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Freitag, 25. Januar 2013

Mali: Die Jihadisten als Vorhut der Araber im Sahel?

Helfer des Roten Halbmonds aus Katar in Mali Sept. 2012
Die französischen Medien zeigen zur Zeit mit dem Finger auf Katar, einen weiteren guten „Partner des Westens“, der offenbar skrupellos ein doppeltes Spiel betreibt. Der Emir von Katar soll – neben Saudiarabien - direkt oder indirekt einer der wichtigen Finanzierer der Jihadisten in Mali sein. Dass Katar in den letzten Jahren via Hilfsorganisationen viel Geld im Norden Malis ausgegeben hat, ist unbestritten.

Samstag, 27. Oktober 2012

Jahrhundertflut In Nigeria - Wen kümmert's?

Überflutung Nigerdelta (Nigeria) 2012
Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, ist von einer Jahrhundertflut betroffen. Rund eine Million Menschen musste ihre Wohngebiete verlassen. Es soll Hunderte von Toten gegeben haben.

Berichte in Medien ausserhalb Afrikas gibt's dazu praktisch keine und wenn, kommen sie als Exotikas daher: "Flut bringt Krokodile und Flusspferde in die Häuser".


Freitag, 8. Juni 2012

Reverse Flow: Europäische Wirtschaftsflüchtlinge nach Afrika

Mitte April hat die algerische Küstenwache vier Spanier aufgegriffen, die illegal in das nordafrikanische Land einreisen wollten. Sie gaben an, aus Spanien auf der Suche nach Arbeit  hierher geflohen zu sein.
Am 2. Februar hat die angolanische Immigrationsbehörde am Flughafen von Luanda, der Hauptstadt Angolas, 20 Portugiesen festgehalten, die illegal einreisen wollten. Auch sie waren auf Arbeitssuche.
Das sind nur zwei Fälle, die in letzter Zeit den Weg in die europäischen Medien fanden.

Montag, 4. Juni 2012

Südafrika schaut in den Spiegel

Seit Wochen bewegt ein Bild des (weissen) Künstlers Brett Murray Süafrika. Besser: Es schüttelt Südafrika. Die Medien sind voll davon. Allein im Blog "Thought Leader" der Wochenzeitung Mail&Guardian sind in den letzten 4 Wochen locker dreissig Kolumnen der verschiedensten Autoren erschienen. Und es scheint noch kein Ende der Aufregung in Sicht.
Das Bild mit dem Titel "The Spear" zeigt den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in Leninpose. Vor allem aber sieht mein seinen nackten Penis.

Freitag, 27. April 2012

Afrika wird aufgekauft

Landgrab weltweit (Karte: Land Matrix)
Etwa 5 Prozent des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens in Afrika sind seit dem Jahr 2000 von Investoren aus dem Ausland aufgekauft worden. Rund 2 Millionen Quadratkilometer oder etwa 50-mal die Fläche der Schweiz.
Erstmals sind jetzt wissenschaftlich gesicherte Daten des "Landgrabs" verfügbar. Die Daten des Land Matrix Portals sind sehr reichhaltig und attraktiv interaktiv aufbereitet.

Sonntag, 15. April 2012

Kony 2012: Schadensbegrenzung dringend nötig

Kony 2012. War da was? Der Hype ist vorbei. Am Actiontag nächsten Freitag/Samstag werden vielleicht ein paar junge Menschen - aus Ignoranz, oder aus Trotz, weil sie nicht zugeben können, dass sie missbraucht worden sind? - noch ein paar Plakate auch in unseren Städten aufhängen. Aber es dürften wenige sein. Das ist kein Trost.
Denn die Kapampagne hat längst ihre negative Wirkung erzielt. Die Jagd auf Joseph Kony hat bereits begonnen. So hat z.B. die Afrikanische Union (AU) mitte März entschieden, eine Sondertruppe von 5000 Mann in das Grenzgebiet der Zentralafrikanischen Republik, des Kongo und des Südsudan zu schicken, wo der "Schlächter von Uganda" sich zur Zeit mit seiner handvoll übriggebliebener "Rebellen" umtreibt. Die Leidtragenden werden diejenigen sein, denen die PR-Kampagne vorgeblich helfen wollte: Die lokale Bevölkerung.

Sonntag, 19. Februar 2012

Die unbeachtete Revolution: Das neue Christentum

Ougadougou (Burkina Faso) Nov. 2011 (Bild: 3Afilm.ch)
Die westliche Welt taumelt von Krise zu Krise. Zusehends zeichnen sich neben den wirtschaftlichen auch soziale Probleme ab. Die Schere zwischen unten und oben öffnet sich immer weiter.  Inzwischen ruft sogar der Weltwirtschaftsgipfel von Davos zur Suche nach Lösungen, zum Umdenken auf. Weil man aber „ein Problem nicht mit der Denkweise löst, die es erschaffen hat“, wie schon Einstein wusste, scheint jeder neue Gipfel der Mächtigen die Krise eher zu verlängern als einer Lösung näher zu bringen. Während das herrschende Establishment weiterhin „rat- und orientierungslos“ ist, wie das „Handelsblatt“ schreibt, ist längst eine unbeachtete „Revolution von unten“ im Gang.

Samstag, 18. Februar 2012

Leuchtturm 14: ... und immer dieses Gerede von Gott.

Screenshot Al-Jazeera "Working Man's Death". Slaughterhouse Port Harcourt/Nigeria
Was für ein Horrorfilm. Die Bilder, aber nicht zuletzt auch der Ton. Den Gestank fügt das Hirn von selbst hinzu. Ein echter Leuchtturm: Die Al-Jazeera-Reportage des österreichischen Filmemachers Michael Glawogger aus dem Open-air-Schlachthaus in Port Harcourt, Nigeria. "Learning about civilisation", sagt einer der Schlächter. Fast unerträglich macht den Film das ständige Gerede von Gott.

Montag, 2. Januar 2012

Leuchtturm 12: Reportagen auf AlJazeera

AlJazeera-Reportagen sind häufig Leuchttürme.



Dies ist ein Beispiel für eine sehr sehenswerte Reportage, für die es heute bei "normalen" TV-Anstalten bei uns keine Aufträge mehr gibt. Sie erzählt keine "sensationelle" Story, hat keinen heimischen Bezug und ist aufwändig in der Produktion, weil sie viel Zeit benötigt. (Statt wie geplant 4 Tage, war der Reporter plus Kameramann 1 Monat unterwegs.)
Der Stil ist völlig unprätentiös: kein Reporter, der ständig den Blick auf die Bilder verstellt, kein reisserischer Kommentar, der uns für dumm verkauft. Dafür vielerzählende Bilder, gut gefilmt, und eine "natürliche" Geschichte, die uns sehen und selber denken lassen.

Afrika ist nicht nur Musik, ....

... aber immer noch auch Musik. Z.B. Jules Gueye, Trompeter aus Senegal:

Samstag, 31. Dezember 2011

Der Schlüssel zum Aufstieg des globalen Südens: die (neue) Mittelklasse

Bild: businessweek.com
Während sich Europa zum Jahresende in der Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung suhlt, sonnt sich der globale Süden weiterhin in rosigen Perspektiven. Auch wenn 2011 nicht mehr die Werte der letzten Jahre erreicht wurden, geht man von China über Südafrika und Mexiko bis Brasilien auch 2012  weiter von einer robust wachsenden Wirtschaft aus.

Der Schlüssel dafür ist in allen Ländern des Südens derselbe: Die wachsende Mittelklasse und damit der stark wachsende Binnenmarkt. Allein in Brasilien sind in den letzten Jahren 40 Millionen Menschen aus der Armut in diese neue Mitteklasse aufgestiegen und kaufen wie verrückt. China mit seiner Milliarden-Bevölkerung gilt längst als "consumer-oriented society" und auch in (noch) armen" Regionen wie Afrika boomt der Konsum der rasch wachsenden städtischen Mittelschichten.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Afrika: Hoffnungslos. Im Aufschwung.

Bild: The Economist
Titel "The Economist" 2011
"Afrika, der hoffnungsvolle Kontinent: Afrika im Aufschwung." Was für ein Titel der aktuellen Ausgabe des britischen Wirtschaftsmagazins "The Economist". Was für eine Entwicklung: 2000 hat das gleiche Magazin noch getitel: "Der hoffnungslose Kontinent."

Angesichts der Informationen aus Afrika, die es diese Woche in die Publikationen der Massenmedien der westlichen Welt geschafft haben, erscheint die Titelgeschichte des Economist reichlich blauäugig.

Montag, 28. November 2011

Religion: Der Elefant im Wohnzimmer

Burkina Faso 11/2011 (Bild: Contextlink)
Seit Tagen studiere ich an einem einordnenden Artikel über die Religiosität der Welt herum. Darüber, dass wir aufgeklärten Säkularisten die Ausnahme sind - und vielleicht gar eine aussterbende Spezies.
Bei der Recherche bin ich auf einen Artikel des österreichisch-amerikanischen Soziologieprofessors Peter L. Berger in der "Frankfurter Rundschau" gestossen. Besser kann ich es nicht formulieren, was ich denke und was ich hier in Afrika im Zusammenhang mit der Healing Jesus Crusade erlebe und studiere. Ich kopiere den Artikel ganz:

In der klassischen Periode der Soziologie hat man den Religionen keine übertriebene Aufmerksamkeit geschenkt. Dafür gibt es wahrscheinlich eine Reihe von Gründen. Einer dürfte sein, dass nur wenig Geld für entsprechende Forschung bereitgestellt wird, da sich öffentliche wie private Geldgeber scheuen, umstrittene Projekte zu unterstützen. Oder, was insbesondere auf öffentliche Einrichtungen zutreffen dürfte, den Eindruck zu erwecken, die Trennung von Staat und Kirche zu unterlaufen.


Sonntag, 27. November 2011

Kommunikation Healing Jesus Crusade

Kameramann Michael von der Healing Jesus Crusade in Burkina Faso 11/2011
Dag Heward-Mills und seine Organisation (Kirche) Lighthouse Chapel International mit Hauptsitz in Ghana verstehen etwas von Kommunikation und PR. Trotz vielen Fragen, haben wir bisher auf unserem Dreh für das Dokfilmprojekt "Kreuzzug" in Niger und Burkina Faso aber nicht festmachen können, wie strategisch, wie geplant diese Kommunikation ist. "Wir sitzen im engeren Kreis immer wieder zusammen und entscheiden dann, was wir machen und wie wir vorgehen," erklärt uns Dag im persönlichen Gespräch. Doch da muss mehr sein.

Was wir wahrnehmen, sind im wesentlichen sieben Elemente:

Samstag, 26. November 2011

Afrikaner glauben an biblischen Fluch

Giovanni Bellini "Der betrunkene Noah"
Im Rahmen unseres Drehs zum Dokfilm-Projekt "Kreuzzug" in Niger und Burkina Faso führen wir abseits der Kamera viele spannende, persönliche Gespräche mit den Leuten des Teams der Healing Jesus Crusade. Es sind häufig gut ausgebildete, aufgestellte junge Afrikaner (so um die 30/40), selbstverständlich alle streng religiös und Bibel-(Wort-)gläubig. 
Dabei hören wir schier Unglaubliches:

Als Erklärung für die Unterentwicklung und das anhaltende Elend Afrikas verweisen sie auf die Geschichte Hams, des jünsten Sohnes von Noah: "Wir Afrikaner zahlen noch immer den Preis für die Sünde Hams." Afrika und seine Bevölkerung würden immer noch von Gott bestraft für die Sünde "ihres Urahnen" Ham, der den Pimmel seines Vaters gesehen hatte, als dieser stockbetrunken und „unverhüllt“ darniederlag.

Freitag, 25. November 2011

Ouagadougou 1: Impressionen

Glauben, hoffen (Bild: Contextlink)
 
Ouagadougou/Burkina Faso Massen Healing Jesus Crusade Nov. 2011

Donnerstag, 24. November 2011

Gastbeitrag: Healing Jesus Crusade

Adrian Zschokke (r-film: Kameramann, Produzent) Projekt "Kreuzzug"
Adrian Zschokke (Produzent, Kameramannn, Schriftsteller) findet, meine Texte zum Kreuzzug, insbesondere den Post "Niamey : Gebetskrieger", sind zu wenig kritisch gegenüber dem Evangelisten Dag Heward-Mills. Er hat einen eigenen Text geschrieben:

Ist nicht die hehrste Aufgabe eines Dokumentaristen, sei es nun schreibend oder mit der Kamera, die Wahrheit zu suchen?
Eine präzise Aussage, die sich aber wie eine Infinitesimalrechnung jedem noch so engen Gitter entzieht. Und trotzdem nur mit dieser nachhakenden Methode anzunähern ist. Im dialektischen Dreisprung sozusagen.

Dienstag, 22. November 2011

Niamey - Ouagadougou: Von Gott im Stich gelassen?

Unfall Healing Jesus Crusade Burkina Faso 11/2011
"Jesus ist hier, er geht heute abend hier herum", versichert Dag Heward-Mills seinen faszinierten Zuhörern jeden abend in der Healing-Arena des Kreuzzugs. Für ihn mit einem typischen - für uns abgebrühten Säkularisten ein eher kindliches - Bild.

Auf der Reise des 25 Fahrzeuge zählenden Konvois - von Sattelschleppern und Bussen inkl. Polizei-Eskorte von Niamey/Niger nach Ouagadougou/Burkina Faso - scheint Jesus nicht auf einem der Fahrzeuge gesessen zu haben. Wir kamen uns manchmal ziemlich verlassen vor. Wir würden sagen: "Vom Pech verfolgt". Aber wenn man den ganzen Tag hört, wie jede Handlung, jedes Ereignis auf Gott oder Jesus bezogen, respektive deren allgegenwärtigem Tun zugeschrieben wird, dann kann dieser Gedanke der göttlichen Abwesenheit nicht einfach als blasphemisch abgetan werden.

Sonntag, 20. November 2011

Rohstoffe Kongo: Beweise für massiven Betrug auf Kosten der Bevölkerung

Bild: Comdev
Was wir alle schon lange wissen, scheint der englische Parlamentsabgeordnete Eric Joyce jetzt beweisen zu können:
Dokumente, die er als Präsident der britische Parlamentskommission für die Grossen Seen Afrikas erhalten und auf seinem Blog veröffentlicht hat, “bestätigen zum ersten Mal, dass Elemente der Regierung der DRC (Kongo), speziell der aktuelle Präsident Joseph Kabila, grosse Minenrechte zu Dumpingpreisen an verschiedenen Off-Shore-Firmen verkauft haben."
“Diese mächtigen Beweise", schreibt Joyce, "belegen, dass die natürlichen Rohstoffe des Kongo nicht als legitime Einnahmequelle für die kongolesische Bevölkerung genutzt werden. Eine ganze Reihe von komplexen Abmachungen zwischen der (kongolesischen) Regierung und den Briefkastenfirmen sorgt dafür, dass einige Wenige sich auf Kosten der breiten Bevölkerung bereichern." Wert der durch die illegalen Machenschaften verlorenen Einnahmen: über 5,5 Milliarden US-Dollar.

Samstag, 19. November 2011

Niamey 4: Gebetskrieger

Dag Heward-Mills, 19. Nov. Healing Jesus Crusade Niger 20
Freitag 19. November:
Ein intensiver, aufwühlender Tag. Interview im Innenministerium, Dreh im Kreuzzugs-Ambulatorium, ein gutes Interview mit dem Evangelisten Dag Heward-Mills, dritter Heilungs-Event des christlichen Kreuzzugs in muslimischen Niger. Viel gutes Bildmaterial (Film und Foto).

Ein paar Impressionen: