Sonntag, 14. Februar 2010

Afrika bezahlt für Haiti


USAID, kürzt seine Hilfe für Afrika um 40%. Wegen Haiti, ganz offiziell. "Wir müssen alle verfügbaren Mittel für Haiti bereitstellen. Dies bedeutet, dass alle (andern) Region um 40% Prozent gekürzt werden." So steht's in einem offiziellen Mail an das Somalia Büro des "Office of Foreign Disaster Assistance" von USAID, welches der Blog "The Cable" von "Foreign Policy" diese Woche veröffentlicht hat.
Und ähnliche Post haben zahlreiche andere Aussenstellen von USAID z.B. in Äthiopien, Sudan oder dem Kongo erhalten. Betroffen sind insbesondere auch die vielen Hilfsorganisationen, die für Ihre Programme auf die Gelder von USAID, der „Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung“, angewiesen sind. "Die berauben Peter, um Paul zu bezahlen", kommentiert der Sprecher von Interaction, der Vereinigung der amerikanischen Hilfsorganisationen, Todd Shelton gegenüber "The Cable".

CRS, das Hilfswerk der Katholische Kirche der USA, hat zum Beispiel von seinem Hauptgeldgeber USAID Bescheid erhalten, sein 32-Millionen Budget für die Kongo-Hilfe 2010 müsse um 40 Prozent gekürzt werden. Betroffen sind sowohl laufende Projekte, wie auch geplante, die jetzt gar icht erst durchgeführt werden können.

Offiziell, heisst es bei USAID, gehe es nicht um eine definitive Kürzung der Hilfe für Afrika, sondern die Mittel müssten kurzfristig einfach auf Haiti umgelegt werden. "It's a hard choice", sagte die Sprecherin von USAID gegenüber "The Cable". Das US-Aussenministerium hofft, vom US-Parlament bald zusätzliche Mittel für Haiti zu erhalten, so dass die jetzt aus anderen Regionen abgezweigten Gelder wieder an ihrem ursprünglich geplanten Ort eingesetzt werden können.
Die unabhängige Hilfsorganisationen zweifeln, auch wenn das Geld bestenfalls in einigen Monaten tatsächlich gesprochen werden sollte: Es fehlt JETZT bei den Bedürftigsten im Kongo, in Somalia, im Südsudan oder im Niger oder ....

Was für USAID gilt, dürfte wohl auch für andere Hilfsorganisationen in Europa und der Schweiz gelten (leider fehlt mir die Zeit für eine entsprechene Recherche): Gelder, die eigentlich für andere Regionen eingeplant waren, werden für die Haitihilfe abgezweigt. Oder eben: Den Preis für die grossen Hilfsaktionen in Haiti bezahlen bedürftige Menschen in Ländern, die medial nicht im Fokus stehen.

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