... aber immer noch auch Musik. Z.B. Jules Gueye, Trompeter aus Senegal:
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Montag, 2. Januar 2012
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Afrikanische Forschungsreise in Europas "Herz der Finsternis"
Der Film ist zwar inzwischen 9 Jahre alt, aber immer noch wunderbar schräg und treffend: "Das Fest des Huhns." Die Produktion der ORF-Kultursendung "Kunststücke" begegnet mir jetzt wieder auf den Blog US-amerikanischen Afrika-Professoren: Laura Seay titelt auf "Texas in Africa": "Into darkest Austria". Chris Blattmann auf seinem Blog: "Heart of (Austrian) Darkness". Wobei wir nicht allzu laut über die "dummen Österreicher" lachen sollten. Der Text bringt es gleich zu Beginn des Films auf den Punkt: Das verhalten der Menschen in Oberösterreich sei auch für andere Stämme im Alpenraum" typisch. Enjoy:
Freitag, 14. Oktober 2011
Contemporary African Art: "State of The Nation"
Donnerstag, 11. Februar 2010
Zeig' mir Deine Toilette und ich sage Dir, wie Du bist...
Zuerst einmal fällt mir auf, dass mich Toiletten häufiger beschäftigen. Auch in diesem Blog. Ich gestehe, es gibt für mich wenig Wichtigeres als ein WC, ein sauberes WC, auf dem ich ungestört so lange sitzen kann, wie ich mag.Ich habe auch schon immer öffentliche Einrichtungen, speziell Restaurants, anhand ihrer Toiletten beurteilt. Im Sinne von: Ob eine Beiz wirklich gut ist, sieht man an ihrem WC.
Slavoj Zizek geht - wie immer - noch einen grossen Schritt weiter: Er beurteilt sogar die Länder anhand ihrer WCs, respektive anhand ihrer Kloschüssel-Konstruktion. Mehr als amüsant:
WCs sind ein eigentliches Kulturgut (siehe z.B. Istanbul) und nicht zuletzt auch ein erstklassiger Indikator für Entwicklung.
Insofern sind die USA ein doch einigermassen entwickeltes Land. Ihre öffentlichen WCs sind meist sauber und punkto Kloschüsseltechnik, wie Zizek philosophisch belegt, sogar richtig fortschrittlich.
Absolute Spitze ist mancherorts hier in den USA der zusätzliche Service auf der Toilette. So beispielsweise in der Sportsbar "Chicago Pizza" in Downtown Jacksonville/Florida, wo ich das Superbowl gesehen habe: Damit man ja keine Sekunde der endlosen Werbespots verpasst, ist jede Pissoirschüssel mit einem eigenen TV-Screen ausgerüstet.Frappierend find ich - im ansonsten so prüden Amerika - die fehlende Intimität der öffentlichen WCs, der "Restrooms". Ich kann dort nicht wirklich "Rasten". Man sitzt arg öffentlich. Die Verschalung der einzelnen Kabinen ist knapp und oben und unten offen. Dies hat den Vorteil, dass man von Weitem sieht,
ob da schon einer hockt oder noch viel mehr in der Kabine abgeht (siehe Bild).Wenn ich auf der Schüssel sitze, kann ich die Schuhe meines mitkackenden Nachbars studieren oder das Bündel seiner auf die Schuhe heruntergelassenen Hose. Wenn ich aufstehe, kann ich problemlos über die Trennwand auf seinen nackten Hintern sehen - natürlich tue ich das nicht. Ueberhaupt führt die arg öffentliche Situation dazu, dass ich es in den USA tagelang schaffe, nicht auf's WC zu gehen, fast wie in Afrika.
Montag, 16. Februar 2009
Istanbuls WC-Kultur
Die Suleymaniye, eine der drei grossen Moscheen Istanbuls, ist zur Zeit leider wegen Bauarbeiten geschlossen. Nur ein kleiner Nebenraum ist geöffnet - und das öffentliche WC. Das aber ist allein den Besuch der Moschee wert - und wer mir jetzt irgendeine unterschwellige Bösartigkeit unterstellen möchte, macht sich selbst schuldig.
Die WC-Anlage am Rande des Vorhofs der wirklich prächtigen Moschee ist schlicht sensationell: Üppig, farbig, sauber. Überall an den Wänden und an den Lavabos sind künstliche Rosen drapiert und über den Pissoirs hängen kleine Bildschirme, auf denen einen ein glitzernd-sprudelnder, tropisch-kitschiger Wasserfall zum pinkeln anregt. Und was man auf dem Föteli nicht sieht: das ganze Moscheen-WC-Erlebnis wird untermalt mit dem Sound von intensivstem Vogelgezwitscher im Regenwald.Ein kleines Paradies auf Erden.
Passt überhaupt nicht zu meinem offensichtlich falschen Vorurteil der den irdischen Schönheiten wenig zugetanen, bärtigen Fundamentalisten, die doch hier das Sagen haben müssten.
Lange habe ich behauptet, man könne das zivilisatorische Niveau eines Landes an der Sauberkeit seiner Toiletten messen. Da schneidet Istanbul jedenfalls - auch abgesehen vom WC der Suleymnaniye - wirklich gut ab. Ich habe bisher noch kein einziges unsauberes WC angetroffen. Manchenorts trifft man noch auf Stehclos, aber in keiner Stadt rund ums Mittelmeer habe ich bisher soviele WCs mit Closomat gefunden oder einer Vorrichtung, die automatisch nach dem Gebrauch eine neue Plastikfolie über den Sitz zieht. Und das nicht selten in ganz gewöhnlichen Beizen.
Ubrigens: Die Süleymaniye sieht von aussen so aus:
Dienstag, 14. Oktober 2008
"Blödsinn". Jawoll!
Endlich hat's mal einer gesagt. Einer mit Gewicht. Marcel Reich-Ranicki ist zwar inzwischen ein alter Mann (88), aber er hat das gesagt, was viele denken: Das ist nicht einfach nur unzumutbar, was uns da auf allen deutschsprachigen Kanälen als "Unterhaltung" entgegenplätchert, es ist einfach "Blödsinn" im wahrsten Sinne des Wortes. Es macht unsere Sinne blöd.MRR hat es schlicht nicht mehr ausgehalten, ob all dem Blödsinn, der da an der Verleihung des deutschen Fernsehpreises präsentiert und prämiert wurde. Und als er schlieslich den Preis für sein Lebenswerk entgegennehmen sollte, hat er ihn schlicht nicht angenommen. Und alle, die schon lange mitgelitten haben applaudieren.
"Ich konnte es einfach nicht mehr aushalten." In einem Interview mit der FAZ erzählt MRR, warum er so wütend war.
Unter den Applaudierende auch Elke Heidenreich, die selbst bei der Aufzeichnung der Sendung im Saal sass. In ihrem empörten Bericht (ebenfalls auf faz.net) formuliert sie vieles, was MRR und viele andere, zu denen ich mich auch zählen möchte. Schlüsselsätze:
"Wir haben uns nur noch geschämt ... Wie jämmerlich die dargebotenen Produkte und Arbeiten in der Mehrzahl waren, wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich.""Wieso wird eine unterirdische Sendung wie „Deutschland sucht den Superstar“ zur Besten Unterhaltungssendung gekürt und gibt den Machern die Möglichkeit, frech zu sagen: Da seht ihr es, ihr intellektuellen Schreiberlinge, man liebt uns, und wir machen weiter?"
"Er (MRR) ging nach ein paar lächerlichen, banalen und eher demütigenden Sätzen von Gottschalk, die wohl die Laudatio sein sollten, schwerfällig, gestützt, an das Rednerpult und war dann ganz der Gott des Donners und des Zorns, den wir an ihm kennen und lieben."
"Er nehme den Preis nicht an, basta"
"Was das hier sei. Wo man ihn hier hingeschleppt habe. Was er sich da seit Stunden ansehen und anhören müsse. Eine Zumutung. Er solle hier geehrt werden. Hier? Von wem? Für was? Wo ist hier auch nur eine Ahnung von Kultur und Bildung? Er nehme diesen Preis nicht an."
"Wunderbar. Danke auf ewig."
"...dann wurde er herausgeführt aus der Hölle dieser Halle, und der Moderator sagte, nun wörtlich: „So, jetzt sind wir wieder unter uns und können weitermachen.“ Klar. Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss."
"Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen."Danke, Frau Heidenreich.
Und Marcel Reich-Ranicki bleibt unverwüstlich, optimistisch. Im faz.net-Interview sagt er heute:
"Ich glaube schon, dass es eine Debatte über das Niveau unserer Programme geben wird. Aber dass die so nötige Programmänderung bevorsteht, das glaube ich leider nicht – es sei denn, unser Publikum, das bessser ist als sein Ruf, nimmt sich der Sache ernsthaft an und wird nicht aufhören, von Intendanten und Programmleitern zu verlangen, was ihm vorenthalten wird: ein anspruchsvolles Fernsehprogramm."
Inch'allah.....
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