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Sonntag, 16. Januar 2011

Online-Journalismus: aufregend, zukunftsträchtig, relevant.

(Danke, André Marty für den Tipp):
Aufregender Journalismus. Neue Formen Online sind extrem spannend: interaktiv, multimedial, ausfürhlich, relevant. Eine Lektion für all die Ewiggestrigen, die sich erferchen Online-Journalismus als minderwertig abzutun, nur um sich nicht endlich für einn Journalismus zu öffnen, der zukunftsrächtig und relevant ist.


http://www.insidedisaster.com/experience/Main.html

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Leuchtturm 2: Juli Zeh's Optimismus

Herausragend, intelligent, gar originell und gutgeschrieben sollen sie sein - die Leuchttürme, die ich mir vorgenommen habe, hier in Contextlink zu veröffentlichen. (Zuletzt "Vor-Weihnachtsgeschichte").
Heute lese ich mit grossem Genuss den Artikel "Lassen Sie uns lesen, schreiben und politisch sein" der deutschen Autorin Juli Zeh im Tagesanzeiger (Printausgabe; bisher online noch nicht publiziert).
Definitiv ein Leuchtturm. Zusätzliche Attribute: frech, wütend und ... optimistisch.
Auszüge:

Da die Leute gern von sich auf andere schliessen, werde ich von Journalisten immer wieder gefragt, ob hinter meiner "politischen Einmischung" eine "Strategie" stehe - und zwar nicht etwa eine politische, sondern eine mediale. Ob mir also irgendein Image- oder Corporate-Identity-Consultant dazu geraten habe,  die "Marke Juli Zeh" als eine politische zu "etablieren".
Man stelle sich vor: Das Weltbild manch eines gehirngewaschenen Sklaven des kommerziellen Meinungsbetriebs (Hervorhebung Contextlink) lässt die Vorstellung gar nicht mehr zu, jemand könne einfach nur tun oder sagen, was er für richtig hält, ohne dabei in den Kategorien von Vermarktung oder Verkäuflichkeit zu denken.

Seit ich gelegentlich politische Texte publiziere, weiss ich, dass das Volk keineswegs so dumm ist,  wie die Einschaltquotenfetischisten glauben. Mein Eindruck ist eher, dass die Menschen spüren, wie das Feld des politischen Mitdenkens, Mitredens und Mitwirkens zwischen den zusammenrückenden Fronten aus Administration und Showbusiness immer schmaler wird.

Leicht und anmutig, mit niedlich gerümpfter Nase segelt es sich auf den Schwingen des Zynismus hoch oben über dem politischen Geschehen. 

Juli Zeh verweist auf das Beispiel von Charlotte Roche, "ihres Zeichens Fernsehmoderatorin und Schriftstellering", die Bundespräsident Wulff öffentlich Sex angeboten hat, wenn er das Gesetz zur Verlängerung der Atomkraft nicht unterzeichne:

Das ist der Gipfel von Politikverachtung und Selbstverachtung. Die totale Erniedrigung vor dem Aufmerksamkeitsapparat. Die endgültige Vereinigung von Politik nd Spektakel in der Person einer zeitgenössischen Autorin.

Ich weigere mich anzunehmen, dass wir uns ausgrechnet jetzt, auf dem Höhepunkt von Demokratie, Aufklärung und Frieden, in eine Gesellschaft aus unmündigen, event- und entertainmentsüchtigen Schein-Bürgern verwandeln, in eine von ihren Dompteuren dressierte Kuhherde, die täglich mundgerechte Happen Brot und Spiele wiederkäut.


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Der Text im heutigen Tagi ist die Kurzfassung eines Referats, das Juli Zeh am 27. November an der 24. Tübinger Poetik-Dozentur unter dem Titel "Aufgedrängte Bereicherung" gehalten hat. (ebenfalls bisher noch nicht online verfügbar). Der Text soll aber laut Tagi im nächsten Frühling im Swirdoff-Verlag veröffentlicht werden.

Online gibt's einen anderen spannenden Zeh-Text zum Thema hier: "Juli Zeh - eine Rede ... über die Bedeutung und Funktion der Literatur im politischen Kontext".
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Sonntag, 21. Juni 2009

Vom Versuch der Journalisten, über sich selbst im Krieg zu schreiben.

Bild: Screenshot Privatvideo: Kaffeeklatsch Ramush Haradinaj (UCK-Kommandant, später Ministerpräsident Kosova) mit Contextlink-Müller; Glocane/Kosova 2000)

Ich lese Carolin Emckes "Von den Kriegen. Briefe an Freunde". Sie tut das, was Journalisten immer wieder versuchen, und woran ich mir schon oft die Zähne ausgebissen habe: Sie schreibt über ihre Arbeit in Krisengebieten und versucht gleichzeitig, sich selber dabei zu beobachten, respektive darüber zu schreiben, wie sie das Ganze persönlich erlebt. Sie versucht zu erzählen, was in ihr vorgeht angesichts der Monströsitäten des Kriegs und des Leids, das er verursacht. Auch sie ist gescheitert.
Das Buch der freien Reporterin Emcke (Bild rechts in Afghanistan) weckt in mir zwar viele Erinnerungen - wir waren offenbar zur gleichen Zeit an den gleichen Schauplätzen, allerdings ohne dass ich sie bewusst wahrgenommen habe, aber ich erfahre nichts Neues von dem, was mich wirklich interessiert: Was wirklich in ihr vorgeht, wie sie die Erlebnisse für sich selbst verarbeitet.

Nur wenigen Journalisten ist das bisher überhaupt gelungen. Unter den deutsch Schreibenden kenne ich nur Hans Christoph Buch: Der Untertitel seines Buches "Blut im Schuh" sagt schon fast alles: "Schlächter und VOYEURE an den Fronten des Weltbürgerkriegs.").

Weil sich Journalisten - glücklicherweise meist zurecht - schwer tun, über sich selbst zu schreiben, versuchen einige ihre Botschaften loszuwerden, indem sie Kollegen porträtieren - Journalisten- oder Fotographen-Stars. Doch auch das scheitert meist. Von der Oeffentlichkeit wird das in der Regel nicht so wahrgenommen, doch einzelne dieser Produkte (Christian Freis "War Photographer") sind sogar schon für einen Oscar vorgeschlagen worden.

André Marty, Israel-Korrespondent des Schweizer Fernsehens (Bild links), der das, was er am TV-Schirm nicht erzählen kann, auf seinem Blog verarbeitet, empfiehlt jetzt den DOK-Film "Bloodtrail" als gelungenes Beispiel. Ich hatte leider noch keine Gelegenheit den Film zu sehen, aber wenn er tatsächlich gut ist, ist er die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Dem Krieg - und sich selbst - wirklich nahe zu kommen, haben fast nur Journalisten geschafft, die die Energie und Ausdauer gefunden haben, einen Roman zu schreiben. Die Form des Romans erlaubt es ihnen, den Fakten auch Nicht-selbst-Erlebtes und eigene Fantasien beizufügen, ohne sich dabei direkt entblössen zu müssen. Ernst Jünger war so einer oder Ernest Hemingway oder Michael Herr, der die Mutter als modernen Kriegsroman geschrieben, „Dispatches“, geschrieben hat. In jüngster Zeit sicher auch Arkadi Babtschenko mit seinem schlimmen Tschetschenien-Buch "Die Farbe des Krieges". Aus dem Irak und aus Afghanistan habe ich noch nichts wirklich starkes gefunden, vielleicht Anthony Swofford's "Jarhead".

Gemeinsam ist all diesen Schriftstellern und Journalisten mit Carolin Emcke und mir: die Faszination für den Krieg. Die Lust am Krieg. Einige versuchen diese doch etwas perverse Faszination zu kaschieren, indem sie von ihrer "Pflicht zu berichten und aufzuklären" faseln. Auch der Star-Kriegsfotograph James Nachtwey spricht leider in "War Photographer" davon, er müsse sich "der Verantwortung stellen". Diese Kriegsberichterstatter sind bestenfalls Romantiker oder Missionare, eher Lügner oder zumindest Selbstbetrüger.
Fast schmerzhaft konsequent - und der Wahrheit wohl viel näher - hat Anthony Loyd seinen persönlichen Kriegserlebnissen den Titel „My war gone by, I miss it so“ gegeben.

Die Triebfeder all dieser Autoren, den grossen wie den kleinen, ist immer dieselbe: Ueber den Krieg nachdenken, über die Menschen im Krieg nachdenken, über sich selbst im Krieg nachdenken. Es ist auch ein Verarbeiten. Nicht so sehr, was man gesehen oder erlebt hat, sondern, wie man sich selbst im Krieg erlebt hat.
Hans Christoph Buch (Bild rechts) formuliert es in "Blut im Schuh" (S. 16) so: "Indem ich mich in eine Extremsituation begebe, versuche ich, mehr in Erfahrung zu bringen über mich selbst." Was ihn antreibt ist die "Neugier": "Neugier auf die condition humaine - ich will wissen, wie meine Mitmenschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts leben und woran sie sterben - aber auch Neugier auf mich selbst."
(Ausschnitte aus "Blut im Schuh" findet man in diesem Interview mit H.C. Buch hier.)

Der Grund warum sie/wir schreiben oder zu schreiben versuchen: Journalisten, die im Krieg sind oder waren, haben schlicht zu wenig Möglichkeiten dieses Bedürfnis, über sich und den Krieg zur reden, zu befriedigen.

Am allerwenigsten gelingt ihnen das mit ihrer offiziellen Berichterstattung. Die Artikel und Beiträge im eigenen Medium werden dem bei Weitem nicht gerecht, was sie erleben. Die Heimredaktion will von ihrem Korrespondenten "draussen an der Front" Berichte und Reportagen, die das bestätigen, was sie schon weiss, und von dem sie selbstbewusst behauptet, es sei das, was die Hörer, Zuschauer oder Leser wissen möchten, respektive, was diese das angebotene Medium weiter konsumieren lasse. Schlimmer noch: Wenn ich von einer Reportage "draussen" - zum Beispiel wie im Bild Links im Herbst 2000 aus dem gebirgigen Hinterland im Kosova - zurück in die Hauptstadt Pristina kam, weil es nur dort die nötige Infrastruktur für einen vom Live-Duplex gab, hatte ich häufig keine Ahnung, was in der Zwischenzeit im Land gelaufen war. Draussen in der Pampa kommt ein Reporter nicht an die nötige Informationen. Seine Sicht ist beschränkt auf den kleinen Ausschnitt des Geschehens, den er selbst erlebt, und es ist sehr schwierig, diesen in das "richtige" grosse Bild einzuordnen. Die Zentrale in Zürich musste mich deshalb häufig mit den wichtigsten Infos zur aktuellen Lage im Kosova aufdatieren. Diese habe ich dann vom Ort des Geschehens in meinem Auftritt in 10vor10 wiedergegeben.
Was man als Reporter vor Ort eigentlich wirklich authentisch schildern kann, ist also höchstens eine Momentaufnahme, ein subjektiver, persönlicher Eindruck. Nur eben: meist interessiert man sich in der Heimredaktion gar nicht für diese Stories. Wenn man eine erzählt, riskiert man Kritiken wie "zu komplex", "zu wenig wichtig" und häufig: "zu parteiisch".

Das Bedürfnis der Krisen-Journalisten kann auch nicht befriedigt werden mit dem späteren Erzählen zuhause, bei Freunden. Auch diese wollen Stories, Abenteuer, Dramatisches hören. Nicht das Alltägliche, fast Banale, was intelligente und sensible Reporter im Krieg wirklich beschäftigt. Die Freunde wollen ihren Freund-Reporter als Helden bewundern können. „Hast Du nie Angst?“ oder „Wie kannst Du das nur alles verarbeiten?“ sind solche Bewunderungsfragen. Und weil das den Reportern auch ein bisschen schmeichelt, befriedigen sie dieses Bedürfnis ihrer privaten Bewunderer mit den nötigen Heldengeschichten. Selbst erlebt oder selbst gehört. Manchmal vermischt sich auch beides.

Aber über das, wasihn eigentlich beschäftigt, kann der Rproter mit fast niemandem Reden. Nicht nur, dass es kaum jemanden interessiert, wir sind auch überzeugt, dass wir gar nicht wirklich fähig sind, das in Worte zu fassen, was uns bewegt. Vielleicht, weil wir es selbst gar nicht wirklich fassen können. Aber vielleicht ist das auch nur eine Ausrede zur Schaffung eines Nimbus im Sinne von: da muss noch viel mehr, eben Unaussprechliches, unter der Oberfläche der Geschichten sein.

Carolin Emckes Buch ist also ein neuer Beleg für die Schwierigkeit, über sich selbst im Krieg zu reden. Ihr Buch bringt nichts Neues, es ist auch selten wirklich persönlich. Sie vermittelt manchmal gar ein schlechtes Journalistenbild, welches ihr vermutlich gar nicht gerecht wird: Naives Staunen einer jungen deutsche Journalistin, welche grad die Welt entdeckt und alles furchtbar neu und ganz speziell findet.

Natürlich tue ich ihr ungerecht, doch wenn ich ihr Buch lese, habe ich immer wieder das Gefühl laut protestieren zu müssen: Nein, das ist nicht richtig so, Du kratzt nur an der Oberfläche, Du hast nichts begriffen!
Dabei ist Carolin Emcke vermutlich auch nur daran gescheitert, das auszudrücken, was sie wirklich erzählen wollte, weil es sich eben nicht erzählen lässt.

Vielleicht hat sie - haben wir - nur Hemmungen, auszusprechen, zu schreiben, wie es wirklich ist und was in uns vorgeht. Vielleicht sind es gar Hemmungen, eine Art Schutz, um nicht wirklich konsequent zu Ende denken zu müssen. Man ist beschämt über sich selbst, man hat Angst, sich den Lesern, Zuhörern zu öffnen, sich zu disqualifizieren, entweder als kriegslüstern, sensationsgeil oder - wohlwollender - einfach als traumatisiert - sprich etwas wahnsinnig - zu gelten.

So lasse ich es lieber und versuche, mich - und das, was ich denke - bei anderen Autoren wieder zu finden.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Doping: Mitschuld der Sportjournalisten

Die internationale Sport (-Funktionärs-) Welt vollbringt zur Zeit wahre Höchstleistungen: Im Kommunikationsbereich.

Täglich kommen neue Doping-"Skandale" ans Licht, die eigentlich nur das bestätigen, was inzwischen alle wissen: Solch sportliche Extremleistungen, wie wir sie im Radsport, der Leichtathletik und in vielen anderen Sportarten bewundern, können nur erbracht werden, wenn dabei auch die Möglichkeiten medizinischer Leistungssteigerung genutz werden. Leider sind die wichtigsten der aktuellen Möglchkeiten in diesem Bereich aber verboten. Sie sind unter dem Sammelbegriff Doping zusammengefasst.

Eine unglaubliche Verdrehung
Die täglich neu auftauchenden Negativmeldungen müssen für die Kommunkationsverantwortlichen des Showbusiness Sport ein Horror sein. Aber sie versuchen tapfer, uns diese täglichen Skandalmeldungen als Positivbotschaften zu vekaufen: Statt der offensichtlichen Botschaft: "Der ganze Showsport ist vom Doping versifft, es hat sich gar nichts verändert in den letzten Jahren", kommunizieren sie: "Die Aufdeckung der Dopingfälle zeigt, dass unsere Methoden zur Dopingkontrolle zu greifen beginnen." Es ist als würde der Feuerwehrkommandant angesichts der sich unaufhaltsam ausbreitenden Waldbrände sagen: "Wir haben jetzt einen neuen Rauchmelder im Einsatz."

Sportjournalisten als Komplizen
Bisher gelingt der kommunikative Dreh nicht einmal schlecht. Dank der willfährigen Komplizität der Sportjournalisten. Es ist wirklich ungalublich, wie sich die Sportjournalisten von den Funktionären instrumentalisieren lassen.
Neustes Beispiel ist der Fall des österreichischen Radprofis Bernhard Kohl unter anderem auf baz.online heute: Im Lead heisst es: "Die strengen Kontrollen im Radsport zeigen Wirkung" und mit dem Titel wird auch die hässliche Kehrseite dieser unsäglichen Verdrehung wieder deutlich: "Bernhard hat sie alle verkohlt". Die fehlbaren Sportler werden als Betrüger an den Pranger gestellt, die Helden, dank denen man  sich in der Oeffentlichkeit gesonnt hat, werden gnadenlos niedergemacht. Sie werden fallen gelasse "wie heisse Kartoffeln".

Mit ihrer Berichterstattung machen sich die Sportjournalisten mitschuldig, dass das Problem nicht wirklich gelöst wird. Sie helfen mit, das weltfremde Bild vom "sauberen Sport" weiter zu zelebrieren. Sie stilisieren Hochleistungssportler zu übergrossen Helden, obwohl sie wissen, dass diese bei näherem Hinsehen, diese Leistungen nur vollbringen können, wenn sie die weltfremden Regeln der Kittelträger systematisch verletzen.

Und Lösung kann nur heissen: Dopingfreigabe ud maximale Transparenz. Und vorallem Freiheit für die Berufssportler, die Freiheit, selbst darüber zu entscheiden, was sie mit ihrem Körper tun. Aber darüber habe ich in diesem Blog schon geschrieben.

Modellfall Cancellara?
Ich bin sehr gespannt auf die Weiterungen im Fall unseres grossen Helden von Olympia, Fabian Cancellara. Alles andere als die Bestätigung des Dopingverdachts wäre eine Überraschung und auch unglaubwürdig. Nur: Wer wird dann noch öffentlich mit ihm auftreten? (Lieber Joggi, wie wirst Du Dich verhalten?) Dieser Fall könnte zu einem Modellbeispiel werden, wie die Medien (und die Funktionäre) mit einem gefallenen Helden umgehen

Mein persönlicher Respekt für die unglaubliche Leistung dieses Berufssportlers wird sich jedenfalls nicht verändern.

Samstag, 4. Oktober 2008

Frank Schirrmacher. Journalismus vom Feinsten.

Schon wieder ein Artikel von Frank Schirrmacher in der FAZ, der mir sehr gefällt:
"
George W. Bush: Nehmen Sie die embryonale Stellung ein!
" (siehe nächster Post gleich oben dran). Böse, präzis, gut geschrieben wie schon der Artikel "Mehr als eine Finanzkrise", der mich während meinem Kurzurlaub auf Mallorca sehr beschäftig und animiert hat.

Frank Schirrmacher (* 5. September 1959) ist ein deutscher Journalist, Literaturwissenschaftler und Essayist , Buchautor und seit 1994 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung .

Schirrmacher's Artikel snd vielleicht deshalb besonders spannend, weil er einen anderen Hintergrund, einen anderen Zugriff hat: Er ist ist nicht eigentlich Polit-Journalist, sondern Feuilletonist. Er hat Literatur und Philosophie studiert. Es gelingt ihm ein entsprechende andere Zugriff, vielleicht ganzheitlicher.

Freitag, 26. September 2008

Agglotrottel als Objekt der Begierde

Es gibt ihn noch, den guten Journalismus. Sogar im eigenen Haus. Tut gut.
Der Artikel von Philipp Löpfe auf baz.online ist eine Perle in Sachen Relevanz und flotter Schreibe im besten Sinn.
Sehr lesenswert:

"Wenn für Grosskapitalisten Kleingeld zählt".

Samstag, 16. August 2008

Es gibt ihn noch, den anspruchsvollen Journalismus.


Lange war ich ziemlich verzweifelt, ob all dem Bullshit, der mir aus den Medien, die ich mehr oder weniger freiwllig konsumiere, entgegen sabberte. Mit meiner Rückkehr zum Journalismus muss ich naturgemäss wieder eine etwas freundlicher Position der Identität gegenüber entwickeln, die mich im Grunde genommen selbst ausmacht und in die ich zur Zeit meine ganze Energie verwende.
Die neue berufliche Auseinandersetzung mit dem Journalismus im Internet hat mir aber auch ein Fenster geöffnet: Neben einer unendlichen Masse von Mist, stosse ich im Netz auch immer häufiger auf Exzellentes. Das Internet ist nicht nur ein Müllhaufen von Belanglosigkeiten, sondern gleichzeitig auch ein Hort von erstklassigem, anspruchsvollem Journalismus, mit dem ich mich identifiziere.
Ein grosse Hilfe sind dabei die Internetseiten vieler grosser Verlage, von denen ich natürlich, wenn auch nicht ausschliesslich, vorallem die deutschsprachigen konsumiere: spiegel.online, Die Zeit online, facts 2.0 oder nzz.online.

Un weil mir momentan schlicht die Energie fehlt, meinen Blog mit eigenem Material zu bedienen, das mir Wert scheint, von Anderen gelesen zu werden, möchte ich mich häufiger damit begnügen, wenigsten Dinge in den Blog zu stellen, die mir gefallen, die mich beschäftigen.

Zum Beispiel das: (siehe den nächsten Post weiter oben)

Freitag, 4. Juli 2008

Die Zeitung stirbt

Vin Crosbie, der Online-Guru in den USA (Online-News-Veteran, Consultant und Professor für Visual Interactive Communications an der Syracuse University) formuliert radikal,was wohl acuh für Europa und die Schweiz gilt.

"The newspaper industry is dying".

http://www.digitaldeliverance.com/blog/2008/06/second_annual_global_conferenc_1.html

Gleichzeitig formuliert Crosbie aber auch soetwas wie: "Die Zeitung ist tot, lang lebe die Zeitung." Aber eben nur, wenn sie sich wandelt und vorallem den Sprung ins Netz schafft.
Crosbies Hauptbotschaft:

individualisierte(«customized») Vermittlung von Informationen (News):
    «Billions of people today are using their new-found cornucopia of access to information. Each person is using it to hunt and gather whatever mix of information matches his unique individual mix of interests.

    And those billions of people are gravitating away from generic, analog products that deliver the same mix of news to everyone. They're moving away from the analog newspaper.
    That's why circulation is declining. This isn't a cyclical change. It's permanent. The cornucopia of access to information that consumer now have isn't going to go away. The traditional, analog newspaper is.
    […]
    Customization makes the daily newspaper more relevant to each person's interest and needs. It will make the daily newspaper much, much more valuable. Billions of people are leaving analog newspapers and going out to hunt and gather information that fits each of their own individually unique mixes of interests. Why should they hunt and gather?

    There's a huge business opportunity there. People talk about the missing business model for online publishing. Well this is it and always has been. And it's possible online and now in print.»

    Umsetzung: ab 8. August 2008 unter www.baz.ch