Freitag, 13. Juni 2008

Mit dem Kind in die Euro-Fanzone

Kinder findet man wenige in der Fanzone. Zumindest kleine Kinder. Offenbar sind viele Eltern abgeschreckt durch die Dauer-negativ-Propaganda, die in den letzten Monaten von allen Seiten gemacht wurde. Die Horrorgeschichten von ganzen Gruppen von gewaltbereiten Hooligans, welche unsere Städte verwüsten und sich unschuldige Opfer für Schlägereien suchen, haben sich zwar bisher als haltlos erwiesen, aber die Wirkung bleibt.
Ich habe meinen Freund, Roger Schnegg, den Direktor des Schweizer Volleyballverbands, praktisch genötigt, anlässlich des Spiels Schweiz-Türkei am vergangenen Mittwoch, zusammen mit seinem Sohn Timo auch einen kurzen Abstecher in den Fan-Boulevard in der Stadt zu machen. Leider hatten die beiden bei der Fahrt im Extrazug von Bern schon ein Negativ-Erlebnis, als sie die Pöbeleien einer Gruppe Unverbesserlicher erleben mussten. Etwas verschüchtert oder zumindest skeptisch-vorsichtig haben sich Roger und Timo aber trotzdem in die Steinenvorstadt und auf den Barfi gewagt:



Uebrigens: Vater und Sohn Schnegg haben in Basel schliesslich einen entspannten Abend genossen. Keine Probleme im Stadion. Timo hat im Extrazug zurück nach Bern entspannt geschlafen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Andy - cool gemacht! Vielen Dank. Der Ausflug mit Papa an die Euro hat mir viel Spass gemacht. Der Match war sehr spannend. Im Stadion hat es mir gut gefallen. In der Gasse hatte es ein wenig komische Leute, aber im Stadion nicht mehr so. Liebe Grüsse, Timo

Anonym hat gesagt…

Hi Andy, als Volleyballer bin ich natürlich etwas neidisch auf die Masse an Fans - auch wenn ich bei einigen froh bin dass sie nicht Volleyball Fans sind. Es war ein toller Vater/Sohn Ausflug welchen Timo und ich sehr genossen habe. Das Spiel als solches war eigentlich gar nicht so wichtig. Insofern unterscheiden wir uns vielleicht gar nicht so stark von den 0815 Fussball Fans. Gut, ich bin etwas neidisch auf die Masse an Fans, auf all die Medien, auf all die Sponsoren und auch ein wenig auf all das Geld das die diversesten privaten und öffentlichen Institutionen investiert haben.

Worauf ich aber nicht neidisch bin sind die Spieler. Da bin ich mächtig stolz auf meine Beach Stars. Warum komme ich darauf?

Mit Timo war ich etwa 2 Stunden vor Spielbeginn im Station. Kurz danach kam das Schweizer Nationalteam tröpfchenweise aufs Spielfeld. Die meisten Kaugummi kauend, Hände in den Hosentaschen und irgend welche Musik hörend. Das etwa halbvolle Stadion begrüsste sie mit Sprechchören und jubelte. Alex Frei sein Name wurde skandiert welcher ebenfalls an Krücken ins Stadion kam. Etwa 1/4 Stunde standen die Herren anscheinend gelangweilt in der Mitte des Feldes. Kein einziger der Spieler hätte auch nur einmal einen Arm gehoben um die Fans zu begrüssen. Mein Sohn Timo hat auf jeden Fall nicht verstanden warum sie ihm nicht zugewunken haben. Und ich habe es auch nicht verstanden. Sind die Fans denn nur dann interessant wenn man weiss das die Medien zuschauen? Warum wundern sich dann gewisse Herren wenn sie ausgepfiffen werden (wobei Streller nicht dabei war bei diesem Spiel). Es hätte keinen der Spieler irgendwas gekostet oder in ihrer Konzentration gestört. Besser, ja viel besser haben es einzig ein wenig später die beiden Torhüter Benaglio und Zuberbühler gemacht. Sie kamen strahlend, klatschend und winkend ins Stadion und drehten eine Runde. Super gemacht!! Seither ist mein Sohn Timo Benaglio Fan. Frey hat seine Chancen verspielt. Er beschäftigte sich offensichtlich viel lieber mit seinem Kaugummi als mit seinen Fans welche viel Geld bezahlt haben damit er vor einer solchen Kulisse spielen darf und damit erst noch viel Geld verdient.

Europameister im Fussball sind sie nicht geworden. Europameister der Herzen für uns einzig Benaglio.

Ich wünschte die hochbezahlten Fussball Stars wären sich ihrer Vorbild Funktion etwas bewusster und würden Fans ein klein wenig würdigen. Es braucht ja fast nichts.

Roger Schnegg