie „Regierungen heute Geld drucken, so schnell sie können, Anleihen tätigen so viel sie können und Firmen retten, die 'Weisse Elephanten' sind", zitiert Fortune den Banker Rothschild, „dann ist es gescheit, auf einen harten Wert wie Land zu setzen.“

Regeln des Spekulations-Markts
Im neuen Land-Spekulationsgeschäft gelten die alten Regeln des heiligen (Finanz-)Marktes: Angebot und Nachfrage:
Land ist - und wird es zusehends mehr - ein knappes Gut. 1960 verfügte die Erde gemäss den Daten der UNO (FAO) über 1,1 Morgen (1 Acre ≈ 4046 m²) bebaubares Land pro Kopf der Bevölkerung. Im Jahr 2000 waren es noch 0,6 Morgen. Und in den nächsten 40 Jahren soll die Weltbevölkerung von heute gut 6 auf 9 Milliarden Esser anwachsen. Weil der Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln und nicht zuletzt der Bedarf an Anbau-intensiven Nahrungsmitteln rasch weiter wachsen wird, weil zum Beispiel immer mehr Chinesen bald ähnlich viel Fleisch konsumieren wollen wie wir Westler, wird der Bedarf an Landwirtschaftsland noch viel stärker zunehmen. Kommt dazu, dass wegen der Klimaerwärmung viel heute noch bebaubares Land verwüsten und unfruchtbar werden wird.
Das alles heisst: Die Preise für Nahrungsmittel werden steigen. Für die Konsumenten insbesondere in ärmeren Ländern eine Katastrophe, für die Landbesitzer, respektive die Investoren ein Segen.

Landgrab
Kein Wunder findet zur Zeit ein eigentlicher Wettlauf um Land statt. Englisch heisst das Phänomen "Landgrab", übersetzt auf deutsch etwa "das-sich-Land-unter-den-Nagel-reissen". Das der UNO (genau der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der UNO) nahestehende International Food Policy Research Institute (IFPR) hat letztes Jahr eine eindrückliche Bestandesaufnahme des Phänomens gemacht und in einer interaktiven Karte dargestellt:

(Hervorragende, ausführliche Hintergründe gibt es in der Studie der IISD "A Thirst for Distant Lands". Mehrere spezialisierte Organisationen und Webpages berichten ausführlich und sehr engagiert über die Thematik: grain.org, farmlandgrab.org oder landcoalition.org).

Grossinvestoren aus dem Ausland
Nicht nur private Spekulanten, Banken und Pensionskassen investieren grosse Summen in Land, sondern nicht zuletzt auch Grossfirmen wie die Koreanische Daewoo, die versucht hat, halb Madagaskar aufzukaufen. Zu den grössten Landkäufern insbesondere in Afrika - (eine ausführliche Studie zum Thema Landgrab in Afrika gibt es hier.) - gehören die Staaten am Arabischen Golf. Saudiarabien hat 2008 seine jahrelangen, extrem teuren Bemühungen aufgegeben, auf künstlich bewässerten Wüstenflächen (siehe Top-Bild) mehr Nahrungsmittel im eigenen Land zu produzieren, und kauft inzwischen unter anderem im Sudan riesige Agrarflächen auf.

Chance und Bedrohung
Natürlich stellt dieser "Landhunger" für Länder der Dritten Welt auch eine Chance dar. Plötzlich ist ihr bisher "wertloser" Boden viel Geld wert. Doch die wenigsten "unterentwickelten" Staaten sind so aufgestellt, dass sie die Chance im Sinne des Landes und seiner Bevölkerung nutzen können. Die Verlockung für die aktuellen Machthaber, die neue Geldquelle für die persönliche Bereicherung zu sichern, scheint zu gross und die staatlichen Strukturen und Prozesse zur Bewältigung des Problems sind zu schwach. (Siehe "Thirst for Distant Land"). Die FAO hat denn auch schon heftig vor einer aufziehenden Katastrophe gewarnt. FAO-Direktor Jacques Diouf (Bild rechts) spricht von "Neo-Kolonialismus".

Agrar-Hilfe G-8
Welch dramatische Bedeutung die Problematik Land/Nahrungsmittelsicherheit inzwischen hat, hat eben der Gipfel der mächtigsten Industrienationen in L'Aquila (Italien) unterstrichen: Im Kampf gegen Hunger und Armut wollen die G-8 die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern in den kommenden drei Jahren mit 20 Milliarden Dollar unterstützen. Offenbar hat sich insbesondere US-Präsident Barack Obama dafür stark gemacht, dass die Industriestaaten " bildhaft gesprochen", wie die Frankfurter Allgemeine schreibt, "keinen Weizen zur Bekämpfung des Hungers liefern, sondern Saatgut und Pflüge, die die Menschen zur Eigenversorgung in die Lage versetzen."
Was gut tönt, könnte auch ein Alarmsignal sein: Die FAO hat denn auch prompt gewarnt, trotz dieser - bisher bloss versprochenen - Milliardenhilfe seien die Länder in Afrika, noch länger auf direkte Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
Insbesondere wird mit der versprochenen Hilfe das Hauptproblem nicht gelöst: Solange die Industrieländer ihre eigenen Landwirtschaften mit Milliarden subventionieren und damit ihren Bauern erlauben, die Märkte in Afrika mit künstlich verbilligten Produkten zu überschwemmen, werden die afrikanischen Bauern unter dem strengen Regime der Auflagen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank nicht einmal auf den Märkten im eigenen Land konkurrenzfähig sein. (Viel sehr kritisches Material dazu u.a. bei ATTAC hier.)

Montag, 23. Februar 2009

"Die Krise tötet Menschen"

Foto: dpa

Weil Jeannot von den Schweizer Medien geschnitten wird und weil er immer noch viel zu sagen - egal wie auf seine Art populistisch - multipliziere ich hier wieder einmal Jean Ziegler, UNO-Beauftragter für Ernährung und auch mit 75 unbeugsamer Kämpfer für die, denen es noch schlechter geht. Dies ein Interview aus dem "Tagesspiegel":

Herr Ziegler, Sie müssen sehr zufrieden sein. Der Neoliberalismus, gegen den Sie seit Jahren kämpfen, scheint sich gerade selbst zu erledigen.

Aber die Verwüstungen, die er noch in seinem Niedergang verursacht, kann niemanden freuen. In den USA herrscht bereits Massenarbeitslosigkeit, dahinter verbergen sich Millionen persönlicher Tragödien. Und für die Dritte Welt ist die Krise eine Katastrophe. Laut Weltbank sind zu den 2,2 Milliarden extrem armer Menschen nun zusätzlich 100 Millionen unter die Armutsgrenze gefallen. ‚Wenn der Reiche abmagert, verhungert der Arme‘, sagt der französische Autor Alphonse Allais.

Ist das wörtlich zu verstehen?

Ja. Ein Beispiel: Im Oktober beschlossen die 15 Regierungschefs der Eurozone, 1700 Milliarden Euro zur Rettung ihrer Banken lockerzumachen. In der gleichen Woche wurden die Beiträge für die Humanitärhilfe der UN um durchschnittlich 50 Prozent gekürzt und tausende Entwicklungshilfeprojekte gestrichen.

Mit welchen konkreten Folgen?

Ich war kürzlich in Darfur. Dort leben 2,7 Millionen Flüchtlinge in 17 UN-Lagern. Die internationale Gemeinschaft ist verpflichtet, sie am Leben zu erhalten. Aber das Welternährungsprogramm kann nur noch Tagesrationen von 1500 Kalorien verteilen. Das sind 700 Kalorien weniger als die von den UN festgesetzten 2200 Kalorien, die ein Erwachsener täglich zum Überleben braucht. Die UN organisieren also die Unterernährung. Und das etwa auch in Somalia, Kenia und Bangladesch. Die Katastrophenbanker haben nicht nur die westlichen Volkswirtschaften ruiniert. Woanders morden sie. Das ist keine Hypothese, sondern eine Tatsache.

Müsste man sie strafrechtlich verfolgen?

Der internationale Gerichtshof für Wirtschaftskriminalität wird kommen. Darüber wird bei den UN schon diskutiert. Wirtschaftsdelikte müssen wie Kriegsverbrechen verfolgt werden. Die Banker haben mehr Menschen auf dem Gewissen als mancher afrikanische Warlord.

Zurück zu den Hilfen der EU-Länder für ihre Banken und Industrien. Es ist doch verständlich, dass sich jeder in der Krise selbst der Nächste ist?

Aus Regierungssicht ist das verständlich. Die afrikanischen Kinder sterben ja nicht auf dem Ku’damm oder den Champs Élysées. Einzig die Zivilgesellschaft kann die hungernden Kinder noch vertreten. Und zwar aus einem moralischen Imperativ heraus. Das klingt pompös, aber ich möchte Immanuel Kant zitieren: ,Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.‘ Die Menschen der Herrschaftswelt müssen endlich begreifen, dass es so nicht weitergehen kann. Jeden Tag sterben hunderttausend Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 963 Millionen Menschen sind permanent schwerstens unterernährt, alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren. Laut Welternährungsorganisation aber könnte die derzeitige Landwirtschaft problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren, also das Doppelte der Menschheit. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. Wir brauchen einen neuen planetarischen Gesellschaftsvertrag.

Wo sehen Sie die ideologischen Ursachen für die Krise?


Sie ist eine direkte Folge der neoliberalen Wahnidee, dass sich der Markt ohne jede normative Instanz selbst regulieren müsse. So wurde der Staat unterminiert und die totale Liberalisierung der Dienstleistungen sowie der Kapital- und Warenströme betrieben. Diese Theorie besitzt eine innere Logik: Wenn sämtliche territorialen und normativen Beschränkungen abgeschafft sind, geht das Kapital spontan dahin, wo es maximalen Profit erzielt. Das ist zunächst geschehen: Laut Weltbank hat sich das Weltbruttosozialprodukt zwischen 1992 und 2002 mehr als verdoppelt, der Welthandel verdreifachte sich. Gleichzeitig aber fand eine ungeheure Monopolisierung statt. Die 500 größten der 85 000 multinationalen Konzerne auf der Welt kontrollierten letztes Jahr 52 Prozent des Weltbruttosozialprodukts, also die Hälfte aller auf der Welt erzielten Reichtümer. Das bedeutet Einfluss auf Regierungen und Parlamente und eine ideologische und finanzielle Kraft, die kein König, Kaiser oder Papst je hatte.

Welche Rolle spielten die Banken dabei?

Auf den Kapitalmärkten setzte sich das Finanzkapital durch, das keiner Aufsicht unterworfen war. Selbst das Risikomanagement der Banken entfiel wegen der Gier der Manager. Sie agierten wie Raubritter. Ein Beispiel: Richard Fuld, der ehemalige CEO von Lehman Brothers – einst die viertgrößte Bank der Welt –, hat am 12. September 2008 Gläubigerschutz beantragt, also die Vorstufe zum Konkurs. Am 26. September ging die Bank Konkurs. Aber in der Zwischenzeit hatte er 25 Millionen Dollar aus der Kasse genommen. Der Dezernatsleiter für organisierte Kriminalität beim LKA Nordrhein-Westfalen, Wilhelm Schwerdtfeger, hat gesagt: ,Organisiertes Verbrechen ist verschärfter Kapitalismus.‘

Aber die wichtigsten EU-Staaten haben gestern beschlossen, Regeln für die internationalen Finanzmärkte zu fordern.

Man wird sehr genau schauen müssen, was dabei herauskommt. Viele Politiker halten ja nach wie vor an den neoliberalen Glaubenssätzen fest, die ihnen die Lobbys jahrelang vorgebetet haben. Sie scheuen vor einer Analyse der Krisenursachen zurück und vertreten weiter die Partikularinteressen der sogenannten Wirtschaftseliten. Dahinter steckt die pathologische Annahme, dass alles so weitergehen werde wie bisher. Wissen Sie, worauf sich die Hedge-Fonds verlegt haben? Sie spekulieren mit Grundnahrungsmitteln. Das ist einer der Gründe für die Explosion der Weltmarktpreise von Reis, Mais und Getreide. Keine Regierung tut etwas dagegen.

Sie waren kürzlich auf dem Weltsozialforum im brasilianischen Belém. Die Globalisierungskritiker haben sich dort wieder nicht auf ein Programm einigen können.

Belém war sehr ermutigend, es war nicht so ein Vampirball wie das Weltwirtschaftsforum in Davos. Aber es gibt in der Tat keinen kohärenten Gegenentwurf zum globalisierten Raubtierkapitalismus. Es herrscht die Angst, dass ein Programm von oben die Lebendigkeit der Bewegung ersticken könnte. Der spanische Lyriker Antonio Machado hat gesagt: ,Wanderer, es gibt keinen Weg. Den Weg machen deine Füße selbst.‘ Das gilt auch für den Fortschritt der Geschichte.

Welche Chancen eröffnet die Krise?

Leid ist nie positiv, aber wenn die Menschen leiden, beginnen sie nachzudenken. Aus diesem Wissenwollen kann eine vernünftigere und gerechtere Welt entstehen. Ich bin voller Hoffnung.

Kommt Ihre Hoffnung auch daher, dass das Schweizer Bankgeheimnis, gegen das Sie seit Jahrzehnten kämpfen, vor wenigen Tagen gefallen ist? Die Schweizer Großbank UBS will auf Druck der USA die Namen von Steuerhinterziehern herausgeben. Ein Kulturbruch?

Ja. Der schweizerische Bankenbanditismus geht dem Ende zu. Es wird geschätzt, dass rund 80 Prozent der 6000 Milliarden Dollar Fremdkapital, die in der Schweiz liegen, Fluchtgelder aus der Dritten Welt, Mafiagelder und vor allem Steuerhinterziehungsgelder insbesondere aus Deutschland sind. Bislang verweigerte die Schweiz jede Rechtshilfe an die deutsche Steuerfahndung. Nun wird die Plünderung der umliegenden Volkswirtschaften wohl enden. Die Schweiz wird zu einem ganz normalen europäischen Staat werden. Sie ist eine lebendige Demokratie, die auch das Ende des Bankgeheimnisses überstehen wird.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Die aktuelle Weltordnung: "Mörderisch und verlogen"

Zum Glück hat Jean Ziegler jetzt wieder Konjunktur. Lange wurde er von den Mächtigen - und vielen Medien - als eine Art Clown bestensfalls geduldet, meist als sozialistischer Eiferer belächelt bis verachtet.
Aber Jeannot hat immer weiter gekämpft. Er ist ein Star in Afrika, geniesst grössten respekt in Frankreich und jetzt hören hoffentlich auch ihm wieder viele zu. Vielleicht schafft er es ja doch noch, etwas zu verändern, andere Mächtige dazu zu bringen, endlich etwas gegen die schreiende Unordnung dieser Welt zu tun und mehr Menschen am Wohlstand zu beteiligen.

Die FAZ hat Jean Ziegler jetzt eine Stimme in Deutschland gegeben. Er ist laut, drastisch wie immer, aber seine Botschaft muss verbreitet werden. Deshalb auch hier. Nicht nur in Stichworten, sondern in Extenso.


"Tribunal für Spekulanten"

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler fordert Strafen für Wetten auf Nahrungsmittel und warnt vor den Wirkungen der Finanzkrise auf die armen Regionen der Welt.
Herr Ziegler, gibt es auch etwas Positives an der Finanzkrise?

Ja, sicher: Die neoliberale Wahnidee ist endlich im Eimer. Die Theorie der Autoregulierung der Märkte, der staatenlosen globalen Entfesselung der Märkte als Ziel der Geschichte. Jetzt kann jeder sehen, dass das in den Abgrund führt.

Was muss jetzt geschehen?

Wer immer für die normativen Menschenrechte war, wie etwa das Recht auf Nahrung, wusste, dass es Eingriffe in den Markt geben muss. Das kann jetzt wieder geschehen. Die Welthandelsorganisation muss die Ernährungssouveränität der Länder wieder respektieren und nicht durch Total-Liberalisierung weiteres Agrar-Dumping zulassen. Auf jedem afrikanischen Markt kann man heute deutsches und französisches Gemüse zu einem Drittel des Preises einheimischer gleichwertiger Produkte kaufen.

Welche Auswirkungen hatte die Liberalisierung der Weltmärkte auf Armutsregionen der Welt?

Das hat unter anderem dazu geführt, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert. Täglich sterben über 100 000 Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 923 Millionen Menschen auf der Welt sind permanent schwerst unterernährt. Letztes Jahr waren es noch 854 Millionen Menschen. Das sind UN-Zahlen.

Was haben diese erschreckenden Zahlen mit dem Finanzmarkt zu tun?

Der Autor
Jean Ziegler ist weltweit als scharfzüngiger Globalisierungskritiker bekannt. Zuletzt veröffentlichte der 1934 geborene Soziologe und Politiker das Buch "Imperium der Schande" (C. Bertelsmann). In dem Band brandmarkt er die multinationalen Konzerne als Mitverursacher des Hungers.

In unserer Serie kommentieren Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur die Finanzkrise. Bislang kamen zu Wort: der ehemalige Daimler-Chef Edzard Reuter und der chinesische Ökonom Ding Xueliang.
Es gibt drei Dinge, die das Leid hauptsächlich verursachen: Erstens das Agrar-Dumping. Die EU subventioniert das und wir exportieren unsere Überschüsse zum Beispiel nach Afrika, wo diese Überschüsse die Landwirtschaft zerstören. Zweitens die Produktion von Agrar-Treibstoffen. Die USA haben im vergangenen Jahr 138 Millionen Tonnen Mais verbrannt, um Agrar-Rohstoffe herzustellen. Dazu Hunderte Millionen Tonnen Getreide. Das hat zu einer unglaublichen Verknappung der Nahrungsmittel geführt. Das dritte Übel ist die Spekulation auf Nahrungsmittel. Das funktioniert mit Agrar-Rohstoff-Zertifikaten, die an der Börse gehandelt werden.

Wie funktioniert diese Spekulation genau?

Die Schweizer Großbank UBS hat zum Beispiel gerade Prospekte aufgelegt, die überall in der Schweiz für diese Finanzprodukte werben. Für ein Zertifikat auf Reis. Im Prospekt heißt es, dass dieses Zertifikat auf Reis außergewöhnlich hohe Profite verspricht. Die großen Hedgefonds haben auf der Suche nach profitablen Anlegemöglichkeiten die Agrar-Rohstoffbörsen der Welt angesteuert und dort ihre Termingeschäfte aufgebaut. Sie haben auf Mais, Getreide und so weiter gewettet. Der Reispreis ist innerhalb von nur sechs Monaten um 83 Prozent gestiegen. Mais um 67 Prozent und Getreide um 111 Prozent. Vor allem die Slumbewohner hat das weltweit zuerst getroffen. Die Spekulanten sollten jetzt vor ein Tribunal kommen, wie die Nazi-Verbrecher nach dem Krieg in Nürnberg angeklagt wurden. Das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wen trifft die Krise am meisten, die Erste oder die Dritte Welt?

Jeden Tag werden derzeit in den USA etwa 10 000 Familien aus ihren Häusern ausgewiesen, weil die Kredite platzen. Da kommt die Polizei, klopft an die Tür und sagt: ihre Wohnung wird in 24 Stunden geräumt. 25 Millionen Familien haben in den USA in diesem Jahr ihre Wohnung verloren. Auch die Altersvorsorge ist in den USA börsengebunden. Das ist schlimm, aber was in den Armutsregionen der Welt passiert, ist unfassbar. Ich komme gerade aus Darfur zurück. Dort leben 2,2 Millionen Menschen in Lagern. Die werden von den UN geschützt. Wenn dort nicht die weißen Lastwagen mit Mehl und Reis, Trockenmilchsäcken und Wasser kommen, dann sterben die Menschen. Das Welternährungsprogramm verteilt nur 1500 Kalorien pro Erwachsenen pro Tag, obwohl das Existenzminimum laut Weltgesundheitsorganisation bei 2200 Kalorien liegt. Obwohl dort die UN-Fahne weht, werden die Menschen in der Unterernährung gehalten. Und warum? Weil die freiwilligen Beiträge der Staaten gestrichen worden sind.

Die Staaten sparen wegen der Finanzkrise an der Nothilfe?

Ja. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Malaria-Impfkampagne unterbrochen. Alle 22 UN-Organisationen haben ein Budget. Je nach Aufgabe gibt es freiwillige Beiträge. Die Finanz-Krise wirkt sich unmittelbar auf die Budgets aus. Das ist eine Katastrophe für die Dritte Welt. Man muss sich das einmal vorstellen: Um die großen Millenniumsziele der UN zu erreichen, also die acht schlimmsten Plagen der Menschheit vom Hunger bis zur mangelnden Bildung zu besiegen und wirklich die ganze Dritte Welt aus der materiellen Not zu führen, bräuchte es laut UN-Berechnungen nur 82 Milliarden Dollar pro Jahr für einen Zeitraum von fünf Jahren! Wenn ich jetzt ein Mensch wäre in einem Land der südlichen Hemisphäre und sehe, dass in New York in einem Monat 3000 Milliarden Dollar vernichtet worden sind und der amerikanische Finanzminister 700 Milliarden Dollar mobilisiert, um solche Bankhalunken freizukaufen, würde ich mich total verachtet fühlen! Dann sehe ich weiße Rassisten, die sich nur um sich selbst kümmern.

Würden Sie den Banken denn kein Geld geben?

Doch, aber es müssen Bedingungen gestellt werden. Es ist richtig, dass der Interbankenverkehr unterstützt, Spareinlagen geschützt und das Eigenkapital heraufgesetzt wird. Aber das müsste an strikte Bedingungen gebunden werden: Abschaffung der goldenen Fallschirme für Manager, Transparenzpflicht in der Buchhaltung, Kontrolle über die Manager. Sonst wird die öffentliche Hand nur geschröpft, damit die Gleichen mit den gleichen Methoden weitermachen. Warum sind denn eigentlich die Aktienkurse nach der ersten Ankündigung der Rettungspläne noch einmal in die Tiefe gestürzt? Weil die großen Hedgefonds eventuell denken: wenn der Staat schon bereit ist, zu zahlen, dann setzten wir ihn noch etwas unter Druck. 
Welche Lehren müssen aus der Finanzkrise gezogen werden?

Es muss ein neuer Gesellschaftsvertrag durchgesetzt werden. Die gesellschaftliche Souveränität muss wiederhergestellt werden. Der Finanzmarkt bleibt ein Instrument. Es geht ja nicht um Kollektivierung im DDR-Stil. Aber wir wollen keine Marktgesellschaft, wir wollen eine Marktwirtschaft. Der freie Markt ist nur eine Maske für die unglaubliche Gier weniger Menschen. Der Chef von Lehman Brothers, Richard Fuld, hat sich in den letzten Krisentagen 20 Millionen Dollar Bonus angeeignet. Das ist Banken-Banditismus, Kriminalität mit Hilfe einer Bank.

Kann die Erste Welt die Krise auch als Chance zur Neubestimmung begreifen?

Ja, genau. Der Zusammenbruch der neoliberalen Wahnidee macht die Sicht frei auf die Notwendigkeit einer ganz anderen Gesellschaft, eines planetaren Gesellschaftsvertrages. Wenn die Menschen in der Herrschaftswelt begreifen, was für ein Irrweg diese spekulative globalisierte Kapitalismus-Ordnung war. Absurd und mörderisch zugleich. Mörderisch, weil sie tötet, und absurd, weil sie unnützerweise tötet. Weil man ja alle materiellen Probleme lösen könnte mit diesem einzigartigen Überfluss an Ressourcen. Wenn diese Sicht sich in der westlichen Öffentlichkeit durchsetzen würde, dann wird auch die Sicht auf die Dritte Welt ganz anders. Dann kommt es zu einem Dialog, zu gemeinsamem Widerstand.

Was können wir in der Krise von der Dritten Welt lernen?

Dass wir auf derselben Welt leben und dass der Hunger besiegt werden muss, weil es sonst kein Glück für keinen gibt. Kant hat gesagt: Das Leid, das einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir. Das ist ganz sicher so. Die Banker, die wir jetzt haben, begreifen so etwas nicht. Das sind Dschungel-Wegelagerer. Dabei ist doch klar, dass nur dort Investitionen sich auszahlen, wo auch Menschenrechte verwirklicht sind. Der globalisierte Dschungel-Kapitalismus mit seiner Gier, mit seiner Deregulation, mit seinem Irrglauben, seinem Lug und Betrug muss verschwinden. Dieses ganze Weltbild muss verschwinden. Das muss wie die Nazis in den Eimer geworfen werden! Bei den Nazis waren Armeen nötig, um sie zu besiegen. Den Dschungel-Kapitalismus wird hoffentlich die öffentliche Meinung besiegen. Es muss ein Übergang kommen vom Kapitalismus zur Zivilisation. Die planetarische soziale Gerechtigkeit muss durchgesetzt werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben wir die materiellen Mittel, um das umzusetzen. Das materielle Leid können wir besiegen. Liebeskummer, Krankheit und Tod sind doch schon Leid genug.

Glauben Sie, dass die Menschen hierzulande umdenken?

Es wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die Paradigmen der gegenwärtigen Weltordnung mörderisch und verlogen sind. Diese Erkenntnis wird sich durchsetzen, weil jetzt die Menschen im Herzen des Herrschaftsbereiches Opfer sind. Und wenn jemand leidet, dann denkt er richtig.

Interview: Matthias Thieme

Samstag, 18. Oktober 2008

DR Congo: Nirgends hungern mehr Menschen

Nirgends hungern mehr Menschen als im potentiell reichsten Land Afrikas: Der Demokratischen Republik Kongo (ex-Zaire).
Diesen traurigen Fact dokumentiert der eben erschienene Welthunger-Index der "Welthungerhilfe". Auf der Liste, der von Hunger am meisten betroffen 33 Länder dieser Welt, liegt der Congo an letzter Stelle. Besonders erschreckend: Die Situation hat sich seit 1990 dramatisch verschlechtert, es hungern heute fast doppelt soviele Menschen im Kongo wie vor fast 20 Jahren, in Prozent zur Bevölkerungszahl.

Wirklich unglaublich. Das riesige Land im Zentrum des Kongo-Beckens verfügt über die reichsten Rohstoffvorkommen dieser Erde. Dies hat Robert Stewart's Masterplan deutlich ergeben, den er im Namen der Firma Bechtel in den 90er Jahren für Diktator Mobutu erstellt hatte. (links ein Bild einer Goldmine im Kivu/Ostkongo)

Die Entwicklung zeigt, wie sich ein potentiell reiches Land, dank jahrzehntelanger Misswirtschaft, Korruption und Bürgerkrieg, rückwärts entwickeln kann und vorallem: Es zeigt, wer schliesslich am meisten darunter zu leiden hat: Die "normale Bevölkerung."

Eine allgemeinen Ueberblick gibt der kurze Film von ActionAgaintsHunger:

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Einen Einblick über die Auswirkungen der Verteuerung der Nahrungsmittel im Osten des Kongo, in der Bürgerkriegsprovinz Kivu, vermittelt ein kurzer Film von SaveTheChildren:

Freitag, 17. Oktober 2008

Hungerkrise schlimmer als Finanzkrise

"Europas Regierungschefs denken an die Finanzkrise. Doch ihre Gedanken sollten bei den Armen der Welt sein", fordert der ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi-Annan heute in einem Artikel des "Tagesspiegel".

"Die Hungerkrise ist viel schlimmer als die Finanzkrise"
, klagte die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble gestern anlässlich des Welternährungstages (16. Oktober).

Heute sind 13'000 Kinder auf dieser Erde an Hunger gestorben, morgen werden es wieder 13'000 sein.
Nächstes Jahr werden sage und schreibe 1 Milliarde Menschen, 1'000'000'000, Hunger leiden. Die Bevölkerung der gesamten Schweiz mal 130. Das sind die neusten Zahlen der UNO.

Insgesamt 4613 Milliarden Franken (ohne die 67 Milliarden der Schweiz für die UBS) pumpen die Regierungen der (westlichen) Welt zur Rettung in ihre Banken. Nicht einmal ein Hundertstel, gemäss UNO zwischen 25 und 40 Milliarden US Dollar, wären nötig, um die Welthungerkrise zu überwinden.

Die Hälfte des Geldes, das ein einziges Land, die Schweiz, zur Stützung einer einzigen Bank, die UBS, auszugeben bereit ist, würde reichen, dass niemand auf dieser Welt mehr Hunger leiden müsste.

Tausende Milliarden an Steuergeldern stützen ein Finanzsystem, das in den letzten Jahren auch mit Spekulation im Rohstoff und Nahrungsmittelbereich nicht nur Unsummen verdient hat, sondern aktiv dazu beigetragen hat, dass sich die Hungerkrise in den letzten Jahren verstärkt, statt wie mit den Milleniumszielen abgemacht, abgeschwächt hat.
Schon seit Mitte der achtziger Jahre lebt die Menschheit ökologisch auf Pump - sie verbraucht mehr Ressourcen, als die Erde regenieren kann. Das Footprint Network errechnet jedes Jahr den World Overshoot Day, den Tag also, an dem wir als Ressourcenschuldner des Planeten einmal mehr Kredit aufnehmen. Dieses Jahr war's der 23. September, wir sind also längst wieder im roten Bereich und haben unser Konto schon jetzt um 30 Prozent überzogen.

Die Spekulationen der Finanz- und Rohstoffmärkte haben dazu geführt, dass sich die Nahrungsmittelpreise massiv erhöht haben. Und dies trifft zuerst die Ärmsten, welche einen Grossteil ihres Geldes für die Beschaffung von Nahrungsmitteln aufwenden müssen.

Schlimmer noch: Die Finanzkrise verschärft die Hungerkrise weiter.
Einerseits ist davon auszugehen, dass die reichen Länder jetzt noch weniger Geld für die Dritte Welt ausgeben werden. Sie werden ihre heimischen Agrarmärkte noch aktiver schützen und mit Milliardensubventionen stützen. Andrerseits werden sich wegen der steigenden Rohstoffpreise nicht nur die Nahrungsmittel weiter verteuern, sondern auch deren Produktion in den armen Ländern. Bauern in der Dritten Welt werden es sich z.B. nicht mehr leisten können, Benzin für landwirtschaftliche Geräte oder für Bewässerungspumpen zu kaufen.

Die Finanzkrise verstärkt den Trend, der schon in den letzten Jahren zu beobachte war:
Während die Entwicklungshilfe zurück ging, schnellten die Lebensmittelpreise in die Höhe. Innerhalb von 14 Monaten ist etwa der Preis für Reis in Bangladesch um 66 Prozent gestiegen. Im Senegal hat sich der Weizenpreis verdoppelt, in Somalia sogar vervierfacht.

Eine Studie der britischen Entwicklungsorganisation Oxfam belegt, dass die Profite aus den Preissteigerungen der letzten Monate ausschließlich an wenige internationale Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten gegangen sind. So hat Nestlé seinen weltweiten Umsatz im ersten Halbjahr 2008 um neun Prozent gesteigert. Die englische Supermarktkette Tesco verzeichnete ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rekordgewinne gingen an den weltgrößten Saatgut-Hersteller Monsanto: Mit 3,6 Milliarden US-Dollar stiegen die Gewinne bereits im ersten Quartal um 26 Prozent.

Auf der Welternährungs-Konferenz in Rom hatten die Industrieländer noch im Juni dieses Jahres 12,3 Milliarden US-Dollar für die Hungerhilfe versprochen - bisher wurde lediglich eine Milliarde gezahlt. Viereinhalb Tausend mal weniger als jetzt die Banken erhalten sollen.