Samstag, 28. Juni 2008
Max Küng in der Carlsbergfalle
http://dasmagazin.ch/index.php/selbstversuch-max-begeht-die-fanmeile/
Perfekt sein Bild der "Schlammlawine", welche "all den Konsum- und Entertainmentdreck ins Herz der Stadt gespühlt" hat.
Ein schmunzeln in Richtung des Kritikers kann ich mir aber nicht verkneifen, wegen dem Schluss. Wie viele Andere auch, die in Basel heute standard-mässig ein Bier mit dem Zusatz "...aber bitte kein Carlsberg" bestellen und dann im triumphalen Gefühl, sich nicht vereinnahmt haben zu lassen, selbstzufrieden ihr "1664" (Kronenbourg) kippen, macht er sich da etwas vor:
Anfang Mai hat Feldschlösschen die elsässische Brauerei Kronenbourg geschluckt und bekanntlich gehört Feldschlösschen zum Carlsberg-Konzern. Genau ist es so: Feldschlösschen, das zur dänischen Carlsberg-Gruppe gehört, hat das Schweizer Geschäft von Scottish & Newcastle übernommen. Zum britischen Konzern S&N gehören Marken wie Kronenbourg, 1664, Grimbergen und Kanterbräu.
Trotzdem Prost. Ich nehm dann halt Feldschlösschen.
Mittwoch, 25. Juni 2008
Enttäuschung
Es sind nicht annähernd sviele Menschen gekommen wie beim Hollandspile vor 5 Tagen. Die Stimmung ist friedlich. Ich habe nirgends Agression gespürt. Aber auch nichts Vergleichbares zur ausgelassenen, karnevalesken Stimmung vor dem Holland-Spiel.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es während und anch dem Spiel nicht noch zu gewalttätigen Frustreaktionen einzelner Fangruppen kommt.
Sonntag, 22. Juni 2008
... und, natürlich, Raphi.
Mitten im Holland-Trubel gestern, natürlich, Raphael Wyniger, Euro 08 Verantwortlich von BaselTourismus. Er hat das Bad in der Menge sichtlich genossen. Verdientermassen. Für dieses Erlebns, für diese Bilder hat er die letzen Monate gearbeitet:
Europameister und Euro 08 Verweigerer
Leider bestätigen diese Zahlen meine Einschätzungen der letzten 2 Wochen: Die Schweizerinnen ud Schweizer interessieren sich sehr stark für die Euro, sie verweigern sich aber allem Offiziellen.
Man schaut sich das Spiel zu Hause an, am liebsten mit Freunden. Gestern abend waren es wohl Abertausende, die ihren Bildschirm in der Stube so gedreht haben, dass sie das Spiel auf dem Balkon oder im Garten ansehen konnten.
Die Euro-Verantwortlichen und allen voran die UEFA müssen sich Gedanken machen, was schief gelaufen ist im Vorfeld, dass sich die Schweizer Allem verweigern, was nach Uefa oder offizieller Zone riecht. Allein der Regen und das schlechte Abschneiden des Schweizer Teams reichen als Erklärung nicht.
Auch der Erfolg des Abends gestern in Basel beim Hollandspiel und hoffentlich seine Wiederholung am nächsten Mittwoch beim Spiel Deutschland - Türkei ändert daran nichts: Die Scweizerinnen und Schweizer wollte sich nicht vereinnahmen lassen.
Ganz direkt trifft diese Verweigerung der Schweizer auch die wichtigste Kundschaft der UEFA, die Sponsoren. Es kann zum Beispiel nicht in Sinne von Hauptsponsor Carlsber sein, dass in diesen Tagen viele Basler ihr Bier in der Beiz immer mit dem Zusatz "aber bitte kein Carlsberg" bestellen.
Die Strategie der 3 Beizen oberhalb der Mittleren Brücke, sich nicht in den Sponsor-Bann einbinden zu lassen, ist voll aufgegangen. "Die 3" waren immer überdurchschnitlich belegt. Allerdings: wer selbstzufrieden triumphierend zum Beispiel im "Schmalen Wurf" mit Blick auf den UEFA-Bildschirm ein Kronenbourg ("1664") gekippt hat mit dem herrlichen Gefühl, sich erfolgreich dem "Moloch UEFA" verweigert zu haben, der macht sich Illusionen: Neuerdings gehört das Bier aus der elsässischen Nachbarschaft auch zu Carlsberg/Feldschlösschen-Konzern.
Samstag, 21. Juni 2008
Die Holländer sind da
(Impressionen vom nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr)
Freitag, 20. Juni 2008
Danke, Deutschland

Endlich so etwas wie Euro-Stimmung in Basel. Die Fanzonen waren voll und viele Leute haben in den Beizen das Deutschland-Spiel öffentlich gesehen. Noch gibt es ein beachtliches Steigerungspotential. Die Stadt war auch gestern nicht rappelvoll, aber die diejenigen, die da waren, haben gezeigt wie es sein kann.
Danke, allen deutschen Fans. Hoffentlich haben viele Basler die Fans gesehen und fühlen sich animiert, das nächste mal auch dabei zu sein und sei es nur, um sich das Spekatkel der auswärtigen Fans anzusehen. Die Deutschen Fans gestern abend waren eine gute Show. Die Inszenierung der Holländer am Samstag dürfte noch besser werden und beim Halfinale am kommenden Mittwoch werden noch viel mehr Deutsche nach Basel pilgern.
De gestrige Abend hat sollte auch all die Leute versichern, die, abgeschreckt von den endlosen Katastrophe-Szenarien, die im Vorfeld der Euro verbreitet wurde, es bisher nicht gewagt haben, in die Stadt zu kommen. (siehe auch das Video witer unten: "Mit dem Kind in die Fanzpne") Es gab auch gestern keine Sicherheitsprobleme, niemand wird angepöbelt oder gar physisch gefährdet.
Ein vielsversprechender Abschluss der Euro in Basel scheint in Sicht. Es wäre Basel und nicht zuletzt allen Organisatoren im Hintergrund zu gönnen. Der Projektleiter der Stadt, Christoph Bosshardt, der "Macher" hinter dem offiziellen Mister Euro Hanspeter Weisshaupt, und sein Assi Martin Kamber, haben es jedenfalls gestern Abend still genossen: Endlich eine volle Fanzone! (siehe mein Handy-Bild):

Donnerstag, 19. Juni 2008
Die Russen kommen
Die Russen waren den Schweden deutlich überlegen. Leichtfüssigkeit gegen Schwerfälligkeit. Sportlich richtig, dass die Russen zu Viertelfinale nach Basel kommen. Sehr schade für die schwedischen Fans. Die haben Innsbruck gestern Nachmittag und Abend ein friedliches Fest beschert. Hnterher war alerdings tote Hose. De Schweden sind praktisch aus dem Stadtzentrum geflohen.
Jetzt kommen also die Russen. Ein paar tausend "gewöhnlche" Fans werden's auch sein. Sie saufen wie andere auch, johlen "Rossija", sind aber friedlich. Dazu ist eine Spezialtruppe zu erwaret. Die Oligarchen. Sie werden am Samstag insbesondere dem Flugplatz viel Zusatzverkehr bringen. In Innsbruck ist gestern Nachmittag ein Privatjet nach dem andern gelandet
Dienstag, 17. Juni 2008
Spiegel TV: "Die globale Hungerkrise"
www.spiegel.de/video/video-31523.html
www.spiegel.de/video/video-31522.html
www.spiegel.de/video/video-31522.html
Spekulation Oelpreis II

Börse geht mit Handelslimits
gegen Manipulation bei Öl vor
Washington. sda/reuters/baz. Im Kampf gegen eine Manipulation des Ölpreises wird die Londoner Future-Börse ICE erstmals den Handel mit Terminkontrakten regulieren. Die zuständigen Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien bewegten nach eigenen Angaben vom Dienstag die Börse dazu, Limits auf den lebhaften Handel mit West Texas Intermediate (WTI) einzuführen. Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen CFTC werde auch andere Handelsplätze ausserhalb der USA dazu auffordern, ähnliche Begrenzungen einzuführen. Der Markt für Rohöl könne bislang leicht manipuliert werden, erklärte die CFTC. US-Politiker drängen die CFTC seit Monaten dazu, mit einer schärferen Aufsicht gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Ölpreis-Anstieg mitverantwortlich gemacht werden.
Oelpreis und Spekulation

Brav drucken die Medien seit Tagen die Erklärungen der Oelindustrie zum hohen Oelpreis und speziell zum Dieselpreis ab. Hauptargument ist selbstverständlich wie immer das heilige Gesetz des Marktes: Nachfrage bestimmt Preis. Die Nachfrage nach Oel (und speziell nach Diesel) ist enorm gestiegen in den letzten Monaten und Wochen. Schuld sind neben dem gestiegenen lokalen Bedarf (Diesel Schweiz 2007 plus 7,3%) einmal mehr natürlich die grossen Konkurrenten des Westens China und Indien.
Die speziellen Preissteigerung beim Diesel von mehr als 50 Rappen innerhalb eines Jahres wird weiter mit der speziellen Knappheit des Gutes erklärt, weil bei der Raffinierung eines Fasses Rohöl (159 Liter) nur rund 40% Diesel produziert wird. Warum dann aber der Preis für das "normale Benzin", von welchem bei der Raffinierung nur 20 bis 40% abfallen, weniger stark gestiegen ist als beim Diesel, wird nicht erklärt.
Der Oelpreis wird an der Börse gemacht. Dass der Preis an der Börse von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ist bekannt. Wenn die Opec die Förderhahnen etwas aufdreht, sollte der Preis sinken und umgekehrt. Nur: Es wird noch an einer ganz anderen Schraube gedreht: an der Spekulationsschraube.
Mit Markt hat das wenig zu tun oder höchsten mit der Manipulation des Oelmarktes. Auch beim Oel bereichern sich Einige schamlos auf Kosten der Allgemeinheit, indem sie den Oelpreis künstlich in die Höhe treiben. Besonders stossend daran ist, dass es gerade die auf Oel spezialisierten Finanzmärkte selbst sind, die den Preis zu ihren Gunsten manipulieren, in direkter Absprache mit den wichtigsten Oel-Multis.
Die kanadische "Center of Research on Globailsation" (CRG) hat am 2. Mai 2008 einen Artikel mit dem Titel "60% des Oelpreises ist pure Spekulation".
Der ganzen Artikel ist hier zu finden: http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=8878
Der Artikel basiert auf den Resultaten eines Reports des US Senats vom Juni 2006, der aufgrund der aktuelen Entwicklung nur noch aktueller geworden ist: The US Senat's Permanent Subcommittee on Investigations report on “The Role of Market Speculation in rising oil and gas prices,”. Dieser Report kommt zum Schluss: “…there is substantial evidence supporting the conclusion that the large amount of speculation in the current market has significantly increased prices.”
Der Lead des CRG-Artikels:
The price of crude oil today is not made according to any traditional relation of supply to demand. It’s controlled by an elaborate financial market system as well as by the four major Anglo-American oil companies. As much as 60% of today’s crude oil price is pure speculation driven by large trader banks and hedge funds. It has nothing to do with the convenient myths of Peak Oil.
Montag, 16. Juni 2008
Science TV
Das digitale Fernsehen ist durchgestartet. Nicht zuletzt der Erfolg des Internetportals YouTube hat neue Akzente im Netz gesetzt: In zunehmenden Maße erobern Videos und Fernsehinhalte das Internet. Dies eröffnet neue Wege und Möglichkeiten, auch komplexere Sachverhalte einfach und anschaulich aufzubereiten. Vor diesem Hintergrund ist DFG Science TV ein Pilotprojekt, das die aktuellen Entwicklungen aufgreift und nutzen will, um neue und persönliche Einblicke in Wissenschaft und Forschung zu ermöglichen.
Drei Monate lang stellen Forscher zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte aus ganz unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen in dreiminütigen Kurzfilmen vor. Das Besondere: Die Wissenschaftler halten die Kamera selbst in der Hand.
Die Forscher wurden in Intensivseminaren von professionellen Kameraleuten technisch geschult und entwickelten Drehbücher und Storyboards für ihre Filme. Nun senden sie Woche für Woche Filmmaterial ein, das von professionellen Produktionsfirmen auf einige Minuten verdichtet wird und in Episodenform erscheinen wird, sodass "filmische Forschungstagebücher" entstehen.
Das Projekt, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG ist
vorerst nur ein Pilotprojekt mit einer Dauer von 3 Monaten. Damit wendet sich die Deutsche Forschungsgesellschaft medienadäquat an die YouTube-Generation. Science TV soll v.a. die 14- bis 19-Jährigen ansprechen (darüber hinaus aber auch “Lehrerinnen und Lehrer, Medienfachleute und die große Gruppe der an Wissenschaft interessierten Zuschauer”).
Die ersten 7 Folgen haben 36'000 Interessierte gesehen. Eigentlich zu wenig für das hoffentlich bahnbrechende Projekt.
Zu sehen sind unter:
http://www.dfg.de
Sonntag, 15. Juni 2008
Klimawandel Tschadsee
Die Bilder zeigen der Tschadsee 1972 und 35 Jahre später 2007. Der Aralsee ist heute 20 mal kleiner als vor 50 jahren! Die UNO hat weitere alarmierende Satellitenbilder des Klimawandels veröffentlicht. Mehr davon in der aktuellen Ausgabe der "Zeit"hier: http://www.zeit.de/online/2008/25/bg-umweltatlas?1
Allerdings ist die Ausdrocknung des Tschadsees nicht allein auf den Klimawandel zurückzuführen. Hauptverantortlich für die Katastrophe ist die Landwirtschaft und allgemein der Wasserbedarf der stark angewachsenen Bevlökerung.
Der Tschadsee ist das grösste Süsswasserreservoir in der Sahelzone und gehört zu den Ländern Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger.
Zwar ist der See während während den verheerenden Dürreperioden Ende der 60er und Anfang der 70er-Jahre um rund 30 Prozent der Fläche ab, seither aber ist der Klimawandel nur noch für etwa 5 Prozent der Abnahme verantwortlich.
Zwischen 1983 und 1994 ist der Wasserbedarf der Landwirtschaft
um das Vierfache angestiegen, was 50 Prozent zur weiteren Austrocknung des Sees beigesteuert habe.

Der Tschadsee ist sehr flach,maximal 7 Meter tief. Sein Wasserstand und seine Fläche hat schon immer stark geschwankt zwischen der Trockenzeit und der Regenzeit. Während der letzten Eiszeit war der See schon einmal ganz verschwunden, um dann etwa 10'000 jahre vor unserer Zeitrechnung wieder zu entstehen. Heute hat er etwa die gleiche Fläche wie i der Zeit um 1000 n.Chr..
Seit rund 50 fliessen dem See in in den Regenmonaten Juni, Juli und August bedeutend weniger wasser zu als noch vor kurzer Zeit.
Wo vor einer Generation noch die Pirogen navigierte, ziehen jetzt Kamele durch den Sand.

Doch die Verlandung des Tschad-Beckens ist für viele Menschen der Region auch ein Segen. Die Satellitenkarte der UNO zeigt das viele Grün: Auf dem ehemaligen Seeboden sind im Schilf neue Dörfer und Weiden sowie Felder für den Anbau von Mais, Bohnen oder Tomaten entstanden. Bei Wasserhöchststand im Sommer verwandeln sich viele Siedlungen in Inseln.
Umfangreiche Hilfsprogramme (unter anderem die Deutsche GZT) versuchen mit länderübergriefenden Massnahmen, den See zu retten.
Noch lassen sich keine endgültigen Aussagen über die künftige Entwicklung des Tschad-Sees treffen. Doch womöglich werden Skeptiker unter den Wissenschaftlern Recht behalten, die davon ausgehen, dass der Tschad-See eines Tages von der Landkarte verschwindet.
Moralische Pflicht
http://www.zeit.de/2008/25/Interview-Gosepath
Auch Gosepath erhebt in dem "Zeit"-Interview die Forderung, den Wohlstand zu teilen". Aehnlich wie verschiedene Autoren im "Forum für Verantwortung". (siehe Link rechts auf diesem Blog)
Crazy Tiger
Zum Mitleiden und geniessen, hier:
http://sports.espn.go.com/broadband/video/
videopage?&brand=null&videoId=3444250&n8pe6c=3
Freitag, 13. Juni 2008
Feindbild China
Bei aller berechtigten Kritik: Das ständige mediale "mit-dem-Finger-Zeigen" weist immer auch auf den Absender zurück. Die Beschwörung der "gelben Gefahr" hat einen handfesten, wohl allen bekannten Hintergrund: Konkurrenz. Die Verteufelung eines Konkurrenten als "Bedrohung" hat Tradition, nicht nur in der globalen Politik und Wirtschaft. Chinas wird bei allen "grossen", globalen Fragen der zukunft eine zentrale Rolle spielen, sei es Wasser, Oel oder andere Ressourcen, sei es Klima und Umwelt oder Sicherheit. China ist daran, diese Zukunft als globaler Player wahrzunehmen.
Die renommierte Organisation International Crisis Group mit exellenten internationalen Kontakten hat eben einen Bericht zur Rolle Chinas in der Oelfrage veröffentlicht, der doch Einiges zurechtrückt. Nachzulesen unter http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=5478&l=1.
Die Botschaft des Berichts: Statt Verteufelung, Koperation, gemeinsames Vorgehen, wirklich globale und nicht kurzsichtige, regionale Interessenpolitik:
"China’s energy needs have led it to play a more prominent role in international markets in recent years. This has generated concerns about the potential impact on other countries’ energy security, and global and regional security generally. These are largely overstated, but China could take a number of steps, as its policymaking and implementation evolves, which would help create a more cooperative international environment on both energy and wider security issues."
Inhaltlich sehr ähnlich, aber in der Tonalität viel deutlicher ist eine sehr spannende Sammlung von Beiträgen zur Thematik: "China erobert Afrika" aus asiatischer Sicht in "Chinas New Role in the South" der asiatischen Polit-NGO "Focus on the Global South":
"What I find a bit reprehensible is the tendency of certain Western
voices to ... rais[e] concerns about China’s attempt to get into the
African market because it is a bit hypocritical for Western states to be
concerned about how China is approaching Africa when they have had
centuries of relations with Africa, starting with slavery and continuing
to the present day with exploitation and cheating."
Die Studie ist downloadbar unter:
http://www.focusweb.org/china-s-new-role-in-africa-and-the-south-a-search-for-a-new-
perspective-2.html?Itemid=111
Mit dem Kind in die Euro-Fanzone
Ich habe meinen Freund, Roger Schnegg, den Direktor des Schweizer Volleyballverbands, praktisch genötigt, anlässlich des Spiels Schweiz-Türkei am vergangenen Mittwoch, zusammen mit seinem Sohn Timo auch einen kurzen Abstecher in den Fan-Boulevard in der Stadt zu machen. Leider hatten die beiden bei der Fahrt im Extrazug von Bern schon ein Negativ-Erlebnis, als sie die Pöbeleien einer Gruppe Unverbesserlicher erleben mussten. Etwas verschüchtert oder zumindest skeptisch-vorsichtig haben sich Roger und Timo aber trotzdem in die Steinenvorstadt und auf den Barfi gewagt:
Uebrigens: Vater und Sohn Schnegg haben in Basel schliesslich einen entspannten Abend genossen. Keine Probleme im Stadion. Timo hat im Extrazug zurück nach Bern entspannt geschlafen.
Rheingeschichten 1
Ich geh zur Zeit jeden Tag zweimal dem Rhein entlang. Am Morgen von meinem Parkplatz oben beim Kraftwerk Birsfelden runter bis zur Wettsteinbrücke, am Abend zurück. Ich habe begonnen, ein paar Geschichten entlang des Rheins zu sammeln. Unwichtig, lebendig. Hier eine erste Sammlung:
(Dauer des Videos 5:57)
Donnerstag, 12. Juni 2008
Olé
Dominant in der gesamten Fussballszene ist klar das "Olé".
Ob alle Olé-Brüllenden wirklich wissen, was sie das rufen, respektive wen sie da hochleben lassen, darf allerdings bezweifelt werden: Es ist der Gott der von vielen Verachteten Muslimen "Allah". Der Ausruf "olé" geht genau auf arabisch wa-llah („bei Gott“) zurück, welches von den Mauren bei ihrer Eroberung Spaniens vor 700 jahren nach Europa gebracht wurde. Die Spanier, welche es erst 700 jahre später, Mitte des 15. Jahrhunderts geschafft haben, die Mauren wieder aus Spanien zu verdrängen, haben deren Ruf wa-llah zu "olé" verballhornt. Das "olé" ist bei Weitem nicht das einzige Erbe Europas aus der maurischen Zeit. Die moderne Mathematik, die Medizin, aber auch die Landwirtschaft wäre ohne den Einfluss der muslimischen Spanier nicht das, was sie heute sind. Die Kultur der Mauren hat damals erst die Voraussetzung für die "Renaissance" in Europa geschaffen. Deswegen ist es auch gar nicht unangebracht, wenn heute die Massen, die Leitfigur dieser Kultur, die Europa mit entwickelt hat, hochleben lässt.
Dazu ein Buchtipp: Ilija Trojanow: "Kampfabsage". Grosse Zusammenhänge rund um "unsere" Mittelmeerkultur. Sehr anschaulich und leicht lesbar. Einiges wird von Trojanow, anders einordnet, speziell das Verhältnis der Kulturen. Seine Hauptthese: Neues entsteht an den Schnittstellen der Kulturen, dort, wo sich "Fremdes" begegnet und sich gegenseitig befruchtet. Das Buch ist gleichzeitig hochpolitisch und top-aktuell. Gruss an die SVP und Ihresgleichen.
Ehrenmeldung für Euro-Fans
Viele kommen schon voll ausstaffiert an. Vieles erinnert an die Fasnacht. Die Fantasie, die Lust am sich Verkleidens und gemeinsam, über die Schnur zu hauen. Einige fassen erst animiert durch die Masse und offensivere Kollegen Mut, andere werden unfreiwillig bespreiht:
Auffällig wie viele Frauen da waren. Und alle wissen, je mehr Frauen, desto friedlicher. Es war friedlich, acuh den gabnzen Abend. Ergo: es müssen wirklich viele Frauen da gewesen sein. Frauen haben einfach weniger Aggressionen, auch wenn Einige den Männern in Sachen Selbstdarstellungen und grölendem Enthusiasmus locker den Bierbecher weichen können:
Darin unterscheiden sich die Frauen nicht von den Männern: Sie machen ständig auf Zweckoptimismus im Sinne von: "Man muss daran glauben, sonst passiert es nicht", erfrischend aber der weibliche Realismus: "Einer wird doch wohl reingehen."
Die Männer brauchen die Unterstützung der Anderen:
Danggschöön, liebi Fans. Dir hän Alles geh.
Abgesang?
Es war eine feuchte Beerdigung der Schweizer Nati-Träume gestern im Joggeli und leider ist zu befürchten, dass damit auch die Hoffnung auf eine Euro, an der die Baslerinnen und Basler aktiv teilnehmen, endgültig zu nicht gemacht wurden.
Der Funken hätte überspringen können gestern. Vor dem Spiel kam in der Innenstadt sogar fast schon Stimmung auf. Die Fans haben wirklich alles gegeben. Allerdings waren nicht viele Basler darunter. Die haben sich imemr noch vornehm zurückgehalten. Leider hat sich das kurze Aufflackern dann halt doch rasch als Strohfeuer entpuppt. Erstickt nicht im Regen, sondern von einer dürftigen Leistung der Schweizer Nati in der zweiten Halbzeit und auch viel Pech.
Neue Durchhalteparolen:
Vielleicht kommen ja Samstag in einer Woche die Hollander zum Viertelfinale nach Basel. Vielleicht wollen sich ja dann auch noch ein paar Basler das Oranje-Spektakel in unseren Strassen ansehen. Oder müssen gar auf die Deutschen hoffen?