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Donnerstag, 22. Oktober 2009

Boliviens Lithium-Zukunft (FP)

Bild: GettyImages: Flamingos auf dem Lithium-See Uyuni in Bolivien

Jetzt hat auch Foreign Policy das Thema Lithium und Bolivien aufgenommen: "Bolivia's Lithium-Powered Future". "Was der weltweite Batterien-Boom für das ärmste Land Südamerikas bedeutet."

Contextlink hat schon einige Zusammenhänge dazu zusammengetragen. Die Story auf FP ist aber sehr lesenwert, speziell dank der vielen Bilder.


Bild: GettyImages: Erste Anzeichen der Lithium-Ausbeutung am Uyuni-See in Bolivien

Dienstag, 6. Oktober 2009

Die Zukunft der Elektroautos liegt in Bolivien: Der Rohstoff Lithium

Die Zukunft des Autos ist elektronisch. Das hat inzwischen - dank der Wirtschaftskrise - auch die Automobil-Industrie begriffen. Jetzt endlich forcieren sie die jahrzehntelang vernachlässigte Forschung am abgasfreien Elektro-Antrieb.
Das Hauptproblem ist allerdings noch nicht gelöst: Die Speicherkapazität der Batterien. Nicht nur die Technik ist ein Problem: Noch wenig bekannt ist, dass es auch am nötigen Rohstoff fehlt. Basis der Lithium- Ionen-Akkus in den Autos ist der Rohstoff Lithium. Und auch dieser Rohstoff ist rar. Wir haben ein "Problem mit dem Lithium". Es gibt auf der Erde zu wenig Lithium, um die geplanten Millionen-Flotten von Hybrid- und Elektroautos anzutreiben.

Und - auch das ist für Manche ein Problem - die Hälfte der bekannten Lithiumvorräte dieser Welt liegen in Bolivien, unter dem Uyuni-Salzsee, auf rund 3700 Meter über Meer in der unwirtlichen Atacama Wüste. Jahrhundertelang haben Fremde die Rohstoffe des armen Andenstaates ausgebeutet. Zuerst die Spanier (Silber) und dann internationale Rohstoffkonzerne. Bolivien und die Bolivianer selbst hatten - mit Ausnahmen einer kleinen Gruppe von lokalen Oligarchen - wenig davon. Der ganze Reichtum aus dem bolivianischen Boden - sei es Silber, Zink, Oel, Gas oder Soja - floss ins Ausland. Seit 2006 ist das anders. Seit seinem Machtantritt hat der erste indianische Präsident eines lateinamerikanischen Landes den ausländischen Rohstoff-Firmen und den einheimischen Oligarchen Bedingungen aufgezwungen, die den Staat und damit die Bevölkerung Boliviens an den Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft beteiligen.

Und auch in Sachen Lithium hat Präsident Morales von Anfang an klargestellt, dass der bolivianische Staat den Abbau des "grauen Golds" kontrollieren will: "Wir suchen Partner - nicht Herren", hat er u.a. gegenüber dem österreichischen "Standard" gesagt.

Die Westmedien setzen schon reisserische Titel: Bolivien könnte "Mit Lithium reich wie Saudiarabien werden" ("Der Standard") oder "Salziges Gold" ("Süddeutsche Zeitung"). Und der "Spiegel" schreibt: "Es ist kaum zu glauben, dass der Rest der Welt, angeführt von großen Industriestaaten wie etwa Deutschland, Japan und den USA, irgendwie von dem desolaten Salzsee in Bolivien abhängig sein könnte. Doch genau das wäre der Fall, wenn die Regierungen, Rohstoffkonzerne und Autohersteller des Westens weiterhin energisch auf eine Zukunft mit Millionen von Hybrid- und Elektroautos setzen - auf leise summende Antriebe mit Akku-Paketen und Ladestationen mit Stromkabeln und Steckern anstelle von Tankstellen, Zapfsäulen und Tankrüsseln."

Doch Bolivien geht das Problem langsam und sichtlich gelassen an. Die Preise für Lithium steigen kontinuierlich und am Uyuni-See wird erst eine Versuchsfabrik gebaut, wie der sehr informative, zweiteilige Report von ArteTV zeigt, den ich ans Ende dieses Contextlink-Beitrags stelle.

Zuvor aber noch das:
Der Westen, die Auto produzierenden Industriestaaten haben alles Interesse daran, dass Bolivien stabil bleibt. Doch diese Stabilität ist sehr gefährdet. Am kommenden 6. Dezember finden in Bolivien Präsidentschaftswahlen statt. Evo Morales dürfte die Wahlen gewinnen. Doch internationale Beobachter fürchten, das es nach den Wahlen zu einer erneuten Eskalation der innenpolitschen Situation kommt. Insbesondere die von Morales etwas kürzer gehaltenen (meist weissen) Oligarchen drohen mit der Teilung des Landes. Offen reden sie von einem Bürgerkrieg und einer Abspaltung des reicheren, im Osten gelegenen Tieflandes. Nicht, dass ein Bürgerkrieg westliche Rohstoffkonzerne bisher daran gehindert hätte, die Rohstoffe eines Landes trotzdem auszubeuten. Aber mit Sicherheit, ist ein friedliches und sicheres Bolivien für den Abbau des so wichtigen Rohstoffes Lithium günstiger, als wenn das Land in einem gewalttätigen Chaos versinkt.
Vielleicht aber ist das Lithium auch eine Chance für Bolivien: Die Oligarchen könnten es sich angesichts der formidablen Gewinnaussichten mit dem Lithium im westlichen Hochland vielleicht doch noch einmal überlegen, ob sie es mit einer Abspaltung des östlichen Tieflandes wirklich ernst meinen.
Und für Morales bedeutet das Lithium die reale Chance, zumindest einen Teil der Hoffnungen, die man in Bolivien, in Südamerika und in der ganzen Dritten Welt auf ihn setzt, wahr zu machen.

"Lithium. das graue Gold" Report Arte TV 2009:
Teil 1:


Teil 2:

Samstag, 12. September 2009

Evo Morales und Osama bin Laden

Sie haben eines gemeinsam, der erste indianische Präsident eines südamerikanischen Landes, Evo Morales, und das absolute Feindbild des Westens, der Chef der al-Qaida, Osama bin Laden. Gemeinsam ist ihnen der Hass, der Hass auf den Westen.

Jean Ziegler, der Doyen der westlichen Drittweltdenker, hütet sich in seinem neusten, wirklich atemberaubenden Buch "Der Hass auf den Westen", diesen Vergleich zu machen. Er weist ihn sogar explizit von sich: "Lichtjahre" trennten sie. Nicht einmal den Namen bin Laden nimmt Ziegler in den Mund. Doch seine Ausführungen legen diesen Vergleich eigentlich nahe: Der Hass, der die al-Qaida antreibt und der Hass, den die Völker des Südens und Evo Morales tief in sich tragen, ist "aus dem gleichen Leiden hervorgegangen", wie Ziegler schreibt (S.26):
Die Ursache für das Leiden liege in der Geschichte, den langjährigen "Demütigungen" und dem "Schrecken, die Menschen und Kulturen des Südens "in der Vergangenheit erlitten haben." Ziegler spricht vom "verwundeten Gedächtnis" der einstigen Kolonialvölker. Und dieses Gedächtnis, lange unterdrückt, drängt jetzt an die Oberfläche, drängt zur Handlung. Es ist gemäss Ziegler "zu einer geschichtsmächtigen Kraft geworden".

Kontrollierter Hass oder gewalttätiger Zorn?
Damit ist Ziegler ganz nahe an Peter Sloterdijks Theorie der "Weltbank des Zorns", welche er in seinem Buch "Zeit und Zorn" mit Blick auf das Gewaltpotential, welches sich insbesondere im islamischen Raum aufgestaut hat, in den Kreisen, in denen Osama bin Laden seine Kämpfer rekrutiert: Über Generationen hätte sich eine Frustration gegen den Westen aufgestaut, ständig vergrössert, bis er schliesslich heute von religiös-extremistischen Strömungen genutzt werden könne. Der deutsche Politologe und Nahostspezialist Volker Perthes spricht von der "Generation des Zorns".

Doch eben, Ziegler bringt als Beispiel für die "geschichtsmächtige Kraft" nicht das Negativ-Symbol bin Ladens oder dessen al-Qaida, sondern das Beispiel Evo Morales.

Ziegler versucht eine Unterscheidung in den "pathologischen Hass" der al-Qaida und den "rationalen" Hass der "Völker des Südens": "Der rationale Hass, der heute zahlreiche südliche Völker zum Widerstand gegen die moralische Autorität des Westens und sein globales wirtschaftliches Ausbeutungssystem aufruft, ist das genaue Gegenteil der wiederkehrenden Explosion de pathologischen Hasses." (S. 26) . (Was dieses "genaue Gegenteil" ist, bleibt allerdings schleierhaft.) Im Gegenteil: Der (rationale) Hass "ist kalt und radikal. In ihm äussert sich die radikale Ablehnung eines globalen Herrschaftssystems und eines totalisierenden Geschichtsbilds - beide vom Westen aufgezwungen."

Ziegler selbst sieht die enge Verwandtschaft: der pathologische Hass ist nicht nur "aus dem gleichen Leiden hervorgegangen", er ist für Ziegler "die dunkle Seite" des rationalen Hasses. Oder anders ausgedrückt: Osama bin Laden und Evo Morales sind soetwas wie die jeweils andere Seite der selben Medaille.

Ich sehe keinen Grund, warum diese verwandtschaftliche Nähe moralisch verwerflich sein sollte und warum sie Ziegler so heftig in Abrede zu stellen versucht. Die Ursache ist dieselbe. Die Form des Widerstandes, des Aufbegehrens ist unterschiedlich. Den gemeinsamen Hintergrund zu erkennen, heisst in keiner Art und Weise, die Methoden des pathologischen Hasses eines Osama bin Ladens gut zu heissen oder zu rechtfertigen.

Pathetisch formuliert symbolisiert Osama bin Laden also das Dunkle, das Böse. Und Evo Morales das Helle, das Gute in dieser "ethischen, radikalen, definitiven Revolte, die so affektiv wie ökonomisch und politisch ist."

Die definitive Revolte des Südens gegen den Westen
Ziegler spricht von einer "definitive Revolte". Morales ist die Lichtgestalt, das Symbol einer Epochenwende. Er ist nicht nur "der erste indianische Präsident eines südamerikanischen Landes", sondern er "hat einen historischen Bruch mit der kannibalischen Weltordnung des globalisierten Finanzkapitals vollzogen und dem Westen eine bittere Niederlage zugefügt."

Morales, Symbol einer weltweiten Epochenwende
Morales selbst sieht sich auch als Symbol. Bei einer traditionellen Zeremonie in der heiligen historischen Kultstätte der Aymara in Tiwanaku am Tage vor der offiziellen Amtseinsetzung als Präsident Boliviens im Januar 2006, hat Evo Morales feierlich erklärt: "Ich verpflichte mich an diesem heiligen Ort Tiwanaku, das Urvolk nicht nur Boliviens, sondern ganz Amerikas zu verteidigen." (Zitiert nach Ziegler S. 193). Der bolivianische Präsident gibt sich selbst damit eine Bedeutung weit über Bolivien hinaus. Und Ziegler teilt diese Einschätzung. Morales hätte damit in Südamerika (und in der ganzen Welt des Südens") eine Bedeutung, die wir so im Westen bisher nicht wahrnehmen, respektive unterschätzen.

Der Bruch mit dem Westen
"Morales Bruch mit dem Westen ist unmissverständlich", schreibt Ziegler (S. 195). Morales hat unter anderem die Ausbeutung der reichen Rohstoffschätze in Bolivien so geregelt, dass nicht nur die ausländische Firmen damit Geld verdienen, sondern auch der bolivianische Staat (und damit hoffentlich die Bevölkerung). Er hat auch eine neue Verfassung durchgeboxt, die den Indios endlich die ihnen zustehenden Rechte gibt, respektive zumindest einen Teil der Privilegien der bisherigen (meist "weissen") Allmächtigen beschneidet.
Der Widerstand der bolivianischen "Oligarchie" ist heftig. Seit 2007 spricht man in Bolivien von einem drohenden "Bürgerkrieg". Und die "Oligarchen" wie z.B. der Chef der mächtigen Handelskammer im reiche Santa Cruz, Branko Marinkovic, machen keinen Hehl daraus, dass sie "notfalls" die wertvollen, weil rohstoffreichen Provinzen im Tiefland im Osten abspalten werden und den Indios den "wertlosen Westen, das Hochland, überlassen werden.

"Der Ausgang dieses Konflikts", schreibt Ziegler, "wird über die Zukunft des Regimes entscheiden. Für ganz Lateinamerika hat er eine entscheidende historische Bedeutung." (S. 235)
Als Stichtag nennt Ziegler explizit die Präsidentschaftswahlen vom kommenden 6. Dezember in Bolivien.

Persönliche Nachfrage bei Ziegler
Ich konnte diese Woche bei Jean Ziegler nocheinmal persönlich nachfragen: Bolivien, das kleine südamerikanische Land, Morales, sein im Vergleich zu anderen Staatschefs wie Lula (Brasilien) oder Chavez (Venezuela) doch nicht gar so gewichtiger Präsident, soll eine solche Bedeutung haben? Die Wahlen vom 6. Dezember in Bolivien wirklich soetwas wie eine "Wasserscheide"? Glaubt er (Ziegler), dass Morales wirklich schulemachendes Beispiel sein kann für andere? Dass andere, ähnliche Bewegungen in Südamerika, Afrika oder Asien gestärkt werden und bald ähnliche Veränderungen erzwingen werden wie Morales in Bolivien?

Ziegler ist wie immer kategorisch: "Ja, aber klar doch." Ich musste allerdings insistieren, um eine Antwort über die Wirkung im Falle eines Erfolgs von Morales Politik und der kommenden Wahlen in Bolivien zu erhalten. Ziegler macht sich grosse Sorgen, dass der 6. Dezember für Morales NICHT erfolgreich verlaufen könnte. An einem Wahlerfolg zweifelt Ziegler zwar nicht, aber er befürchtet, dass die "Oligarchen" das Resultat nicht akzeptieren werden, respektive, dass sie den Weg in einen eigenen Staat, unabhängig von Bolivien suchen werden. Damit würde Bolivien wohl ins Chaos gestürzt: Bürgerkrieg, viele Tote, noch mehr Elend. Dies hätte laut Ziegler verheerende Folgen für ganz Südamerika und vorallem für "die Weissen". Der Hass gegen den Westen, gegen die "Weissen", könnte zur grossen Wut werden, weit über die Grenzen Boliviens hinaus. Auch das harmlose Reisen für westliche, weisse Touristen dürfte dann gefährlich werden.

Die dunkel Seite des Hasses
Und damit wären wir, auch wenn Ziegler dies nicht ausspricht, zurück bei Osama bin Laden, respektive dem pathologischen, gewaltsamen, der dunklen Seite des Hass. Dem aufgestauten, sich blindwütig entladenden Zorn von Peter Sloterdijk.

Das Ende der Herrschaft der Weissen naht
Der Hass auf den Westen wird sich künftig im besseren Fall in einer legalisierten, für uns moralisch akzeptablen Form äussern. Dies bedeutet zumindest Machtverlust für die bisherigen weissen Besitzenden. Vielleicht aber auch Verlust der westlichen Werte und Abkehr von westlichen Politsystemen und Prinzipien wie Demokratie, Marktwirtschaft oder Menschenrechte.
Aber er kann sich eben auch jederzeit in gewalttätigen Formen und verheerenden Aktionen entladen, die nach zivilisatorischen Kriterien nicht akzeptabel ist.

Die wäre schlimm, für Bolivien mit unendlichem Schmerz verbunden. Sicher scheint, dass es für den langfristigen Prozess nicht wirklich relevant ist, zumindest im Sinne des langfristigen Ergebnisses. Die Revolte ist "definitiv" (Bild rechts: Bolivien Santa Cruz 5/2008), auch wenn es Rückschläge geben kann und geben wird.
Der Prozess ist unumkehrbar: Es ist der Bruch mit der globalisierten Welt des Westens - davon ist Ziegler überzeugt-. Dieser Bruch mit dem Westen, der "sich im Wesentlichen über seine Produktionsweise, den Kapitalismus" definiert, basierend auf den im Kern christlichen Werten, wie Menschenrechte oder Demokratie, ist längst passiert.
Die Menschen den Südens verlangen ihr Recht zurück. Sie werden künftig die Regeln machen.
Die Indianer in werden in Südamerika schliesslich die Macht übernehmen, genauso wie die Schwarzen in Südafrika. Die Rasse der Weissen, die, wie Ziegler mit Blick auf die Statistiken schreibt, immer eine kleine Minderheit auf dieser Erde war (heute noch lediglich 12,8% der Weltbevölkerung; S. 84), wird ihre "Minderheitsherrschaft" über diese Welt nicht ewig halten können. Oder anders gesagt: Das Ende der Herrschaft des Westens naht.
Wir Weissen können nur hoffen, dass die Rache nicht allzu schnell kommt und nicht allzu brutal ausfällt.

Vielleicht täte der Westen - und vorallem kurzfristig die USA gut daran, z.B. in Bolivien eher Morales zu unterstützen und eine für uns Westler einigermassen friedliche Entwicklung zu ermöglichen, als - wie bisher - die Opposition zu unterstützen und damit einer unausweichlich scheinenden Katastrophe Vorschub zu leisten.

Samstag, 10. Mai 2008

Bolivia on the brink

Bolivien ist eines meiner Interesengebiete. Und das Democracy Center von jim Shultz scheint mir eine der besten Quellen über Bolivia.

Hier Jims Kommentar zu den angekündigten Wahlen im Sommer:

Friday, May 09, 2008

And Next for Bolivia, Elections Once More!

The price of bread is rising faster than yeast – sixty cents for a morning maraqueta now in Cochabamba. The national government is talking about a multi-million stock buyout of the national telecommunications company (Entel). And the nation is divided after a lopsided vote Sunday in Santa Cruz on the issue of autonomy.

But now Bolivia's political leaders have a new plan – elections once more. If the political promises made in La Paz yesterday are kept, sometime around August Bolivians will go back to the polls nationwide to decide whether to boot the President, Vice-President and nine regional Governors from office.

Welcome to high stakes political poker, Bolivian style.

Putting all the Chips on a Slanted Table

The odd path toward a national recall vote of the country's top eleven elected officials began in the immediate aftermath of the January 2007 political violence that left three men dead in Cochabamba. President Morales, in a political duel with Cochabamba Governor Manfred Reyes Villa, publicly endorsed a national recall vote on he and his Vice President along with the governors.

But when the details of his proposal were announced, they came with a twist. Rather than each of the officials having their political fate sealed by a straight up majority vote, Morales declared that the recall should be based on the vote that each official won office with in December 2005.

Translated into numbers, that means that to be removed from office, the vote against each would have to surpass both the percentage of the vote won in 2005 and the raw vote total (I'll get to the details of what that means in just a bit). Translated into politics, that means that Morales, who won election with almost 54% of the vote, will be much tougher to toss from office than his Governor rivals, none of whom passed 50% in 2005. Not a bad advantage, if you are Evo and Alvaro.

That plan, however, languished in the Bolivian Congress until yesterday, when it shot out of the Senate on a move spearheaded by the opposition. Then Evo announced to much surprise that he would approve the recall vote legislation and was ready for an election rumble with his adversaries. "I am very content that the law that was sleeping in the Senate has been approved," said Morales. "This completes one of my dreams and the request of the people."

Once approval of the law becomes official, national election authorities will have 90 days to organize the vote.

Reaction from Around the Political Poker Table

The other main players at the recall table, the Governors, were quick to signal their support for the vote, but not without noting their disadvantage. Cochabamba's Governor, Reyes Villa, was in the U.S. and told CNN that he supported the vote even though the rules weren't equal for all the officials. Cochabamba's once-Mayor was elected Governor in 2005 with just more than 47% of the vote. That means that he could win a slim majority in the recall and still be ousted from office.

He compared the vote to making the politicians involved play soccer with two different goals, but then took credit for being the first to propose such a vote a year and a half ago. "How many lives and confrontations would have been avoided if in that moment we had approved the law?" he told CNN's Spanish language affiliate.

The Governor of La Paz, José Luis Paredes, who faces an even steeper uphill climb against the recall vote, also said he would accept the plan but was quick to cite his political disadvantage. Paredes, a former El Alto mayor more popularly known as Pepe Lucho, was elected in 2005 with just 38% of the vote. His constituency also overlaps with Morales' and MAS' strongest base of support in the nation. Evo carried 67% of the vote in the department in 2005.

"It creates a distinction that is unfair," the La Paz governor told reporters. "With just 39% of the vote they can take away my office. I would need to win 64% of the vote to remain Governor. To remove Evo Morales it will take 55% of the vote which is much harder." Paredes added however that he thought the national vote was still "a good way to leave the standoff in which we find ourselves."

Scenarios and Strategies

So, what does all this mean?

First, it launches Bolivia back into election season. That usually means that street conflicts come to and end for a while as the political players go on their best behavior. It is also a great boon for t-shirt printers. Maybe this time around the parties will hand out free bread.

Second, it means that all the players are gambling, big time.

Why is Evo putting his hard-won historic Presidency on the table? Well, there is the 'let's let the people decide," argument echoed by almost all of the threatened politicians. But no one plays this kind of poker without some confidence in his or her hand. My bet is that Evo and his allies see the situation like this. The opposition has battled his government to a near standstill. The autonomy vote in Santa Cruz has galvanized his political base in way it hasn’t been since his election win – witness the massive march in Cochabamba last Sunday. And he has cornered his opponents into playing at a table tipped distinctly to his mathematic advantage.

On top of this, if Evo survives and any of his Governor adversaries, like Reyes Villa, do not, he not only loses some of the political thorns in his side but also gets to appoint, as President, their successors. Evo and friends may see in this vote a 'two-fer', a shot at both a second mandate and a chance to remove some adversaries from the picture. It also sets the autonomy issue aside nicely as well, for now.

On the other side, Evo's adversaries in the Governorships may feel like they know how to handle elections on their home turf and that Evo will have a much harder time at getting 54% than he thinks. His victory in December 2005 relied not only on his natural base among the indigenous, rural voters, and the most impoverished. His historic majority also owed itself to a substantial vote from the country's urban middle class in places like Cochabamba – MAS polled 65% of the vote in the department – and a lot of those votes he is not likely to win again. In addition, while in 2005 the opposition to Morales was divided among several parties on the right competing for the Presidency, this time the 'No Evo' vote will be unified.

And here is yet another scenario to contemplate. Even if he loses the recall vote, Evo will remain President for at least 90 days until follow-up elections are organized to select a new one. This, in theory, means he can still appoint replacements for any of the Governors that lose. In addition, nothing in the recall law or the Constitution, to my knowledge, prohibits Evo from running in the election to fill the Presidency if he loses that recall vote. This means potentially that Evo could run again in the replacement vote and, in an election likely to be filled by many Presidential wannabes, he could easily come in first.

There is certainly a slim chance that someone here is bluffing and some last minute political deal will scuttle the plan. But tonight it doesn't look that way.

All this is great news for Bloggers and journalists and fans of political intrigue, and those t-shirt printers. What remains to be seen is whether it will end up being good news for Bolivians, who this week seem markedly more concerned about the price of bread than politics.

Stay tuned.