Donnerstag, 12. Juni 2008

Olé

Die Fangesänge rund um den Fussball sind ja nicht besonders vielfältig. Sie werden mehr oder weniger fantasielos der Gelegenheit und Gegebenheit etwas angepasst und sind echt völkerbindend. Fast alle Fangruppieren grölen die gleichen Lieder.
Dominant in der gesamten Fussballszene ist klar das "Olé".



Ob alle Olé-Brüllenden wirklich wissen, was sie das rufen, respektive wen sie da hochleben lassen, darf allerdings bezweifelt werden: Es ist der Gott der von vielen Verachteten Muslimen "Allah". Der Ausruf "olé" geht genau auf arabisch wa-llah („bei Gott“) zurück, welches von den Mauren bei ihrer Eroberung Spaniens vor 700 jahren nach Europa gebracht wurde. Die Spanier, welche es erst 700 jahre später, Mitte des 15. Jahrhunderts geschafft haben, die Mauren wieder aus Spanien zu verdrängen, haben deren Ruf wa-llah zu "olé" verballhornt. Das "olé" ist bei Weitem nicht das einzige Erbe Europas aus der maurischen Zeit. Die moderne Mathematik, die Medizin, aber auch die Landwirtschaft wäre ohne den Einfluss der muslimischen Spanier nicht das, was sie heute sind. Die Kultur der Mauren hat damals erst die Voraussetzung für die "Renaissance" in Europa geschaffen. Deswegen ist es auch gar nicht unangebracht, wenn heute die Massen, die Leitfigur dieser Kultur, die Europa mit entwickelt hat, hochleben lässt.

Dazu ein Buchtipp: Ilija Trojanow: "Kampfabsage". Grosse Zusammenhänge rund um "unsere" Mittelmeerkultur. Sehr anschaulich und leicht lesbar. Einiges wird von Trojanow, anders einordnet, speziell das Verhältnis der Kulturen. Seine Hauptthese: Neues entsteht an den Schnittstellen der Kulturen, dort, wo sich "Fremdes" begegnet und sich gegenseitig befruchtet. Das Buch ist gleichzeitig hochpolitisch und top-aktuell. Gruss an die SVP und Ihresgleichen.

1 Kommentar:

congo hat gesagt…

Vielleicht besser nicht weitersagen.