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Montag, 10. Oktober 2011

Victor Bout: Jetzt auch Teil der Geschichte des Internets.

Victor Bout: "Geschäftsmann" oder "Händler des Todes"?
Victor Bout, der wohl berühmteste Waffenhändler der 90er-Jahre in Afrika und darüberhinaus, könnte künftig auch in der Geschichte des Internet einen festen Platz haben.
Morgen beginnt in New York der Prozess gegen den 44-jährigen Russen, der von den Medien gern als „Händler desTodes“ bezeichnet wird, weil er skrupellos Waffen an „Terroristen“ und Warlords zum Beispiel in Afghanistan, Liberia, Angola oder im Kongo geliefert hat.

Dienstag, 11. August 2009

Victor Bout (42), "Händler des Todes": Bald frei?

Bild: The National (UAE/AFP): V. Bout nach dem Gerichsttermin vom 11.8.2009 in Bangkok

Tailand liefert Victor Bout, den "Händler des Todes", NICHT an die USA aus. Die USA haben jetzt 72 Stunden Zeit, gegen den Entscheid des thailändischen Gerichts zu appellieren. Ansonsten wird der Russe mit seiner nicht zuletzt für die USA höchst unangenehmen und bedrohlichen Geschichte auf freien Fuss gesetzt. (Contextlink hat schon anfangs 2009 unter dem Titel "Eine Geschichte die zum Himmel stinkt" über den Fall berichtet.)

Hier der aktuelle Bericht des englisch-sprachigen russische Fernsehsenders RT:


Der Entscheid des thailändischen Gerichts, Bout nicht an die USA auszuliefern, ist gemäss der Formulierung von The National, der Tageszeitung aus der langjährigen Operationsbasis des Russen in den Arabischen Emiraten, "ein herber Rückschlag für die USA". Die USA haben im März 2008 den russischen "Geschäftsmann" in einer dubiosen Aktion ihrer Anti-Drogen-Behörde DEA Bout 2008 unter einem Vorwand nach Thailand gelockt haben, um ihn dort festzunehmen.

Bout war so etwas wie der "Postbote" zahlreicher Herren. Er hat mit seiner grossen Flotte von Frachtflugzeugen alle Arten von "Güter", von Nahrungsmitteln über Waffen oder Diamanten bis Personal, für zahlreiche Auftraggeber an Orte transportiert, wohin sonst niemand geliefert hat: In die afrikansichen Bürgerkriegsländer Kongo oder Liberia, nach Afghanistan, in den Irak, usw.. Auftraggegber waren mal die lokalen Warlords oder Rebellenkommandanten oder die Taliban, aber andere Male auch die UNO oder die USA (die US Army).

Einen kleinen, sehr spannenden Einblick in die Welt des Victor Bout bietet ein Interview von Peter Landesman aus dem Jahr 2003, welches die Süddeutsche Zeitung letztes Jahr veröffentlicht hat.

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder punktuell über den Fall Victor Bout recherchiert und Verfüge inzwischen über ein spannendes Dossier. Leider habe ich noch keine Zeit (viel Zeit) gefunden, um etwas zu publizieren. Es ist ein Traumstoff für einen DOK-Film, besser als der Kinofilm "The Lord of War" mit Nicholas Cage in der Hauptrolle, der angeblich die Geschichte des Victor Bout erzählt.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Victor Bout (41): "Händler des Todes" (Folge1) ... Eine Geschichte, die zum Himmel stinkt.

Das ist der Stoff, aus dem Politthriller sind und seine Geschichte soll auch die Vorlage für den Thriller "Lord of War" mit Michael Cage in der Hauptrolle gewesen sein: Victor Bout (41): "Merchant of Death", "Der Händler des Todes". Er soll der grösste private Waffenhändler der Welt (gewesen) sein.
Noch so eine "Inkarnation des Bösen". Natürlich fasziniert mich seine Geschichte, seine Person. Nicht zuletzt auch, weil seine Geschichte auch an Schauplätzen spielt, zu denen ich eine starke Beziehung habe. Afrika, der Kongo, aber weit darüberhinaus. Vor allem aber bin ich überzeugt, Bout's Geschichte ist viel vielschichtiger und noch viel spannender, als sie uns erzählt wird. Oder deutlicher: Die Geschichte, die man uns bisher von Victor Bout erzählt hat, stinkt zum Himmel.

Das heisst nicht, dass ich Bout für unschuldig halte. Er ist ohne Zweifel ein unglaublich skrupelloser Geschäftsmann, der bereit war, über Leichen zu gehen. Aber die wahre Geschichte liegt unter der spektakulären Oberfläche, bei denen, die jetzt mit dem Finger auf Bout zeigen, respektive bei denen, die die Medien mit Infos über den "Händler des Todes" füttern, um von der ganzen Wahrheit und ihrer direkten Implikation abzulenken.

Das ist die Geschichte, die man uns erzählt zusammengefasst in 5 Minuten:



Ausführlichere Infos zur Geschichte Victor Bouts, was ich dazu recherchiere und was ich persönlich hinein interpretiere, folgen in späteren Blogs.
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Montag, 14. Juli 2008

Unwichtiges: Anti-China-PR bei Schweizer TV


Es gibt kaum mehr einen Bericht in den Schweizer Medien zu Afrika, der nicht in das amerikanische Propaganda-Lied der chinesischen Unterwanderung (Details siehe Post in diesem Blog vom 13. Juni "Feindbild China") einstimmt.
Heute Abend wiedereinmal die Tagesschau des Schweizer Fernsehens.

Eigentlich ist es ja erfreulich: Anlässlich der Klage des Internationalen Strafgerichtshofes gegen den sudanischen Staatspräsidenten berichtet die Tagesschau des Schweizer Fernsehens wieder einmal über die katastrophale Situation im Darfur. Nur: Dass sie dabei einmal mehr die amerikanische Propaganda über eine angebliche Unterwanderung Afrikas durch China ins Zentrum des Beitrags rückt, ist eine journalistisches Fehlleistung.

Natürlich verwendet SF für den Bericht das Bild-Material, welches die Redaktion über den internationalen News-Exchange erhält, welches grossmehrheitlich aus amerikanischen oder britischen Quellen stammt. Problematischer ist, dass die Tagesschau offenbar auch die Agenturmeldungen aus den USA zum Thema multipliziert und deren so offensichtliche propagandistischen Gehalt unreflektiert in unsere Schweizer Stuben weiterverbreitet. (Leider hat SF den heute 14.7.2008 gesendeten Beitrag nicht ins Internet gestellt.)


In dem Tagesschau-Beitrag wurden die Waffenlieferungen Chinas an die kriegführenden Gruppen im Sudan angeprangert und unter anderem mit einem chinesischen Schriftzug auf einem alten Militärlastwagen (!!!) belegt. Der Lastwagen wie auch viele Waffen mögen aus China stammen und es ist tatsächlich zu kritisieren, dass China überhaupt Waffen nach Afrika und speziell in den Sudan liefert.

Der amerikanische Finger, der da aber einmal mehr auf China zeigt, ist nicht nur schmutzig, sondern mit Blut besudelt und eine minimalste Recherche der Tagesschau mit einem einzige Klick im Internet hätte es dem beauftragten Redaktor und seinem verantwortlichen Produzenten verbieten müssen, dieses Material ohne jegliche Einordnung zu senden.

Das weltweit anerkannte SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) hat in seinem Jahresbericht 2007 einmal mehr mit aller Deutlichkeit gezeigt, auf wen alle Finger zu richten sind, auch in Afrika: Fast 50 Prozent der Waffen (528,7 Milliarden USDollar oder 46%), welche weltweit 2006 produziert wurden, stammen aus den USA. China produziert nicht einmal einen Zehntel so viele Waffen (49,5 Milliarden USDollar oder 4% der Weltproduktion). 5 der 6 grössten Waffenproduktionsfirmen der Welt, sind amerikanische Unternehmen, welche ihr Business weltweit betreiben. China ist netto ein Waffenimporteur, sprich, es werden wesentlich mehr Waffen auf dem internationalen Markt eingekauft, als verkauft. Chinas Anteil am Export von Waffen beträgt gerade mal 2 Prozent des Weltmarktes und China rangiert damit in der Liste der Waffenexporteure sogar noch hinter Italien und nur ganz knapp vor Schweden. Marktführer USA kommt auf satte 30, 2 Prozent.